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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-02-14 · Heft 6 (14.2.1883) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 6 (14.2.1883)
Date
1883-02-14
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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erhobenen Verdächtigungen und falschen Anklagen, zollt Ihnen ihre unbegrenzte Verehrung-und tiefste Dankbarkeit, in welcher auch zeichnet. die Repräsentanz der ifrael. Cultusgemeinde in Raudnitz: Gottlieb Brode, Cultusvorsteher; Gabriel-Schiff, Tempelvorsteher; Ad. PH. Braun, Med. Dr. Eisler; I. S. Lewi, N. Löbl, B. Bondy, Carl Popper, A. Weil, Ignaz Pollak. üma'jmfJwaMfeeei» Ein Leichenbegängniß wie es sich imposanter kaum mehr bei einem Fürsten gestalten kann,-fand,Freitag am 9. d. in Hlinik in Ungarn statt., Zu demselben ging am Tage vorher um 6 Uhr Morgens ein Separatzug vom Staatsbahnhof in Wien ab, mit welchem die Leiche der am 5. d. in Meran gestorbenen Baronin Eveline Popper von Podhragy, Gemalin des. bekannten Großindustriellen Leopold Popper, Freiherr v. Podhragy, sowie die Trauergäste und Wiener Tempelfunctionäre fuhren. Um -12 Uhr Mittags langte der Train in Trentschin an, worauf nach einstündiger Rast die Fahrt, mittelst Wagen nach Waag-Bistritz, woselbst die Ankunft um 8 Uhr Abends erfolgte, fortgesetzt wurde. An 40 Wagen schlossen sich dem von der Wiener ״Concordia" beigestellten Galaleichenwagen, dem ein zweiter Wagen mit Kränzen beladen .folgte^ an. — Am darauffolgenden Tage um 8 Uhr früh versammelten sich die Leidtragenden und eine große Zahl von Trauergästen im Schlosse Podhragy, welches in einer Thalmulde gelegen und rings von Karpaten romantisch umschlossen einem kleinen Pardies gleicht, — woselbst in einem schwarz decorirten und mit zahlreichen Wachskerzen beleuchteten großen Saale die Leiche auf hohem Katafalk aufgebahrt war. Unter den Trailergästen befanden sich die Spitzen sämmtlicher Behörden eines großen Theiles von Oberungarn und viele von'Schlesien. Besonders zahlreich aber war namentlich die katholische Geistlichkeit der ganzen Umgegend ver- . treten. Unter den Trauergästen bemerkte man ferner auch die Herren Cantoren Jvanofsky aus Waag-Bistritz, Vorzimmer aus Sillein, Kartschmarof aus Hlinik, Spiegel aus Bitse, di? theilweise mit ihrem Chorpersonale erschienen waren. Um halb 10 Uhr begann Obercantor Josef Goldstein aus Wien unter Assistenz seines Chorpersonales die Trauerfeier mit einem Trauerpsalm, worauf Dr. Schmidl aus Wien eine ergreifende Trauerrede Hielt. Kein Auge blieb, sowohl bei den herzergreisenden, schönen/Sulzersichen Gesängen,/ wie auch bei der Rede thränenleer. Sodann wurde der «sarg gehoben und der Leichenzug setzte sich in Bewegung. Nach etwa 10 Minuten war man bei der Waag angelangt, welche mittelst Plätten übersetzt werden mußte. Jenseits der" Waag entfaltete sich nun mit der dort wartenden, enorm großen Zahl von Menschen und Wagens׳ ein solch imposanter Zug, wie er nur äußerst selten zu.sehen sein dürfte. An 400 Wagen, sowie Tausende von Menschen hatten sich, auf dem 5 Stunden langen Weg bis zum/isrüel. Friedhöfe in Hlinik dem Conducte angeschlossen, da .viele Ortschaften, passirt werden mußten,, in welchen der Zug/ durch das Hinzukommen von immer neuen Trauergästen und. Wagen derartig anwuchs, daß er mehr einer kleinen . Völkerwanderung'denn einem Leichenbegängnisse glich. An der Spitze dieses unübersehbaren