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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1883-01-21 · Heft 3 (21.1.1883) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
3 (1883)
Issue
Heft 3 (21.1.1883)
Date
1883-01-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische ^rlnumHnrtMs-Jfnis'S für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3 Vierteljährig . fl. 1.8V —— Für das Ausland: Ganzjährig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 iacl. Snfttllnng irr'» Haar, V Organ die OrMMMt-MmMil jüdischer Lantarm. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor IcrAob faxtet?. \-;~־? ^cdaeiton! 'Administration ' fcojjolöfla&i. Circusgasse Nr. 20. Inscrate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirl. tlr. 3. iDieit, 21. Jänner 1883. 3. Jahrgang. A ־v i o! Durch die der dieswöchentlichen Nummer gratis beigegebene Musikbeilage haben wir abermals den Beweis geliefert, daß wir keine Kosten scheuen, um für das Interesse unserer College« zu wirken. Jedoch sehen wir «ns gerade durch diese von nun an wiederkehrenden Mehrausgaben veranlaßt, unsere geehrten Herren Abonnenten an die baldige Mnsendnng der sortlansenden und rückständigen Abon nementsbetrage dringendst zu mahnen. ' _Die Redac 1 ion Lubiläumsgedanken vvil M. R o s e n f e l d in P i s e k. Wieder hat ein rüstiger Arbeiter im Weinberge des Herrn und einer der Besten, den 25. Jahrestag seines erfolgreichen Wirkens zurückgelegt. Er wurde mit Ehren und Aus- Zeichnungen überhäuft und wir Alle freuen uns dessen aufrichtig und blicken mit gerechtem Stolz auf diese Zierde unseres Standes. .Oft aber beschäftigte mich die Frage: Wie kommt es, daß es uns Leuten in den Mittel- und Kteingemeinden nur äußerst selten vergönnt ist, in einer und derselben Gemeinde ein 25jähriges Jubiläum zu begehen? Ja sogar selten die Dienstzeit eines 6^ä hvri und wie dieser nach kaum sechsjähriger Thätigkeit gezwungen wird, freiwillig wegzugehen, und zwar chinom, umsonst, ohne jede Ursache oder ein Verschulden, so auch wir. Ich glaube, die Lösung dieses Problems in Folgendem gefunden zu. haben. Die. Großgemeinde sucht einen tüchtigen, fach- und fachgemäßen Cantor. Das Gehalt ist ein bedeutendes. Die Persönlichkeit, welche den Anforderungen entspricht, ist bald gefunden. Der Cantor übt als solcher seine Functionen pünktlich aus; die Gemeinde ist zufrieden. Ja, die Ansprüche werden gar nicht zu hoch gespannt, da hier hauptsächlich auf schönen, würdigen Bortrag der Gebete reslectirt wird, wobei das musikalische Wissen als selbstverständliches Attribut betrachtet wird. So in der Großgemeinde. Hier ist es dann leicht Hütten bauen, hier ist der Cantor geborgen, er lebt unangefochten und wer gern tanzt, dem ist leicht aufgespielt. Ganz anders liegt die Sache in den kleinen Provinzgemeinden. Hier, wo der Cantor für alle möglichen Dienstleistungen cngagirt wird und das Gehalt auf fl. 700, höchstens ^sl. 800 ohne Emolumente — d. h. ^eine Spür von Emotu. menten — sich stellt, sind die Ansprüche ganz anderer Natur. Als Cantor soll der Aspirant ein kleiner Sulzer, als Lehrer ein Stück Pestalozzi, als 86ll06ll6t ein Virtuos des Messers sein, dem ja möglichst wenig tretall werden soll. Ueberdies soll der Mann die Eigenschaft besitzen, über ein gewisses Alter oder eine gewisse Jugend nicht hinauszukommen und nur sehr mäßigen Kindersegen entfalten. Der nichtbetheiligte Leier wird da ungläubig lächeln und diese Darstellung hyperbolisch finden. Aber wie die kühnste Phantasie des Dichters von der Wirklichfeit oft verdunkelt wird, so auch hier. Der Gewühlte soll thatsächlich ein 2 יטלם sein und alle nur möglichen und unmög lichen Fähigkeiten in sich vereinigen. Damit der freundliche Leser sich überzeuge, daß ich nicht übertreibe, bitte ich nur die jetzt in der Blüthe sich befindenden Concurse zu betrachten und man wird finden, daß ich den Secretär, Mohel 6t tatti Pmnti vergessen habe. Nun, der gesuchte Mann ist endlich gefunden. Er wird mit ״Stimmcueinhelligkeit" acceptirt. Jubel in Israel. Der neue Cantor ist wirklich ein thätiger, sehr verwendbarer Mensch. Er singt, lehrt, schreibt, schlachtet und beschneidet eon amore. Der Arme weiß im Drange der Geschäfte die Kinder kaum mehr von den Ochsen zu unterscheiden. Er sieht nichts, hört nichts .מקוצר רוח ומעבודה קשר. Die Gemeinde ist zufrieden, auch der Cantor. ״Doch wenn sie nur ewig so bliebe, die schöne Zeit der jungen Liebe!" Bald wird ein Haar in seinem Gesänge gefunden. Der schwer geplagte Mann ist eben einmal schlecht disponirt; er hat sich heiser — unterrichtet. Der Vor- UMT* Hiezu eine MusikBeilage.

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