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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-07-30 · Heft 26 (30.7.1883) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 26 (30.7.1883)
Date
1883-07-30
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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— ׳7* — fehl ich anerkannt wurde. Der Neligiousvertreter Sectrousrath! Dr. Spann erwiederte darauf, daß diese Gebühr, daö erlaubte Maß überschreitet, da der Schächtergehall fl. 800 beträgt, während diese Einnahme ans fl. 4060 sich belauft, und als unerlaubte Consumtionssteuer zu betrachten ist. Der Gerichtshof stimmte diesem bei und hat die Beschwerde der Cultusgemeinde abgelehnt. Kin Salomonisches Ilrtyeit. Die ״Krön. Neid. Wosch." berichtet aus Bialopol in Rußland nachstehenden Vorfall: Ein Bauer brachte auf Markt 10 Gänse, welche eine jüdische Handlerin bei ihm um 10 Rubel kaufte. Nachdem sie ihm 5 Rubel gegeben, verlangte sic, daß er die Gänse in ihre Wohnung trage, wo sie ihm dann den Nest des Preises ansbezahlen werde. Dort angekommen, verlangte der brave Landmann, der die genommenen 5 Rubel verwahrt batte, 10 Rubel für seine Gänse, indem er den Erhalt jeder Angabe aufs Entschiedenste in Abrede stellte. Man kann sich das Geschrei der armen Verkäuferin denken. Die Sache kam vor den Friedensrichter, der durch die Verzweiflung der Händlerin von deren Recht überzeugt wurde, so sehr auch der Bauer, den Empfang der 5 Rubel bestritt. Allein 'wie der Wahrheit zum Siege verhelfend Unser Richter zog im Laufe der Verhandlung einen Fünf-Nubelschein ans seiner Brieftasche, und fragte, ob einer der Anwesenden nicht so gefällig sein wolle, ihm die Note zu wechseln.. Der Bauer, nur sich dem Richter angenehm zu machen, erbietet sich sofort hierzu mit großer Zuvorkommenheit und gab demselben fünf einzelne Papierrnbel. Der Richter nimmt die Noten und wie zufällig sie näher betrachtend, schreit er plötzlich den Bauern an, ״Woher Haft du diese Noten — sie sind falsch". Der Bauer außer sich vor Schreck, über diesesgefährliche Beschuldigung, und seinen Rechts- Handel mit der Jüdin ganz vergessend, ruft zitternd: ״Aber, Herr Richter, diese Noten habe ich sö eben ״von dieser Jüdin bekommen". Der betrügerische Bauer wurde auf Grund dieses Geständnisses zu drei Wochen Arrest verurtheilt. Lernöerg, 15. Juli. Der Warschauer ״Isiaelita“ meldet: In Lukow, dem Städtchen Polens, wurde vor einigen Wochen ein Kirchendiebstahl verübt. Der Verdacht fiel, wie gewöhnlich in solchen Fällen, auf die Juden. Eine hohe Ueberzengicng, die nicht nur vom Pöbel, sondern auch von der Intelligenz gebegt wird,, war schon hinreichend, die Bevölkerung gegen die Juden anzuhetzen und sie in Schrecken zu versetzen. Bald darauf begab sich der in Kiew wohnende Jude Schaje Alabaster zu einein daselbst wohnenden Christen, um bei demselben eine Pfändung vorzunehmen. Als dieser den Inden erblickt hatte, trug er ihm an, ihm beim Verkaufe silberner Leucbter behilflich zu sein. Der Jude ließ sich mit ihm deshalb in eine längere Unterredung ein und nach mehreren dem Christen gestellten Kreuzfragen gewann er die Ueberzeugnng. daß er eine Spur des verübten Kirchendiebstahles gefunden habe. Der Jude begab sich gleich darauf zum Canonicus, erzählte ihm Alles, indem er ihm jene Kirchengeräthe, unter denen sich auch ein vom Papste vor mehreren Jahren zur feierlichen Einweihung dieser Kirche geschenktes goldenes Kruzifix befand, zeigte. Als man am andern Tage (es war an einem