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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-06-04 · Heft 19 (4.6.1883) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 19 (4.6.1883)
Date
1883-06-04
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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-7 -geheimnißvolles Etwas, das wir Gefühl, die reine Natur, die -ewig leidende Wahrheit nennen. Die leidende Wahrheit? — -Gewiß! Ist alles Kampf, was da sich regt und bewegt, ist jede «-Existenz eine Frage, so ist der Gedanke, als ideale Existenz, eine Zeitsrage, die Idee, als Wahrheit, ein Gedankensystem, das Wissen dine ideale Welt, eine Macht, die ewig mit den zahllosen Gegen- -fätzen, den grimmigen Feinden des Fortschrittes, der Aufklärung, /der Intelligenz, der Cultur überhaupt, im Kampfe steht. Der Gedanke ist eine Kraft, die zerstört oder ausbaut, sie zerstört,?wenn sie die Wahrheit niederbält, sie baut auf, wenn sie frei aus dem Schoße der Gegensätze hervorgeht, ein Gedankensystem sammelt. Jeder Gedanke wirkt und kann als erziehendes Moment verwerthet werden. Er erzieht schlecht, wenn er die Gegensätze -xultivirt, er. erzieht wahrhaft, wenn er den himmlischen Funken in -der menschlichen Brnst, das reine Gefühl, die Wahrheit des ׳Lebens, - die Individualität, den großen Genius, der von der persönlichen Freiheit getragen wird, die Einheit deS Wesens, das .sich im Streben nach einem bestimmten erhabenen Ziele sammelt, verdichtet, zu einer Macht, zu einer selbstständigen Welt gestaltet. -Haben wir einen solchen Gedanken, diese bestimmte ideale Größe, die zu jedem Herzen spricht und erhaben über alle Gegensätze «steht, die mit ihrer unverwüstlichen Kraft immer neu aus dem Zeiteustrudel sich emporringt und mächtig nach allen Richtungen hin die Flühen theilt, verdrängt, die sie verdecken wellen? — Die biblische Idee ist dieser großartige Gedanke, der keine Confession, der keine Völker. keine Nacen, sondern nur Menschen- .Herzen kennt. Seit tausenden Jahren steht er an der Pforte des ,geistigen Lebens und rusi: ׳,Mein ist der Tag!' Wieder haben Schwärmer uns den Horizont getrübt, wieder hat der Fanatismus wütheud die Fackel der Zwietracht in die Hütten ruhiger -Bürger geschleudert und Menschenherzen von einander losgerissen, 'darum begrüßen wir heute mit aufrichtiger Herzensfreude, das versöhnende biblische Wort, wie esWaldeck unserer Jugend .der Mittelschulen (der höheren Bürger- und Töchterschulen) reicht, .als die schönste und herrlichste Gabe einer edlen Seele, einer idealen Natur, im wahren Sinne des Wortes. Das ist die Schöpfung, die wir lange erwartet haben. Der Verfasser hat, -wie der 1. Theil, der uns vorliegt, zeigt, eine höchst schwierige .Aufgabe sich gestellt, die er nun auch löst. Das 1. Heft enthält die Uebersetzunz des 1. Buches Moses. Das Material ist sorg׳ fällig gereinigt und gegliedert. Jeder Abschnitt ist ein organischer .Theil des Ganzen und bildet für sich ein Ganzes, ein Bild, das theils durch schöne poetische Bilder, theils durch Legenden aus .Midrasch- und Talmudstellen, theils durch wahrhaft herrliche Psalmen- und Prophetenstellen ausgeschmückt ist. — Die Moral, die der Urtext enthält, tritt dadurch klar hervor. Wir haben hier ein Werkchen vor uns, das alle Lehrer freudig begrüßen werden, ein Werkchen von dem wir erwarten, daß die Jugend mit Leib /und Seele es aufnehmen wird. Wir wollen weiter kein Wort darüber verlieren, da sowohl die Herren Lehrer als auch die ׳Gemeinden sofort die hohe Bedeutung dieser schwierigen Arbeit von selbst erfassen und um den Autor, der als bekannter, pädagogischer Schriftsteller und Dichter sich. dieser Arbeit mit Leib .und Seele, mit der ganzen Wärme seiner inneren^Begeisterung chingegeben, sich schaaren werden. Rabbiner Dr. L. Ungär. ־v;• Dpuckfehler:Berichtigung. 