Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 27 (7.8.1883)
- Date
- 1883-08-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— ׳7׳ — der hier ^!!gekündigten Schrift. In schwungvoller Einleitung und von rein menschlichen Gefühlen diktirter Sprache schildert das Merkchen sämmlliche Phasen des traurig-interessanten ״Drama Don. Tisza-Eszlar" und dessen spannnngsreichen Abschluß. Zwanzig Dorzügliche Illustrationen führen die Hauptbetheiligten vor und gestalten . somit das Merkchen zu einer werthvollen Erinnerung. Der Preis von 30 kr. — 60 Pf. gestattet die weiteste Verbreitung, deren sich die Broschüre wohl überall.zu erfreuen haben wird. ' Oraz. ,Während der Verhandlung in Nyiregyhaza erwähnte der Privatkläger Szalay einer Surrende der steierischen Statthal- -terei, wonach zwei Juden, die ein Christenkind gestohlen, verfolgt werden. Diese Aussage dürfte sich auf das räthselhafte Verschwinden 'des zehnjährigen Knaben Pendl aus Nestelbach beziehen, für dessen Wiederaufsinden die Srätthatterei, bisher ohne Erfolg, eine Prämie nusgesetzt hat. Da die betreffende Kundmachung der Statthalterei der Inden mit keiner Sylbe erwähnt und nicht der geringste An- Haltspunkt vorliegt, auf ein von Inden' begangenes Verbrechen zu schließen, so wandte sich die hiesige jüdische Cnltusgemeinde an den Statthalter, weicher sogleich die amtliche Nichtigstellung an den Gerichtspräsidenten in Nyiregyhaza verfügte. Gleichzeitig richtete die hiesige Cultusgemeinde an Szeiffert und Eötvös ein Telegramm, worin sie die Aeußernng Szalays als absolut unwahr bezeichnet." Wndapeff. .Hiesige Blätter theilen folgende zwei Fälle mit: Eine Christin - ist zum Jndenthum . übergetreten und hat sich mit einem Israeliten verehelicht, welcher Eh,׳ bereits zwei Kinder entsprossen sind. Dieser Fall gelangte zur Keuutniß des Cultnsministers, welcher, dem noch in Rechtskraft bestehenden Gesetze entsprechend, die Ehe als ungesetzlich und die Kinder aus dieser Ehe als illegitim erklärte, da nach ungarischem Gesetze kein Christ Jude werden kann. Die Stadtbchörde wurde von! Cultusminister aufgefordert, zu veranlassen, daß die beiden Kinder in der Matrikel der israelitischen Cnltusgemeinde gelöscht und als unehelich in jener Kirche immatricnlirt werden, zu welcher die Mutter dieser Kinder der Religion nach ge- Hort. — In einem anderen Falle ließ ein Judenmädchen, welches mit Zwillingen niederkam, ans Zureden der Hebamme diese in einer protestantischen Kirche taufen und immatriculiren. Das Nabbinat erfuhr hievon und protestirte gegen diese Taufe und Jmmatrienlirung, demzufolge der betreffende protestantische Pfarrer erklärte, daß er die immatricnlirten Zwillinge ausgestrichen habe. Bald darauf starb eines dieser Kinder, und nun wollte weder der protestantische Pfarrer noch der Rabbiner das Begräbniß besorgen, bis endlich das Nabbinat nachgab und das Kind nach' mosaischem Ritus beerdigen ließ. Odessa. (Hrig.-Corresp.) College Obercantvc I. Bachmann erhielt vor kurzer Zeit für eine von ihm dem russischen Kaiserpaare gewidmete Composition, folgendes hockst ehrendes Dankschreiben, zu dem wir dem Componisten herzlichst gratnliren. An den Herrn Polizeidirector in Odessa! Auf Grund der alleruuterthänigstcn Anzeige des Ministeriums für innere Angelegenheiten, mit Vorstellung der vom Obercantor der israel. Gemeinde in Odessa, Jacob Bachmann, aus Anlaß der Krönung Ihrer kaiserlichen Majestäten componirten Cantate, hat Seine Majestät der Kaiser am 9. v. M. eigenhändig zu unterzeichnen geruht: ״zu danken". Von dieser Allerhöchsten Resolution, dis dem Herrn Statthalter durch das Mitglied des Nathes, des Ministers der inneren Angelegenheiten, Martinov, den 14. v. M. (Nr. 11.753) mitgetheilt worden, hat die Kanzlei des Gouverneurs nach dem Befehl Seiner Excellenz, die Ehre, Euer Hochwohlgeboren zu bitten, Herrn Bachmann in Kenntniß setzen zu wollen. 