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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-07-06 · Heft 23 (6.7.1883) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 23 (6.7.1883)
Date
1883-07-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichischungarische (PräniimeMilllns-Preis für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50* Vierteljährig . fl. 1.75 iurl. IllstrUung ia'i Ha»5. j י ■ Organ die Gerammt-Interim jüdislher Gautarm. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Jakob Mauev. f ^Rctlnctlan und Administration Lcopoldfladt, Circusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Nr. 23. Wien^ 6. Juli 1883. 3. Jahrgang. Abonnementseinladung. Mit 1. Juli 1883 begann das III. Quartal dieses Jahrganges und eröffne« wir demnach auch ein neues Abonnement aus. die ״Oesterr.-unstar. Cantoren-Zeitung". Der Abonnementspreis beträgt: Kür Wien, Kmgeötmg und Wrovinz: Ganzjährig . . . fl. 6.— Halbjährig .-׳ ׳.׳. fl. 3 — Vierteljährig . . . fl. 150׳ Kür das Ausland: Ganzjährig . . . fl. 7•— Halbjährig . . . fl. 3 50 -Vierteljährig. . ^..1 •75. inet. Zustellung in's Haus. Monatlich eine Musik-Beilage gratis. Um unliebsamen Störungen in der Expedition des Blattes vorzubeugen, werden die geehrten Herren Abonnenten höflichst /ersucht, die Pränumeration für das III. Quartal baldigst erfolgen zu lassen und die Rückstände ehestens eknzusenden. Die Administration. Sprechen und Singen von Professor Ir. Karl Sloerck. (Schluß.) Der normale Kehlkopf. Die wahren Stimmbänder haben unter dem Winkel des Schildknorpels einen gemeinschaftlichen Ansatzpunkt und stellen eine gespaltene, derbe, sehnig glänzende, weiße Membran dar, die sich nach hinten zu den Gießbeckenknorpeln fortsetzt. Die Gießbeckenknorpel, mit denen die Stimmbänder am Stimmfortsatz verwachsen sind, schleifen durch ihre eigenen Bewsgun gen die Stimmbänder gegen die Medianlinie oder gegen die Wand des Kehlkopfes. Gesunde, normale Stimmbänder müssen so breit sein, daß sie die obere Apertur des Kehlkopfes nahezu verschließen. Dadurch ist es möglich, daß die herausströmende Luft im Moment abgesperrt werde, wodurch eine gewisse Explosion erzeugt wird. Diese Explosion, wenn sie genügend gespannte Membranen trifft, erzeugt Töne. Die Art und Weise, wie die Töne ausfallen. hängt von verschiedenen Einwirkungen ab; von dem Drucke, unter dem die Luft entweicht, von den sie umgebenden Medien, durch welche eben die Lust streichen muß. Der Ton ist eigentlich nichks arideres, als die in zitternde Bewegung gerathene, gepreßte Luft, was mit verschiedenen Nuancen erfolgen kann. Auf diese Nuancen des Entweichens der Lust haben ganz speciell die wahren Stimmbänder den wichtigsten Einfluß. Je mehr sich die wahren Stimmbänder bei sonst gleichbleibendem Luftdrücke verdünnen, desto höher ist der Ton, und umgekehrt, je dicker die Stimmbänder bei der Schwingung sind, desto tiefer der Ton. ‘ ~ V e r s chi e de ne A r t e n d er an u s i ka lis ch e n Tonerzeugung. Es stehen mithin den Stimmbändern zur Veränderung der Tonhöhe verschiedene Mittel zur Verfügung. Das erste ist, wenn sich das Stimmband verlängert. Es entspricht dem dann immer unter gleich gedachten Luftdrücke ein tiefer Ton. Dieselbe Länge des Stimmbandes bei erhöhtem Lustdrucke ergibt einen stärkeren Ton. Die Verkürzung eines Stimmbandes entspricht der Verkürzung einer Saite, gibt mithin höhere Töne, mehr Schwingungen. Die Verkürzung kann aber anr mehrfache Weise erfolgen, entweder dadurch, daß sich die Gkeßbeckenknorpel aneinander legen und nicht Mitschwingen oder dadurch, daß das Stimmband von der Seite her seiner Breite beraubt wird durch Niederdrücken der falschen Stimmbänder. Hiezu ist noch zu rechnen, ob die Stimmbänder schmal oder breit, ob sie der ganzen Länge nach schwingen, und schließlich ob der Luftdruck verändert ist; denn alle diese Combination von Verlängerung, Verkürzung, Verbreiterung, Verschmälerung, Verdickung und Verdünnung des Stimmbandes sind nur dann richtig zu deuten, wenn man den jeweiligen Luftdruck, welcher bei Erzeugung des Tones mitwirkt, berücksichtigt'. Nur dadurch sind die controversen Anschauungen verschiedener Autoren über die Entstehung desselben Tones zu erklären. Ein und dasselbe Individuum erzeugt oft in ganz verschievener Weise den nämlichen Ton. Es hängt dies ab von seiner größeren oder geringeren Muskelleistung, der größeren oder geringeren Ermüdung. Wir sehen ja sehr oft gerade beim Falfetton, daß die Stimmbänder durch ungeübte Sänger anders gespannt werden als durch geübte. Von diesen verschiedenen Möglichkeiten zur Erzeugung des Falsettones rühren die verschiedenen

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