Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 24 (14.7.1883)
- Date
- 1883-07-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Präliimirratillkis-PreiL für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 -\J־\J- Für das Ausland: Ganzjährig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 v; inet. Instellang in's Hans. J Organ die GrZMmt-IlltrreZSkll jüdischer (klmtllrm. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: ObercanLor Icrkoö Wcrirerr. Administration Leopoldßadt, Circusgasse Nr. 20. Manuscripte werden nicht retournirt. Inscrate werden billigst berechnet. ״ Nr. 24. Wie«) 14. Juli 1883. 3. Jahrgang. Vereinsnachrichten. Sitzungsbericht vom 11. Juli 1882. Tagesordnung: Ablegung des Rechenschaftsberichtes über das abgelaufene erste Vereinsjahr, d. i. vom 1. Juli 1882 bis 1. Juli 1883. Anwesend: I. Bauer, A. Fischer, S. Hirsch, M. Petersilka, I. Schiller, I. Singer, S. Singer und L. Stern. Vorsitzender: Präses I. Singer. Derselbe eröffnete Sitzung mit folgender Ansprache: ״Geehrte Collegen! Bevor wir zur Kenntnisnahme des Rechenschaftsberichtes übergehen, sei es mir gestattet, all' den hochherzigen Wohlthätern und Gönnern, die Gaben und Spenden unserem Werke angedeihen ließen, den wärmsten Dank im Namen des Vorstandes und im Namen aller Mitglieder unseres Vereines auszudrücken und zugleich die Hoffnung auszusprechen, daß die Sympathieen, deren sich unser Verein in diesen Kreisen bisher erfreute, auch weiterhin nicht schwinden und zu wirksamer Unterstütznng anregen werden. Und Ihnen geehrte Collegen, danke ich für den Eifer mit welchem Sie, unverdrossen durch die Ueberbirrdnng, die Ihnen durch die Ausübung Ihres Amtes erwächst, an den Sitzungen des Vorstandes theilnahmen und so die Thätigkeit des Präsidiums unterstützten. Wir haben ein Werk gegründet, das mit Gottes Hilfe zum Wohle unseres Standes blühen und gedeihen wird, wir haben eine sichere Basis für den weiteren Ausbau desselben geschaffen und noch spätere Geschlechter werden sich an demselben erfreuen können. Doch eines darf ich nicht unerwähnt lassen. Es wurden noch andere Vereine zu einem ähnlichen Zwecke gegründet. Wir haben diese Bestrebungen niemals zu vereiteln gesucht, wir haben ihre Kreise niemals gestört und unbeirrt um alles Andere unseren Boden ehrlich und redlich bebaut. Ist man aber uns gegenüber ebenso gewissenast verfahren, hat man uns dieselbe Ehrlichkeit entgegengebracht? Leider muß ich dies verneinen. In einer ״Aufklärung zu den Statuten*, welche der Präses des Ungar. Cultusbeamtenvereines an die Mitglieder desselben versandte, beißt es unter Anderem: Als eine wahre Errungenschaft ist die Sanction des §. 3 Alinea a zu bezeichnen, wo dis ״Hebung der Beamten* zu der moralischen Wirksamkeit des Vereines gezählt wird. Das ist bis h eut e n o ch ke ine m der analogen Vereine zuerkannt worden. (Hört! Hört!) Der citirte Paragraph in dem Statute des ungarischen Cultusbeamtenvereines lautet: Die moralische Unterstützung besteht: In Hebung der beruflichen Würde und Stellung, indem der Verein als Corporation bestrebt sein wird, die Interessen der Cultusbeamten nach jeder Richtung hin zu fördern und ihre Rechte zu schützen. Wir können keine schlagendere Widerlegung jener Bebauptung, daß dies noch keinem analogen Vereine zuerkannt wurde, geben, als wenn wir die betreffenden Paragraphe unseres Vereinsstatutes dem gegenüberstellen: §. 2 der Statuten des österr.-ungar. Cantoren-Vereines lautet: Der Zweck des Vereines soll darin bestehen, die Interessen der Cantoren nach jeder Richtung hin zu wahren, deren Stand zu heben. §. 4. Um den im §. 2 erwähnten Zweck des Vereines zu erreichen, sollen folgende Mittel in Anwendung gebracht werden: ä. A n st r e b u n g st a a t l i ch e r A n e r k e n n u n g de r Stellung jüdischer Cantoren und Gleichberechiigung mit geistlichen Functionär en. In welcher Absicht nun die obige Aenßerung vom Präses des nng. Cultusbeamtenvereines gethan wurde, wollen wir nicht näher commentiren. Wir überlassen dies jedem denkenden Leser selbst ebenso, wie sich darüber ein Urtheil zu bilden, welchem der beiden Vereine von der hohen Regierung mehr zuerkannt wurde. ,Meine Herren! Wir wollen keinen Kampf keine Fehde, ruhig und unbekümmert wollen wir unsere geraden Wege weiter gehen; aber gegen Angriffe müssen wir uns schützen. Wenn andere Vereine in unsere Saat eine Drachensaat säen, wenn