Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 24 (14.7.1883)
- Date
- 1883-07-14
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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- S — Wird die Composition von Vielen gesungen werden? — Wir würden es bezweifeln! — Grünzweig geht, wie erwähnt, dem gewöhnlichen Kling-Klang energisch aus dem Wege; nicht in eine-m Tacte ist jene bekannte, der Masse genügende Spielerei mit der anscheinenden oder eingebildeten Bedeutung zu bemerken; jene Spielerei, die das selbstrühmende Product manches ,berühmten' Liedercomponisten kennzeichnet; höchst wahrscheinlich wird das ,Volk' dem Grünzweig'schen Op. 136 ebenfalls aus dem Wege gehen, allein für Denjenigen, der sich in dcr Literatur ׳unserer gediegenen Componisten etwas umgesehcn und dieses Werk eingehend und tüchtig zu studiren, die Eignung hat, werden all' die Schönheiten zu Tage treten, die mit Macht in sein Herz hineingreisen und in hohem Maße die Ueberzeugung gewähren, daß die Schaffenskraft Grüuzweig's keine alltägliche, sondern der Ausfluß einer geläuterten, zielbewußten Anschauung ist; daß die Arbeiten Grünzweig's es verdienen, als schätzenswerthe Bereicheruug jeder besseren Musikaliensammlung zu gelten. L . . . . Kleine Chronik. Hraz. (Orig. Corresp.) -.Die Gedeukseier der 600jährigen Zugehörigkeit der Steiermark zum Herrscherhause Habsburg wurde auch in der israelitischen Cultusgemeinde durch einen Festgottesdienst in solenner Weise begangen. Dem Herrn Cantor A. Reichard, dessen sympathischer Tenor sich der allgemeinen Anerkennung erfreut, stand diesmal ein gutgeschulter Chor zur Seite, indem nämlich einige Herren und Damen vom Theater .für die Mitwirkung gewonnen wurden. Es verdient auch hervorgehoben zu werden, daß die musikalisch und gesanglich feingebildete Frau Dr. Kosjek, Gattin des berühmten Vertheidigers Dr. Kosjek, sich zur Mitwirkung am isr. Festgottesdienste erboten hat und thatsachlich auch mitsang. Der Rabbiner Dr. Mühsam erläuterte in seiner Festrede die Bedeutung des Festes, hob hervor, daß die Regenten aus dem Hause Habsburg, bei denen ,Gerechtigkeit und Milde gepaart' im Charakter liege, Wohlthäter und Schutzherrn der Juden waren und erinnerte an das ,kaiserlich-schwerwiegende Wort', welches Sr. Majestät in der Antisemitenbewegung gesprochen und welches für die Juden in Oesterreich eine wahre Schutzwehr wurde. Nach dem Gottesdienste wurde eine Deputation der israelitischen Cultusgemeinde von Sr. Majestät in Audienz empfangen. Der Rabbiner Dr. Mühsam betonte in seiner Ansprache, daß die beiden in der k. k. Burg zu Graz ein gemauerten Grabsteinen mit ihren hebräischen Inschriften die Zeugnisse einer längst verflossenen Zeit seien und daß es erst unter der glorreichen Negierung Sr. Majestät den Israeliten vergönnt worden, den Steiermärkischen Boden wieder zu betreten und nach Jahrhunderten wieder die erste israelitische Cultusgemeinde zu bilden. Nachdem Dr. Mühsam auch das hohe Glück pries, nach Jahrhunderten wieder als der erste israelitische Seelsorger in der Steiermark den Ausdruck der Treue und Dankbarkerr der Israeliten Sr. Majestät vermitteln zu dürfen, erwiederte der Kaiser in huldvollster Weise: ,Ich bin von derTreu e unud Loyalitätder Jsraelitenüberzeugtund die Israeliten k ö n n e n a u f m e i n e n S ch u tz r e ch n e n.' Sr. Majestät