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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-01-29 · Heft 4 (29.1.1883) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 4 (29.1.1883)
Date
1883-01-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische {ffrii»llmeraUn!-P11ir^ für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 inrl. Zustellung in’1 JJ K Organ kür die OeMMlnt-JickreMll jüdischer Llluturm. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Dcrkob Mcrirev. ^cüadiion und Administration Lropoldsta-t, Tircusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. Nr. 4. Wien, 29. Jänner 1883. 3. Jahrgang. Was wir wollen. Nach langen Mühen, nach rastlosen Anstrengungen sind Wir endlich dahin gelangt, an die Constituirung unseres Vereines schreiten zu können. Der Gedanke, der uns als Ziel vorgeschwebt, naht sich seiner Verwirklichung und es tritt an uns die ernste Pflicht heran, die Frage zu erörtern, was fernerhin geschehen muß, um den Verein zur Blüthe zu bringen, um die Institution, die durch unsere.Initiative in's Leben gerufen wurde, zu einer wahrhaftsegensreichen zumachen. Da sind es insbesondere vier Fragen, deren Erledigung wir von der nächsten Zukunft erwarten, die wir dem zu wählenden Ausschüsse nicht genug auf die Seele binden können. Alle unsere Bestrebungen müssen darauf gerichtet sein, den Verein finanziell zu heben, damit er je früher, je lieber daran gehen kann, seine statuarische Wirksamkeit zu beginnen. Um dies zu ermöglichen, müssen in erster Reihe Mittel und Wege gefunden werden, die Cultusgemeinden davon zu überzeugen, daß es ihre Pflicht und Schuldigkeit sei, dem Vereine unter die Arme zu greifen, ihren Beamten eine halb- Wegs sorgenlose Zukunftzu ermöglichen. Bei energischem und tactvollem Vorgehen wird ein günstiges Resultat nicht schwer zu erzielen sein, da an der Spitze der meisten Gemeinden erleuchtety Männer stehen, die begründeten Forderungen ihr Ohr gewiß nicht verschließen werden. Wir gelangen nun zur zweiten Frage. Schon im September vorigen Jahres wurde vom provisorischen Ausschüsse der Beschluß gefaßt, nach Constituirung des Vereines an die bekannte Hochherzigkeit geachteter Glaubensgenossen zu apelliren, um auf diesem Wege die Kräftigung der Vereinsmittel herbeizusühren. Jetzt ist der. Moment gekommen, diesen Beschluß zur Ausführung zu bringen und sind wir überzeugt, daß ein solcher Apell nicht ungehört verhallen wird. Eine nicht minder wichtige Angelegenheit, zu der wir auch schon in unserem Blatte Anregung, gegeben zu haben glauben, ist die Wiederherstellung der leider gestörten Einigkeit der Cantoren Oesterreich-Ungarns. Die neueste Zeit hat es gelehrt, was die Macht der Associationen vermag. Woran die schwache Kraft eines Einzelnen scheitern muß, daran kann sich nur die vereinigte Kraft Aller wagen und je geringer die Mitgliederzahl eines Standes ist, je stiefmütterlicher er von der Gesellschaft behandelt wird, umsomehr ist es Pflicht, sich eng aneinander zu schließen, durch gegenseitigen Beistand das Unmögliche möglich zu machen und jede Zersplitterung zu vermeiden. Und doch ist gerade bei uns Cantoren eine solche Zersplitterung eingetreten, deren Tragweite eine vielleicht unabsehbare ist. Da wir die schlimmen Folgen einer solchen nur zu wohl kennen, so müssen wir vom Ausschüsse es fordern, daß er eine Basis finde, auf welcher eine Vereinigung herbeigeführt werden könnte. Daß wir ihm dabei mit allen unseren Kräften beistehen werden, brauchen wir wohl kaum zu sagen. Wir kommen zum letzten nicht minder wichtigen Punkte und dies ist das Vereinsorgan, die ״Oesterr.-ungar. Cantoren- Zeitung." Leider leuchtet es unseren Collegen noch nicht genugsam ein, von welcher Wichtigkeit die Existenz des Organes für den Verein sei. Immer und immer wieder haben wir es und haben es einzelne gutgesinnte Collegen nachgewiesen, doch leider nur mit geringem Erfolge. Darum müssen wir auch jetzt Ptenarmitglieder und Ausschuß zu kräftigerer Förderung und Unterstützung des Vereinsblattes auffordern, denn mit unserem Blatte steht und füllt der Verein. Wem dies nicht klar ist, dem fehlt wohl das rechte Gefühl für das Wohl unseres Standes. So denken wir uns die Anfangsthätigkeit des zu wählenden Ausschusses. Ein solch' segensreiches Wirken hängt aber zum bedeutendsten Theile von der Zusammensetzung desselben, von der Energie und Willenskraft des Vereinsobmannes und der übrigen Functionäre ab. Darum erachten wir es für die Pflicht eines jeden Collegen fern von Sympathie und Antipathie, von Zuneigung und Animosität zu prüfen, wer

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