2n der letzten Musikbeilage von Professor S. S u l z e r -sind folgende Druckfehler zu berichtigen: A don 010m 10. Tact: Im Sopran ist zu lesen: d, e 74׳ Note), h, h. (78 Noten). — Im Tenor e (72 Note), d, d <78 Noten). 21. Tact fehlt der Text im Tenor, auf die 7s Note ,e* kommt die Silbe ״loch*, auf die folgenden 5 gebundenen 78 Noten im Tenor und Baß kommt die Silbe ,jirn'. Im L-dur-Satzs 14. Tact, Baß, muß es heißen gi3 (72 Note), g, g (78 Noten). Im 16. und 17. Tact bleiben im Baß die 2 Noten dis und 11 weg. Im folgenden 6-dur-Satze, 6. Tact im Tenor ist zu lesen: gis (72 Note), a, a (78 Noten), 13. Tact im Baß gis (72 Note), dann gis (74 Note) eine Octave tiefer. 14. Tact muß es heißen im Alt. e (72 Note), e, e (78 Noten). Im Tenor a (72 Note), gis, gis (78 Noten). Im Baß a (72 Note), h, h (78 Noten). 15. Tact im Alt 6 (72 Note) im Tenor gis, a (74 Noten). In beiden Schlnßacten ist ritsunto assai vorzuzeichnen. Gründungs- und Vereinsbeiträge. G. Löwentbal, Wölkersdorf, vlertelj. Beitrag; S. Neumann, St. Pöltenhalb;. Beitrag; M. Stangl, ZlabingS, halbj. Beitrag; I. Steiner, Groß-Meseritsch, ganz;. Beitrag; 3t. Richnofsky. toobicsfau, dreiviertelj. Beitrag; A. Lederer, Kaunowa, Viertels. Beitrag; I. Löwinger, Kestelu, Grund- Beitrag und viertelj. Beitrag pro Juli—«September 1883; Wodak, Göding, viertelj. Beitrag; A. Schirmann, Lemberg; L. Nußbaum, Holleschau, halb). Beitrag bis December 1883} W. Löwensohn, Eibenschütz. dreiviertelj. Beitrag; Rosenfeld, Ungereigen, halb;. Beitrag; L. Stern, Fünfhaus, halb;. Beitrag; 9)1. Thaler, Oedenbnrz, ganz;. Beitrag; M. Reiser. Neuern, viertelj. Beitrag bis Juli 1883 und dreiviertelj. Beitrag bis I. April 1881; I- Blum, Troppau, halb; Beitrag; M. Reiß, Znaim, dreiviertelj. Beitrag; I. Bauer, Wien, halbj. Beitrag; Kolm, Aipern, dreiviertelj. Beitrag; M. Papo, Wien, dreiviertel;. Beitrag; S. Goldstein, U.-Düra. halb;. Beitrag; I. Bader, Pardubitz, halbj. Beitrag; I. Körner, Smichow, halbj. Beitrag; D. Kohn, Rakonitz, halb;. Beitrag; H. Bermann, B. Leipa, viertelj. Beitrag; Z. Holzer, Beneschau, viertel;. Beitrag; M. Petersilka, Währing, halb;. Beitrag. * * Spenden für den öjterr.-uirgar. Cantorenverein. N6d. Do. Sagel in Schaffa.st. 5.— Durch Herrn Canior Nähnadl in Llbochowitz Spende im dortigen Tempel.. ♦ - . st-—.36 Summa st. ö.36 A. Fischer, Vereinscassier. Danksagnng. Für die vielen anerkennenden Zuschriften, welche ich beim Abschlüsse meiner Novelle ,«Samuel, der blinde Geiger', aus dem Kreise der Leser unseres Blattes erhielt, statte ich hiermit den herzlichsten Dank ab. Alois K u l k a. Aviso. An jene Herren Abonnenten, welche mit ihrem Abonnementsbetrage bereits für mehrere Quartale im Rückstände sind, richten wir die dringende Aufforderung, dieselben umgehend zu begleichen und hoffen, daß es keiner weiteren Schritte zur Grlangung unserer Forderungen bedürfen wird. Die Administration. Correspondenz der Nedaetion. H. in L. St. M. Laut Verbuchung sind Sie noch mit einem halbj. Beitrage im Rückstände. Fr. in Sz. B. Sie sind ein Vierteljahr im Rückstände, da 1 fl. als Gründungsbeitrag angerechnet wurde. D. Ei n K l. Ist bereits geordnet. B. in K. Dankend bestätigen den Erhalt des Einzesandten, in den nächsten Tagen erfolgt ausfnhrl. Antwort. Gruß. H. in B. Vorläustz nichts vorhanden. Gruß. P. in W.; Kin N- Sbestätigen die eingesandten Beträge. Gruß. K. in G- Von der Veröffentlichung des Eingesandten müffen wir absehen. Zur Abhilfe solcher Nebel wurden ja Vereine gegründet, wollen sie sich also an die betreffende Vereinsleitung wenden. Besten Gruß. I. i n C- Der eingesandte Bericht über die in Budapest abgehaltene Generalversammlung des ung. Cultusbeamtenvereines ist für diese Nummer bereits zu spät einzetroffen. Gruß.

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