Markttag) den Dieb, auf der Gasse Üzum Untersuchungsrichter führte zog ihm ein ganzester Freude und Zufriedenheit Ausdruck gebendes Gefolge nach; die christliche Bevölkerung bat die jüdische Bevölkerung ob des falschen Verdachtes um Verzeihung und drückte ihnen ihren Dank für die Entdeckung des Thäters aus. Vereinsnachrichten. Den geehrten Herren Vereinsmitgliedern wird hiemit beturnt gegeben, daß vom 1. August an, die Einzahlung der Vereinsbeiträge bis Anfang September sistirt wird, da der Vereinscaffier Herr Cantor A. Fischer sich auf Urlaub nach Vöslau begibt, die Einzahlung der Vereinsgelder aber statutarisch nur in Wien, dem Sitz des Vereines, geschehen darf. Die außerordentlichen, freiwilligen Svenden für die Witwe Freisinger können jedoch an denselben nach Vöslau, Waldwiese Nr. 5 (Theresieuvilla) gesendet werden und werden auch regelmäßig in unserem Vereinsorgane, der ״Oefterr.-nngar. Cantoren - Zeitung" ausgcwiesen werden. Wien, am 29. Juli 1883. Aer Vorstand des österr.-ung. Cantoren-Vereines. Gründlings- und Vereinsbeitrage. M. Blatt, Wien, ganzjährigen Beitrag; Fr. Teltsch, Klosternenbnrg, halbjährigen Beitrag; A. S Schirmann. Lemberg, vierteljährigen Beitrag; I. Löwensohn. Brüx, halbjäbr. Beitrag; I. Feldbauer, Semliu, als Ergänzung für den Jahresbeitrag 1 fl.: I. Schönfeld, Tyrnau, halbjährigen Beitrag. IV. Ausweis. College M. Blatt, Wien./־.fl. 1.— ״ M. Thal er, Oedenburg ... 1.— ״ Rosen selb, Ungereigen . . ..50.— ״ ״ A. Baer, Gathenburg (5 Mark).2.90 ״ ,, Fr. Teltsch, Klosterneuburg ..50.— ״ ״ A. Hahn, Teschen.—.1 ״ ״ B. Weis, Brandeis a. E. —.1 ״ ״ I. Löwensohn, Brüx . . . ..- .1 ״ ״ A. Goldberg, Kronstadt ..—.1 ״ ״ I. Holzer, Beneschau .fl. 1.— ״ M. Stößl in Teplitz, durch eine Sammlung in seiner Gemeinde.—-.8 ״ ״ A. Schrecker, Piesling, durch eine Sammlung in seiner Gemeinde.7 ״.— Durch Herrn Cassier A. Fischer gesammelt: Herr St. Fröhlich, Wien.—.2 ״ ״ A. Seligmann, Wien.—.1 ״ ״ S. Moor, Wien.5.— Summa fl. 35.90 Hierzu vom letzten Ausweis fl. 108.85 Summa fl. 144.75 Weitere Spenden bitten wir gefälligst au den Vereinscassier Herrn Cantor A. Fischer, Vöslau, Waldwiesc Nr. 5 (Theresieuvilla) einzusenden. ״Der Vorstand des österr.-ungar. Cantorenvereines.', Correspondenz der Medaetiorr. College,! P. inJ)t.; S. in I.; T. in Kl.; P. in Fr. a./M.; L. in V-; I. in K-; G. inA.; St. in Pr. bestätigen dankend die eingesandten Beträge. B. W. Str. in Lz. Das Inserat haben wir mit 1 rl. berechnet. K. in T- In den nächsten Tagen erhalten Sie Ausführliches in bewußter Angelegenheit. Gruß.^ I. in K. Bewußte grelle noch unbesetzt. St. war daselbst erster Cantor. Gruß. Schl, in H. Aus ihr Eingesendet bis Schluß des Blattes gewartet, trotz schriftlicher Verständigung nicht zur rechten Zeit erhalten. Besten Gruß. Zwin B. Würtemberg. Danken herzlich für ihre Tbeilnahme. Cs flößt uns besonderen Muth ein, i nun er mehr und mebr zu erfahren, daß unser ausschließlich den Interetzeu der Cantoren des In- und Auslandes sgewidmeteS Blatt sich solcher Werthschätznng und Anerkennung auch von Seite der geehrten Collegen im Auslande errreut. In ähnlicher Weise hat sich dieser Tage ein bedeutender College in Deutschland, der uns ans der Durchreise besuchte, ausgesprochen und unseren Bestrebungen das vollste Lob ertheilt. Die Redaction. In Folge mehrfacher bei der Ausführung der Musikbeilage eingetretener technischer Schwierigkeiten wird dieselbe erst der nächsten Nummer beigelegt. Die Redaction.

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