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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-02-22 · Heft 7 (22.2.1883) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 7 (22.2.1883)
Date
1883-02-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische ׳P1M11mer»tm>1s-Prr!s^ für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 —\S\J— Für das Ausland: Ganzjährig. . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 I Vierteljährig . fl. 1.75 ml. 30Htlla11a in’* fjaus J Organ für die GeZMUit-ÄereZZm jüdischer Lllutarru. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Zcrkoö Mcruev. Hcdaciian Administration LeopoldflaLt, Circusgasse Nr. 20. Inscrate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Itr. 7. Wien, 22. Februar 1883. 3i Lahrgang. Die erste Musikbeilage der österr.-ung. Cantoren- Zeitung. Klduscha für Tenor- oder Baß-Solo mit Orgelbegleitung und Recitativ ■״Ha god-111־ von Josef Singer, von Josef Singer. Die Meisten werden es ungläubig von sich weisen —; die Andern, es. für bizarr, vielleicht gar für verrückt erklären; — noch Andere werden beleidigt die Fäuste ballen und nur einige Wenige von wahrer Befriedigung erfüllt sein, wenn ich nun, nachdem meinen beiden Arbeiten die ihnen gebührende und nicht gebührende Werthschätzung zu Theil wurde, die Erklärung abgebe, daß ich ein, namentlich im Orgelsatze absichtlich grob entstelltes, Musikproduct der Oeffentlichkeit zu übergeben mir erlaubte. — Die Ungläubigen nun, die der Ansicht huldigen, daß ich über die Ansangselemente der Tonsetzkunst nicht verfüge, mögen gefälligst diesen Aussatz ungelesen lassen; denn für diese ist er nicht geschrieben. — Der zweiten Gruppe bin ich in der Lage meinen Befähigungsnachweis über die minutiöse Function meiner Berstandeswerkzeuge beizubringen und nur der dritten und vierten Gruppe, d. h. für diejenigen, die in meiner Handlungsweise einen Act der Beleidigung erblicken wie für diejenigen, die mit mir denken und fühlen sehe ich mich verpflichtet, meinem begangenen, musikalischen Hochverrathe einige Worte der Verständigung hinzuzusügen. — Seit Jahren schon eifere ich mit Ueberzeugungstreue gegen die absolute Annahme aller Gesangspiecen aus synagogalem Gebiete, wenn dieselbe nur unter dem Geleitsbriese irgend eines bekannten Namens uns gegenübertreten; Plagiate, Nachahmungen, Reproductionen der Werke verschollener - Tondichter rc., wurden und werden, je Nach persönlicher Geneigtheit, als weltbewegende Erscheinung begrüßt, ja sogar die Namen unserer größten Musikheroen als Folien für die seichten Erzeugnisse talentloser Autoren herausbeschworen. — Unter diesem unglückseligen Verhältnisse muß der von unseren wirklich bedeutenden Nationalcomponisten rühm- und mühevoll geschaffene musikkünstlerische Aufschwung einen kläglichen Niedergange den Platz räumen. — Meine ausrichtigen, mit meinem Herzblute geschriebenen Worte verhallten im Winde. — Da nun Worte es nicht ermöglichten, die von Strebern, wirklich bedeutender Art, erfolgreichen Bestrebungen der jung erschlossenen Welt unserer Synagogenmusik in ein ersprießliches Fahrwasser zu bringen, so mußte eine Th at vollbracht werden, die, wenngleich auch etwas eigenthümlich, - ^dennoch -die Eignung besitzt, die verworrenen Pfade des jetzigen, synagogalen Gesangslebens grell zu beleuchten, gleichsam an einem Experimente zu beweisen, was uns fehlt. Nicht bloß die jeweiligen Kunstwerke prägen einer Epoche die Signatur einer bestimmten Richtung auf, mehr als diese thut es der obwaltende Geschmack, die maßgebende Kritik. — Also weder dupiren noch beleidigen wollte ich, sondern lediglich Material sammeln zur drastischen Beleuchtung der obwaltenden Synagogengesangsverhältnisse, namentlich der Vertreter ihrer Kritik —. Und, — meine Bestrebung wurde reich belohnt. — Meine arme Kiduscha, die sich ihre Existenzberechtigung ׳^) durch zahllos erfolgreiche Aufführungen redlich erwarb, flatterte nun, einem Täubchen gleich, dem man die Flügel gestutzt und noch andere Verstümmlungen beigebracht, hinaus in die Welt. - Nachdem ich nun das in den Zeitungen veröffentlichte, wie das mir privat zugekommene Beurtheilungsmaterial sorgsältig gesichtet, bin ich in der Lage, folgende interessante Thatsachen zu veröffentlichen. — Die Rezensenten der modernen Synagogenmusik zerfallen in vier Abtheilungen u. zw.: I. Schweiger, II. Schmeichler, III. Schreier und IV. Sachkenner. — S chweiger. סיג לחכמה שתיקה Uder ZU deutsch ״Schweigen ist Gold" — Schweigen, meine geehrten Herrn, ist äußerst bequem, viel bequemer sogar als gehaltlos sprechen — und man erspart sich hiebei alle die Gesundheit angreifenden Aufregungen — allein unserer heiligen Sache ist damit nicht Die Mitglieder der wohllöbl. i׳r. Gemeinde zu Nürnberg können das genügend bestärigen. . MM" Hiezu eine Mnftk-Beilage. "UWA

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