Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-04-19 · Heft 14 (19.4.1883) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 14 (19.4.1883)
Date
1883-04-19
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/1304829-3452915-3452929--0553-3454602
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

des Schicksals Finger schrieb ״Röschen!" — Verglimmen sehe j ich die Letztlinge meiner Geistesfrüchte, sie lassen nur die laue, graue Asche zurück; o — möchte — auch mein Lebensfunke bald׳ so verglimmen, meine gemarterte Seele auffliegen in das Reich der ewigen Sphärenharmonien und — ließe die Asche — eines — morschen Körpers zurück!" — Mein Vater! — mein geliebter Vater! — meine — theiiere — Mutter! — ich — komme — zu — Dir! — Und noch einen unarticulirten aus keiner menschlichen Brust zu kommen scheinenden Schrei ausstoßend — stürzte der unglückliche Jüngling erschöpft und todtenbleich auf den Boden hin. IV. Wenn Alles auf einen Punkt zusammenstürmt und Muth und Kraft des Menschen schon ganz darniederliegt, dann bildet sich um Herz und Geist eine dichte Kruste felsenharter Apathie und eine stoische Gleichgiltigkeit gegen alle Pein und Qual, läßt nur noch den einen Wunsch im Busen rege werden von den Fesseln des dumpfen irdischen Vegetirens durch eine Auflösung bald, recht bald befreit zu werden. — Nicht anders erging es auch Samuel, bei dem das Maß seines Jammers noch nicht voll sein sollte. Das Geschick Samuels war gleichsam nicht zufrieden, sein Unglück nur halb vollendet zu haben, sondern schien ihn ganz in den Grund bohren zu wollen. Als Samuel aus seiner Ohnmacht erwacht war und sich mühselig zur Lagerstätte geschleppt hatte, brachte ihm der hereintretende Postbote einen Brief. Wie sehr und wie lange er sich nach einem Schreiben aus seiner Heimat auch gesehnt hatte, eben so gleichgiltig ergriff er jetzt den Brief, erbrach das unglückweissagende schwarze Siegel und entfaltete das Papier. Lange starrte er regungslos die ihm fremden Schriftzüge des Notars seiner Vaterstadt an, mehrmals wischte er sich die matten Augen aus, vor denen es flimmerte und grauer ward; da las er die Schreckensnachricht, daß sein Vater vor einigen Wochen schon gestorben und da man erst später zufällig in seinem Gebetbuche die Adresse Samuels verzeichnet fand, so konnte man ihm erst heute den traurigen Fall berichten, und ihn zugleich auffor- - dern, die kleine Nachlassenschaft an Barschaft, Wäsche, Möbel u. a., die bei dem Vorstande der Jsraelitengemeinde einstweilen deponirt war. durch einen Bevollmächtigten oder persönlich in Empfang zu nehmen. Fürchterlich pochte es in Samuels Brust, während ein eiskalter Schauer seinen ganzen Körper überlief. Das Papier entsank seiner Hand, besinnungslos heftete er die' Augen, welchen es immer dunkler zu werden' schien, auf den Boden, gewaltsam drängten sich ein paar Thränen — seine letzten — hervor, und mit ihnen, ach! entfloß auch — das Augenlicht! — (Fortsetzung folgt.)__ Berichtigung der dritten Musikbeilage ״Jigdal von W. Neubauer׳." Seite II, vierte Partiturzeile, Tact 4 im Alt: Die -zwei letzten Viertelnoten sind als Achtel zu betrachten und die im 5. Tacke als erster Tacttheit sich befindliche Viertelnote mit Punkt (b) ist als letztes Viertel in den 4. Tact zurückzuziehen. — In derselben Partiturzeile 5. Tact im Baß: Die Triole unrichtig. Sollen gleiche sechs Achtel sein. Seite HI, zweite Partiturzeile, 7. Tact im Tenor: Die gebundenen Achteln sollen a—b und nicht a—h sein. — 4. Partiturzeile: In den Tacken 2, 3 und 4, haben alle Stimmen xianissimo, mit Ausnahme des Tenors, welcher hier als 6antu8 ürmu8 etwas hervortreten muß, daher derselbe etwas stärker d. h. piano sein soll. Gründungs- und Vereinsbeitrage. I. Weiß, Tobitschau, '/2jähr. Beitr.; M. Wodak, Göding, V4jähr. Beitr. (noch 1 fl. Rest); Emil Fränkel, Strakonitz, ganzj. Beitr.; Falk Her stein, Pinczehely, '/2jähr. Beitr.; Weis, Simontorny, ^jähr. Beitr.;Schwarzb a r t, Pullitz. ^/,jähr. Beitr.; W. L ö w e n s o h n, Eibenschütz, Gründungs- und ^jähr. Beitrag*). *) In voriger Nummer wurde irrthümlicherweise der vom Collegen 33. Löwensohn in Eibenschütz eingesandte Bereinsbeitrag für Collegen Löwensohn in Brüx ausgewiesen. A y i s!« o! Die nächste Nummer der ״Cantoren-Zeitung" erscheint der Feiertage halber Donnerstag den 3. Mai nnd wird eine Musikbeilage von unserem allverehrten Altmeister Professor S. Sulz er enthalten. Die Redaction. Korrespondenz. College Sch. in E, W. in S.. E. in P., B. in A., L. in P., F. in St., S. in I. B., W. in U. B, E. in S., G. in I׳., Scb. in P. Dankend bestätigen wir die eingesandlen Beiräge. Colleg. Gruß. G. in F. Wegen Ueberfüllung, erscheint nächste Nummer. H. in B. Gründungsbeitrag fl. 1., jährl. Beitrag fl. 4. L. in I. Wird höchstwahrscheinlich beim Alten in M. bleiben. R. in T. Bedauere sehr Ihren Wunsch bezüglich der Einsendung von Nr. 13 nicht erfüllen zu können, da diese Nummer ganz vergriffen ׳ ist £ Colleg. Gruß. U. in W. Abonnement beglichen bis 1 Juli, bezüglich des Vereines ersuchen wir, sich an Cassier Herrn Cantor Fischer zu wenden. K. in K. Ihrem neuerdings gegebenen Versprecheit sehen wir baldigst mit Vergnügen entgegen. Besten Gruß. G. in Sch. Bedaueren Eingesandtes nicht verwenden zu können, da der Druck des hebräischen Textes mit technischen Schwierigkeiten verbunden ist. Gruß. B. in Pr. Für Abonnement '1 Quartale bis Ende Juni, für Verein ist bis 1. Juli ganz!, fl. 4 einzuzahlen. Besten Gruß. M. in Gr. W. Danken herzlichst für Ihr freundliches Entgegenkommen. Gruß. K. in P. Wollen Sie nur die Inserate einsenden, wir werden alles billigst berechnen. Ihr Rabatt steht aufrecht. F. in Mal. Ihr eingesandtes Abonnement für's 1. Quartal gutgeschrieben bis 1. April l. I. ' B. i n K. Bestätigen dankend den Empfang des Abonnementsbetrages für das zweite Quartal 1883. L. in 1. Wir ersuchen Sie, das Blatt, falls Sie es nicht zur rechten Zeit erhalten, sofort portofrei zu reclamiren. An der Expedition kann dir Schuld nicht liegen, da wir sämmtliche Blätter einen Tag vor dem Erscheinungstermine.absenden. Allen unseren geehrten Herren Abonnenten wünschen wir 2"' שמהח• Die Redacrion.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.