Zuges schritten sämmtliche Feuerwehren der ganzen Umgegend mit ihren Musikkapellen, sowie ein kleines Heer von Forst-und anderen Beamten und Bediensteten der Popper'schen Güter in pleiue parade, welches bei dem Hellen freundlichen Wintertage einen herrlichen Anblick gewährte. — In sämmtlichen Ortschaften, die der Zug passirte, herrschte feierliche Ruhe, denn alle Geschäftslokalitäten waren gesperrt und die Arbeiten eingestellt. Von sämmtlichen Häusern, sowie nicht minder von den K i rchen wehten Trauerflaggen, während die Kirchenglocken überall geläutet wurden. Um halb drei Uhr Nachmittags langte man bei dem kleinen auf einer Anhöhe gelegenen isr. Friedhof in Hlinik an.. Hier war der Andrang so groß und theilweise auch gefährlich, daß die Feuerwehren zur Aufrecht- Haltung der Ordnung in Action treten mußte. Nachdem Obercantor Goldstein die üblichen .Trauergesänge vorgetragen, hielten der Prediger der Pester Cultusgemeinde Dr. Samuel Kohn und der greise. Rabbiner Neubauer aus Bieze ersterer in deutscher und ungarischer Sprache eine herzerschütternde Rede, in welcher er den Wohlthätigkeitssinn der Verstorbenen, die in den weitesten Kreisen bekannt und verehrt wurde, besonders hervorhob. Charakteristisch ist es, daß auch ein slovakischer Gutsbesitzer in slavischer Sprache am Grabe eine Rede hielt. Um 4*ך Uhr war die Leichenfeier zu Ende. — Das Leichenbegängniß zeigte, welcher Popularität und Beliebtheit sich die edle Verstorbene in der ganzen Umgegend ob ihrer seltenen Menschenfreundlichkeit erfreute. Friede ihrer Asche. - Venedig, 13. Februar. Richard Wagner ist heute Nachmittags 4 Uhr hier gestorben Gründungs- und Veremsbeiträge. Die Cultusgemeinde von Planian in Böhmen trat am | 11. Februar l. I. als unterstützendes Mitglied mit einem jährlichen Beitrage von 10 fl. unserem Vereine bei. — College Jacob Singer, Sillein. Gründ.-Beitr. — College Jonas Schönseld, Tyrnau, '/zhalbi. Beitr. —' College I. Kraus, Esseg, ^jähriger Beitr. — College Bermann, Böhm. - Leipa, '/H;ähr. Beitr. — College Herm. Steiner, Franzensbad, Grund.- Beitr. und V^jähr. Beitr. — College Ant. Adler, Ungarisch- Hradisch, Gründ.-Beitr. — College Carl Grünfeld, Gaudenzdorf bei Wien, Gründ.-Beitr. Berichtigung. In der vorigen Nummer ist in der für Böhmen vorzeschlagenen Candidatenliste College Hölzer in G. Jenikau aus Versehen ausgelassen worden. Voranzeige. In der nächsten Nummer erscheint die zweite Musikbeilage von dem Chor- und Musikmeister A. Grünzweig in Arad. In Folge der am 22. Februar l. I. stattfindenden constitnirenden Bersammlung und Wahl deK Vorstandes erschernk die nächste Nummer der ״Cantoren-Zeitung" um einen Tag später. Die Redactiou. Correspon-errz der Redaction. Kohn in Asp. Danken herzlichst für die warme Tbeilnahme R. i n C z. Bestätigen dankend den Abonnementsbetrag. P r. i n L. Danken für Eingesandtes, Sie sind für für LaS erste Quartal 1883 noch 1 fl. im Rückstände. Besten Gruß. W.. i n E. Dankend bestätigen mir den eingesandten Betrag. T. i n B. Wir sind von Ihrer Anhänglichkeit vollkommen überzeugt, danken Ihnen für die Einsendung der Inserate, werden auf's Billigste berechnen. Colleg. Gruß. K S z. Herr Obercantor Berggrün in Hannover. Sch. in St. Alles geordnet. B. in K. Pr. Werden Ihren Rath befolgen. Besten Gruß. S ch. i n R. Haben Pränummerationsgebühr erhalten. Gruß. Sp. in K. Sie sind für das 4 Quartal 1882 und 1. Quartal 1883 Rest.

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