'Mosen. Der Anfang des Endes der Syuagogen-Calamität ist da. In der am vorigen Freitag ftattgefundenen Sitzung der Repräsentanteu ist endgültig beschlossen worden, den durch die Polizei geforderten Umbau der beiden Synagogen anszuführen und soll, da die dagegen eingegangenen Proteste von der königl. Regierung bereits beseitigt worden und der Bestätigung seitens letzterer nichts mehr im Wege stetst. schon diese Woche der Anfang mit dem Umbau der neuen Synagoge gemacht worden. Obgleich die Jahreszeit schon etwas vorgerückt ist und selbstverständlich der Ban am Sabbath ruhen wird, hofft man dennoch, mit dem Umbaue noch zu den ימים טובים zu Stande zu kommen, da die Arbeitskräfte verdoppelt werden sollen. Auch eine andere Synagoge, die des Vereines wohlthätiger Freunde, ist bereits seit ,2םד auf Anordnung der Polizeibehörde wegen baulicher Mängel geschlossen; es wurde aber sofort mit dem Umbau begonnen. Anfänglich wurde auch am Sabbath der Bau nicht unterbrochen; dem Rabbiner Herrn Dr. Feilchenfeld gelang es jedoch, den Vorstand des Vereins zu bestimmen, daß trotz der entstehenden Mehrkosten und Schwierigkeiten die Banthätigkeit am Sabbath einaeftellt wurde. Kopenhagen. Der 50jährige Bestand unserer schönen Synagoge ist mit großer Feierlichkeit begangen worden. L6r!iuZslL6 rsuäe berichtet darüber: ״Schon im vorigen Jahrhundert existirten in unserer Stadt Synagogen, aber die zuletzt bestehende wurde bei der großen Fenersbrunst im Jahre 1795 zerstört und nicht wieder aufgebant. Als Herr Wolff im Jahre 1829 zum Großrabbiner der Gemeinde unserer Stadt gewählt wn.de, war sein erster.Gedanke der Wiederban einer Synagoge, der Gottesdienst -wurde, bis dahin bald in dem einen, bald in dem anderen Hause abgchalten. Sein Unternehmen glückte ihm, und im Jahre 1333 wurde das G.'bände vollendet, dessen 50jähriges Bestehen jetzt gefeiert worden. Derselbe Rabbiner, der sie eingeweiht, hat in den jüngsten Tagen der Ge-: dächtnißreier präsidirt. Fünfzig Dienstjahre, das ist schon eine rühmliche Würde .für den Dr. Wolff. Um halb sieben Uhr Morgens fand die Gedächtnißfeier statt. Die Synagoge war glänzend erlenchtet, die Feier sehr ergreifend und trotz der frühen Stunde die Ver׳ sammlung sehr zahlreich: selbst viele Damen waren dazu erschienen. Correspondenz der Nedaetion. College» 1t. in W.; D;. in Er.; H. in T-; G. in Z.; Win Br. bis Ende December; G. in Kl.; Gr. in A׳.; Nin L-: A. in U. Hr.; R. in M. Kr.; F. in P.; R. in Ob. H.; R. in Rbestätigen dankend die eingesandten Beträge. Dr. in E. Wollen Sie dem betreffenden Vorstände vorsühcen, daß Sie diesen Fall der Oeffentlichk.lt übergeben werden. H. in T. Sind noch für das laufende Quartal im Rückstände. G. in Zs. Die Statuten des Vereines werden nur Vereinsinitgliedern eingesendet. N. in Lib. Sie haben bei uns ein kleines Guthaben. Das 3. Heft der Löwenstamm'schen Gesänge wird Ende dieses Monats erscheinen. K. in W. Ihr Eingesendet ist nicht zu verwenden. G. in G.; Kin T.; S. in I.; A. in U. H.; P. in Fr. a. M. Die an uns gesandten VereinSbeiträae und Spenden werden demnächst verösfent licht werden. In Folge Abwesenheit des Vereins-Casiiers von Wien konnte dies in dieser Nummer nicht geschehen. S. in F. Diesem Beispiele können wir nicht folgen, es führt zu«» keinem guten Ende. Wenn ein College so mittellos ist, daß er bei bestem Willen den Abonnementspreis nicht erschwingen kann, er jedoch dennoch Intereffe für unsere Angelegenheiten documsntirt, so haben wir ihm jederzeit eine Ermäßigung oder auch ein Gratisexemplar gewährt, ohne daß wir einen rigorosen Ausweis über seinen Vermözensstand gefordert hätten. Dr. G. in H. Unsere herzlichste Grarulacion, wir vertrauen auf Ihre Worte und hoffen, daß Sie uns auch drüben treu bleiben werden. Are UedacLion.