Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 13 (11.4.1883)
- Date
- 1883-04-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Oesterreichisch-ungarische fk \ד Prüllumeratilllls-Prels für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.5V Für das Ausland: Ganzjährig. . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 iorl. Justellnng io'» Ha»,, jj V Organ kör die Gesummt-ÄMMU jüdischer Galltureo. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrkob Marrev. r ^|ctlaeiton und Administration Leopol-sta-t, Circusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. tlr. 13, Wien, 11. Äpril 1883. 3. Jahrgang. Wien, am 11. Äpril 1883. Vereine und Gesellschaften sind in den modernen Culturstauten zu einer socialen Macht von weittragender Bedeutung geworden. Auf die Gewohnheit der Menschen, gewisse Ziele mit vereinten Kräften anzustreben, stützt sich nicht allem das gesellige Leben in Stadt und Land,, auch Handel und Gewerbe/ Kunst und Wissenschaft, Politik und Religion finden darin eine mächtige Stütze und die bedeutendsten-Errungenschäften sind schon^dacaus hervorgegangen, ja viele' derselben waren überhaupt nur auf diesem Wege möglich. Auch wir Cantoren hatten Vieles zu erringen, Vieles zu erstreben und darum haben wir einen Verein gegründet, um auf diesem Boden in gemeinsamer Thätigkeit, das was uns Noth thut, zu schaffen. Klein und schüchtern waren die Anfänge, doch groß sind die Hoffnungen, die wir schon heute in den Verein zu setzen berechtigt sind. Dank der Energie und Willenskraft unseres Vereins- Vorstandes, der jederzeit das erhabene Ziel im Auge behaltend, mit rastlosem Eifer für das Wohl des Vereines zu wirken bestrebt ist. Abermals stehen wir vor einem großen Erfolge und wieder ist es ein Fürst in Israel, der sich in der großmüthigsten und hochherzigsten Weise als Förderer unserer Bestrebungen bewiesen hat. Freitag den 6. April wurde das Comita, bestehend aus dem Vereinspräses JosefSinger, Präses-Stellvertreter Jacob Bauer und Cassier Adolf Fischer von dem hochwohlgeborenen Herrn Baron Albert Rothschild persönlich empfangen. Nachdem der Präses, als Führer und Sprecher der Deputation, die Motive, welche die Cantoren zur Gründung eines Vereines bewogen, den Zweck desselben und' die Bitte um Unterstützung dieses gemeinnützigen Jnsti- ‘ tutes vorgetragen hatte, ließ sich Herr Baron Albert Rothschild die Vereinsstatuten geben und unterzog dieselben einer eingehenden Durchsicht. Hierauf zeichnete er in das Spendenbuch Folgendes ein: ״Dem österreichisch-ungarischen Cantorenvereine ge- ״widmet eine Spende von Eintausend fünfhundert ״Gulden österr. Wahr, baar." Wien, am 6. April 1883. Baron Albert Rothschild. Das Comite stattete dem edlen Wohlthäter den innigsten Dank im Namen der Cantoren Oesterreich-Ungarns ab und würd'e^hrerauf von demselben "'in sehr wohlwöllender und leutseliger Weise entlassen. Doch noch einen weiteren Erfolg, dessen Größe nicht hoch genug zu schätzen ist, haben wir heute zu verzeichnen. Ein hochgeachteter Glaubensgenosse, einer der ersten Männer der Wissenschaft, auf den das gesummte Judenthum mit Stolz blicken kann, der berühmte Lehrer für Hals- und Kehlkopfkrankheiten an der Wr. Universität, Herr Prof. Dr. Stoerk, hat sich durch folgende, auf Ansuchen des Vereinspräses in das Spendenbuch eingezeichnete Erklärung die Mitglieder unseres Vereines zu großem Danke verpflichtet: ״Der Gefertigte ist gerne bereit, die Interessen des Cantorenvereines dadurch zn fördern, daß er für immer sich bereit erklärt, all' seinen Mitgliedern seine ärztliche Hülfe unentgeltlich zu bieten". Wien, am 0. April 1883. Professor Stoerk. Gleichzeitig hat derselbe zwei höchst interessante und lehrreiche Vorträge über ״Sprechen und Singen" unserem Blatte zur Verfügung gestellt. Von diesem großmüthigen Anerbieten machen wir dankend Gebrauch, indem wir die beiden Vorträge an anderer Stelle unseres Blattes wiedergeben. Angesichts solcher Errungenschaften können wir uns der angenehmen Hoffnung hingeben, daß es dem Vereinsvorstande gelingen werde, immer mehr und mehr das Interesse weiterer Kreise für unseren Verein zu erwecken und dadurch denselben zu hoher Bedeutung zu bringen.