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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-04-19 · Heft 14 (19.4.1883) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 14 (19.4.1883)
Date
1883-04-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sprechen und Singen. Zwei populäre Vorträge von Professor Dt. Carl׳ S.toerk. II. 'י Was nun von der Sprache gilt, gilt selbstverständlich auch von der Kunst des Gesanges; denn Sprache und Gesang sind: Wahrheit und Dichtung, Prosa und Poesie. Da eine Stunde zu kurz ist, um auch der Schönredekunst gebührende Aufmerksamkeit zuzuwenden, so verlange ich nicht Anerkennung, wie sie den griechischen Lehrern der Rhetorik zu Theil wurde. Ich habe nur die Intention, Ihnen zu zeigen, wie man spricht und werde mir erlauben, dies durch Demonstrationen zu erläutern. Wenn wir zu reden beginnen oder einen Laut besonders betonen; überhaupt, wenn wir aus ruhiger Respiration intönende, respective in.anlautende übergehen wollen, so tritt unwillkürlich, momentan ein Verschluß der Stimmritze ein. Dieser momentane Verschluß dauert jedoch. nur solange, bis der aus den Lungen und den Bronchien heraufdringende Luftström die Stimmbänder erschüttert und in denselben den intendirten Ton erzeugt. Dies beiläufig ist der Beginn jeder Rede. Unter normalen Verhältnissen setzen: sich die in der. Kehle begonnenen Muskelaete auf den Schlund, die Zunge, den Gaumen fort, bedingen die entsprechenden Verengerungen, Erweiterungen, mit einem Worte alle jene Bewegungen, die zum Vocalisiren dienen. Die beigegebenen Abbildungen zeigen uns die Stellung des Gesammtsprechapparates bei mehreren Vocalen und Consonanten. Die meisten Vocale und Consonanten erlernen die Kinder durch ihr eminentes Jmitationstalent. Nur einzelne wenige Buchstaben sind es, bei welchen sie Schwierigkeiten haben; und diese Schwierigkeiten können wir beheben durch das Beispiel, indem wir ihnen an unserer Zunge, unserem Mund und unseren Zähnen zeigen, wie, diese gestellt sein müssen, um einen gewissen Laut hervorzubringen. Das Aussprechen des ״sch", ״ß", r", ״l" kommt den Kindern schwer an und sie behelfen sich, um sich verständlich zu machen, indem sie einen andern Consonanten, der manchmal ähnlich, manchmal auch ganz unähnlich klingt, dafür benützen. Im Momente, wo man dies bemerkt, muß man ihnen einzelne Silben so vorsagen, daß sie den schwierigen Laut am Ende der Silbe erst auszusprechen genöthigt sind. Man muß es ihnen mit solchen Silben combiniren, die sie geläufig sprechen. Es genügt oft, ihnen unsere eigene Zunge in ihren Bewegungen zu zeigen, um a vista schon die Nachbildung des gewünschten Lautes zu erzielen. Da das Sprechen nur aus der Summe der Vocale und Consonanten besteht, so kann der richtigen Aussprache nie genug Aufmerksamkeit gewidmet werden. Hofrath Brücke hat in seiner classischen Arbeit ״Grundzüge der Physiologie und Systematik der Sprachlaute" die Regeln der Aussprache genau dargestellt und durch die Publicirung desselben in der Zeitschrift für österreichische Gymnasien im Jahre 1856 diesen wichtigen Erziehüngsbehelf wesentlich gefördert. (Forschung folgt.) ’ : V ,.׳;■״Der פדר.■ Von Cantor Allenberg, Sträßnitz. ׳. College E. Fränkel in Strakonitz hat in seinem letzten Artikel die verschiedenen Ansichten der Collegen über den Inhalt unseres Vereinsblattes in sehr richtiger Weise erörtert. Er ermuntert die bewährten Cantoren, im Namen seiner Fachbrüder, mit ihren Geistesvollkommenheiten, dem Stande als Leuchtthurm voranzugehen מו ־שרים ואחד נוגניםsTp׳ er bittet sie nachdrücklichst. zur Erreichung einer durchgreifenden musikalischen Ausbildung eifrige Anregung zu geben. להזהיר הגדולים על הקטנים, er will der Andacht d» nationale Begeisterung, dem Tempel die weihevolle Stimmung zusichern, kurz er erstrebt, den alten Musikcultus der wahren Gottseligkeit herbeizuführen, ganz im Sinne des.jaar08 dwoseli der da behauptet: Nur Herrnlob mit Musikbegleitung erlangt die השראת שכיבה*) Herr Fränkel fordert aber auch die Theologen auf, dem Stande das-zu geben, was das Conservatorium nicht bietet, sie mögen nämlich, jenen gut nützlichen Theil von Fachthora uns nicht vorenthalten |אם ל£;ךך תורה הרבה אל תחזיק טובה לעצמך. Die Realisirung dieser Idee, nämlich eine ausschließliche Musikthora-Zeitung wäre ein wahres Standes- und Volkesglück זמירות היו לי הקיך sagt College Fränkel. Ein solche Fachzeitung würde gleichzeitig den Proceß, zwischen wirklichen und scheinbaren Cantor läutern, denn der-' jenige, welcher unserem Verbände den' Rücken wendet, trotzdem ihm das Standeswohl, die Verherrlichung des Gottesdienstes als heiligste Pflicht erscheinen soll, ist kein wirklicher Cantor. Ein solcher ist zum כי^יר verurtheilt und wird gewiß auch später die Bedeutung des alten nationalen Schlagwortes «ef fühlen. האבות אכלו.בוסר שני בנים תקהיגה. Der heilige Gesang unterliegt einer steten Erneuerung, weshalb er auch ישירה das heißt ל״ב genannt wird מה 1 •״ הנקבות מתעברות יולדות וחוזרות ויולדות• »■ (jalkut). So wie die Quelle immer frisches Wasser hervorsprudelt, soll auch auf diesem Gebiete kein Stillstand eintreten ושרי כחוללים כל מיעני כך♦ und doch trifft man noch immer solche verworrene Gottesdienste, daß man staunend fragen muß מה העבודה הזאת לכם. Ein Blick auf die Pesach-Zeremonie und der ordnungsmäßige Gottesdienst tritt zur Schau. Darum heißt sie auch seder ״die Ordnung". Als Hauptaufgabe dieser Fachzeitung bleibt aber ein für allemal die Regelung des ordnungsmäßigen Gottesdienstes. Sie soll auf ihre Vorderseite schreiben השיר הזה יהיה לכם כליל התקדש חג. *f» ״״fet פדר. Offener Meinungsaustausch.**) sftotto: ך1״רים טובים ימצאו מקשיבים. Die religiösfachliche Anregung des Herrn Isaak Künstlinger in Nummer 10 dieser geschätzten Wochenschrift, daß *) Siehe dort Band 2, Seite 69, ע״ב Spalte 2 מרים nplYl. **) In dieser Nummer schließen wir die Debatte über die von unserem Collegen Künstlinger gestellte 866110 timro-Aufgabe, da die weiteren zahlreich■- eingelangten Lösungen mit den bereits veröffentlichten identisch sind. Die Zuerkennung der Richtigkeit überlaffen wir dem Fragesteller. sollte dieselbe aber von dieser Seite, unterbleiben, . so werden wir in nächster Nummer die diesbnzügliche Entscheidung einer maßgebenden ' Autorität veröffrntlichen. ( " . " Die Redactron.

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