Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 10 (18.3.1883)
- Date
- 1883-03-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Oesterreichisch'Ungarische fMMmeraAni-Preis' für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig. . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 incl. Zustellung iu'i H»״ Orga>n für die GeZMmt -Interrssru jüdischer (5outorrv. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Wcrrrer7. r ^edaciion Administration ikropotdsiadt, Tircusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. - Ar. 10. Wien, 18. Mär; 1883. 3. Fahrgang. Die nächste Nummer enthält AMeine Musikbeilage von W. Neubauer, Regenschori in Temesvar. Wien, am 18. Mär; 1883. __So. sehr Luch in der letzten Zeit die vielen offenen und geheimen Gegner des Judenthums bemüht waren, unserem Volke alle möglichen Untugenden anzudichten, so sehr auch Haß und Böswilligkeit sich bestrebten, uns in dem schlechtesten Lichte erscheinen zu lassen, und Alles, was das Judenthum ziert und schmückt, zu verkleinern, Eines konnten selbst unsere erbittertsten Gegner nicht hinwegläugnen, mußten selbst unsere ärgsten Feinde anerkennen und das ist das warme mitleidsvolle jüdische Herz, den wohlthätigen Sinn des Juden für seinen Nächsten. Stets hat es in unserem Volke Männer gegeben, auf die wir mit freudigem Stolze, mit Bewunderung und Verehrung blicken, die, wenn sie in der Gesellschaft noch so hochgestellt waren, niemals ihr Herz dem hilfsbedürftigen Bruder verschloßen und immer bestrebt waren, dort, wo das rauhe Schicksal tiefe Wunden geschlagen, Trost und Linderung zu spenden. Ein erfreulicher Beweis hiefür wurde uns erst in den letzten Tagen geliefert. Bekanntlich hatte der Vorstand des ״österreichisch-ungarischen Cantorenvereines" schon vor längerer Zeit den Beschluß gefaßt, zur Kräftigung der Vereinsmittel, zur Beschaffung eines bedeutenderen Fonds an die bekannte Mildthätigkeit hochgeachteter Glaubensgenossen zu appelliren und es wurde in der letzten Vorstandssitzung ein Comitö, bestehend aus dem Präses I. Singer, Präs.-Stellvertreter I. Bauer, Cassier A. Fischer gewählt, welches im Vereine mit dem Ehren- Präses, unserem Altmeister Professor 'S. Sulzer^diesen Beschluß zur Ausführung bringen sollte. Und wahrlich, der erste Schritt, der in dieser Richtung gethan wurde, ist nicht erfolglos geblieben, der Apell, den das Comito an einen der ersten Söhne Israels richtete, ist nicht ungehört verhallt! Der als Wohlthäter bekannte Herr Burorr Moriz Königswortev hat sich in der hochherzigsten Weise an den Sammlungen für den Cantorenverein betheiligt, indem er in daszu diesem Zwecke angelegte Spendenbuch folgende Widmung einzeichnete: .,Bon der Wichtigkeit und Bedeutung eines Vereines ״für Cantoren, eventuell deren Witwen und Waisen, ״durchdrungen und von dem Wunsche beseelt, dem Menschen- ״freundlichen Streben der Gründer möglichst Vorschub zu ״leisten, widme ich dem Vereine, als einmalige Spende, ״eine Staatsrenten-Obligation der gemeinsamen Staats- ״schuld, im Betrage von tausend Gulden öftere. ״Währ. Wien, am 13. März 1883. Baron Moriz Königswarter. Der hochherzige edle Spender hat hiermit den Grundstein zu einem wohlthätigen gottgefälligen Werke gelegt und sich in den Herzen der Cantoren ein ewiges Denkmal — aere perennius — gesetzt. Und wenn, wie wir es mit freudiger Zuversicht erwarten und wie die nächste Zukunft es lehren wird, dieses schöne Beispiel Nachahmung gefunden haben wird, dann wird mit Gottes Hilfe der österreichisch-ungarische Cantorenverein, der zum Heile unsere r Collegen, zum Wohle unseres Standes gegründet, wurde, seinen erhabenen Zweck erfüllen und die Männer die dieses Werk gefördert, werden sich ein unsterbliches Verdienst erworben haben. Doch auch dem Vorstande unseres Vereines und den Gründern desselben sei der wohlverdiente Dank für ihr ersprießliches Wirken nicht vorenthalten. Mögen sie unentwegt fortschreiten auf dieser Bahn, ihr Name wird unvergeßlich bleiben in den Annalen der Cantoren und noch späte Generationen werden ihrer segnend gedenken.