Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 26 (30.7.1883)
- Date
- 1883-07-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische ^Prö1mmr»>io»5-Prrisä für Wien und Umgebung und Provinz Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— vierteljährig . fl. 1.50 —um—- Für das Ausland:. Ganzjährig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 ^incl. Zustellung in's Haus.^ Organ für die Grsammt-ÄMMU jüdischer CantnrEn KrscheinL jeden a$Un Hag. Begründ er: Obercantor Icrkob Wcrirev. Manuscripte werden nicht retournirt. Administration Lcopoldj!a-t, Circusgaffe Nr. 20. Inscrate werden billigst berechnet. Nr. 26. , 30. Juli 1883. 3. Jahrgang. Avil«! Ta die laufenden Prännmerationsbeträge sowohl, als auch die Nbonnelneutsbeträge für die be^its abgclaufenen Quartale sehr spärlich einfließen, die Nedaetion des Blattes hingegen ilnen vielfachen Verpflichtungen pünktlich nachkouunen muß, sehen wir nns veranlaßt, ^insere geehrten Herren Llbonncuten abermals an die Erfüllung ihrer Pflicht zu mahnen und hoffen, daß es keiner weiteren Schritte zur Erlangung unserer Forderungen bedürfen wird. -Nachdem Tagesblätter immer im Vorhinein abonnirt werden müssen, - sehen wir nicht ein, warum 11111:1 einem; Fachblatte, das nicht auf einen Gewinn abzielt, sondern lediglich zur -Wahrung der Interessen des Standes besteht, nicht mit derselben Coulauee eutgegeukommeu soll. Tadurch würde auch die Anhäufung von Rückständen vermieden, die freilich dann schwer zu begleichen find. Tie Administration. € 1) u 10 n u 8. non Höercantor I. Singer in Wien, v. Die O r g e l. Die Gutachtenknndgcbungen für und gegen sie Einführung der Orgel in die Synagoge haben einen interessanten Literatur׳ zweig geschaffen, dem allerdings׳ eine anregende Wirkung nicht vorenthallen werden kann, ohne daß jedock der Streit bis nun cndgilllg eiufchieden worden wäre. — Diese endlose, trotz dem Aufgeboie aller erdenkliche!׳, ethischen Waffengattungen erfolglos geführte Fehde ist der beste, ccLimefte Beleg für den Stand der hochwichtigen Angelegenheit in der Gegenwart und bietet .dem Historiker sallsame Änhaltspnnkte zum Nachdenken und zum Forschen. Trotz des .Hinweises -der Orthodoxen auf das biblischeVer-׳ bot. von הקת הגף, oder das . rabbinifche . Sacrilegium . von 12ק«2ה 2^'2ת, weiche Motive die unantastbare Eignung besitzen sollen, für ewige Zeiten die Orgel beim Synagogengesange 1111־ möglich zn machen, stoben die Fortschrittler nach wie vor unter dem Palladium der ״zeitgemäßen Nothwendigkeit" kampfbereit und fiegesgewiß auf derselben, der festen Ueberzeiigung, daß die Orgelklänge — um in medern-kunsttechnlfcker Weise zu sprechen — die Zukunftsmusik des jüdischen Gotteshauses sein müsse, während die dritte Partei — die Vermittelnde — mit Zuhilfenähme von Geschichte, und Wissenschast, nachznweisen bestrebt ist, daß mit der Aufnahme der Orgel beim jüdischen Gottesdienste überhaupt gar keine neue Bahnen eröffnet, sondern ein vormals bereits zu. eigen gehabtes, durch die Verhältnisse mehrere Zahr- Hunderte allerdings .aufgegebenes Erbe wieder angetreten werde, indem bei dem serusalelulicken Gottesdienste bereits eine Orgel I unter den verickiedenencu Benennnngen Magreplm und Maschrokita u. verwendet worden sei. Diese Ansckaunngen wurden, wie erwähnt, vo v Sec e nn ien knndgcgeben und die! e lbe n Anschauungen werden noch beute von jeder Partei eifrigst verfochten, obne daß die Abneigung der Orthodoxen gegen Orgelkiaug der eindringlichsten Morivirung der Neformler gegenüber die mindeste Einbuße erlitten hätte.' Bei anderen goiresdienftlichen Neuerungen, die Synagoge betreffend, wie Eborgeiang, Ornate k., denen die Orthodoxen anfangs ebenfalls feindlich gegenübcrstandeu, seben wir den Streit mir dem endlichen Nachzeben seitens der (konservativen ersprießlich enden, indem in den Synagogen mit traditioneller Färbung treffliche Cborgesange execntirr und von den EulruSbeamten der Orthodoxen Ornate angelegt werden. Nur in der Orgelfrags stoben die Parteien io schroff gegenüber, daß beispielsweise ein Orthodoxer jede Orgelsynagoge meidet und es sich als Sünde anrecknst, wenn er jemals durch Verhältnisse veraiilaßt sein würde, eine solche betreten zu müssen. Das unverrückte Festhalten an der gewonnenen Anschauung - jeder der angeführten drei gegnerischen Parteien liefert uns den besten Beweis, daß bis nun, trotz der überreichen Literatur, von keiner Partei solch' schlagende überzeugende Motive für die! Wahrhaftigkeit der ausgestellten Anschauung erbracht worden find, welche die gegnerische Ansicht vollständig zn Nichte gemacht Härte.