richtete au jeden einzelnen Herrn der Deputation einige Fragen, und der Rabbiner Dr. Mühsam, der anläßlich der Landesfeier zu allen Festlichkeiten geladen war, erfreute sich der besonderen Auszeichnung, daß er zur Allerhöchsten Hoftafel zugezogen wurde. Wien. Fräulein Charlotte Notier, Tochter des Cantor D. L- -Notier in Wien und Schülerin des Herrn Professor Lauser, erhielt ein sehr vörtheilhastes und ehrenvolles Engagement am Opernthcater zu Breslau. Zuaim. (Orig. Corresp.) Bei der am 8. d. M. stattgehabteir Generalversammlung wurde ׳ die hier erledigte Cantörs- und- Neligiorisl ehrerstelle dem gegenwärtig in Beneschau in Böhmen fun« girenden Cantor Herrn Bürgerschullehrer Ignaz Holzer einstimmig, verliehen. (Herrn.Holzer untere herzlichste Gratulation. Die Red.) SteTenverändenmg. College Linhardt bisher in Kaposvar wurde in Basel, nachdem er daselbst 2 Samstage vorgebetet und großen Beifall gefunden hatte, mit einem höheren Gehalte als in dem Concurse ausgeschrieben war, als Obercantor engagirt. Als ein der Gemeinde zur Ehre gereichender Umstand ist besonders zu erwähnen, daß dieselbe Herrn Linhardt im Vorhinein Neisespesen in der Höhe von 400'Francs sandte. (Wir gratuliren unserem Collegen Linhardt herzlichst zu' seiner neuen Stellung׳ Die Nedaction.) II. Ausweis. In Folge des in Nr. 22 der österr.-nngar. Cantoren- Zeitung erlassenen Aufrufes, sind zur Unterstützung der Familie des verstorbenen Collegen D. Freisinger in Wottitz bis zum heutigen Tage weiters folgende Spenden eingelaufen: College Popper, Eger . ...- . fl. 1.— ״ für Herren Lederer .... 50.— ״...■׳ ״ D. Engl, Klausenburg.50.— ״ ,, L- Blum, Schl an . . . ..... . . . . . 50.— ״ ״ D. L. Notter, Wien.. ״ i.— ״ I. Weiß, Tobitfchau . . . . . . . . . . . 50.— ״ ״ L. Friedländer, Szillas-Bolhas ....... tr —.50 ״ S. Jellinek, Mistelbach . ..50.— ״ ״ Josef Klein, Budweis . . ... '. . —.3 ״ ״ I. Körner, Smichow.—.1 ״ ״ L. Auspitz, Home ... 1.— ״ L. Stern, Fünfhaus.1 ״.— ,, S. Singer, Wien . . .. . . 1 ״.— Ungenannter . ...,...—.5 ״ ״ S. Hirsch, Favoriten, Wien.״ l.— ״ Nähnadl, Libochowitz —.1 ״ ״ M. Petersilka, Wien.. . . . 50.— ״ ״ Baß, Marienbad ..1 ״.— ,, aus Melnik . ..—.2 ״ ״ Grünberger, Prerau. —.1 ״ ״ Herz, Prerau : ... ■ 1 ״♦— Summa fl. 24.50 Hierzu vom I. Ausweis fl. 36.80 Summa ft. 61.30 Weitere Spenden bitten wir gefälligst an den Vereinscassier Herrn Cantor A. Fischer, Wien, I., Seitenflättengasse Nr. 4 einzusenden. ״Dcr Vorstand des üsterr.-ungar. Cantorenvereines." Korrespondenz der Nedaction., Srr. ln Pr. Wollen Sie gef. beim bewußten Verein für unsere Sache einstehen. Besten Gruß. Collegen Kin Sz., Fr. in P., N. in Prest., E. in Kl., L. in M.^ D. in Bre., St. Zl., B. in Sch., B. in T-, W. in Pr., L. in Br., E. in S., Gr. in I., Fr. in Sz.-B., Schl, in H., Schr. in P., Ein Pr., B. in Kr., Gr. in Sch., B. in A. Sin T. Ihr aufgegebenes Inserat kostet 60 kr. W. in U.- B. Ihr aufgegebenes Inserat kostet 60 kr. Fr. in P. Psalm ist nicht zwecksprechend für Musikbeilage, sonst hatten wir nichts einznwcnden. Besten Gruß. L. in Br. In B. ist College Linhardt aus Kaposvar acceptirt, in Gl. unbekannt. Ihr eing. Abonnement für 2. Quartal haben wir erhalten. Gruß. B. in A. Vorläufig ist uns ein deutsches Gebet für jüdische Gottes- Häuser unbekannt, in der nächsten Nummer werden wir ein hebräisches veröffentlichen.