Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 3 (1883)
- Issue
- Heft 1 (5.1.1883)
- Date
- 1883-01-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische £ ׳-I?» /Prilnmurrailllns-Preis^ für Wien und Umgebung ' und Provinz: Ganzjährig . . fi. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 -\-TU- Für das Ausland: Ganzjährig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 h^inct. Zakkllung tu’« gna1.^>' ■y. <ד׳?\-;,.׳דכ) _ J1L '15.5 /<? Organ die OrMNllllt-ÄMM!! südiZlher Caiitoreii. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Ö)bercantor Jakob Marrev. -! Ndrninistration Lcopoldstadt. Circuszajse Nr. 20. Inserate werde!! billigst berechnet. Manuscripte werden lricht retournirt. Nr. l. Men, 5. Jänner 1883. 3. Jahrgang. Avouuementseinladnng. Mit 1. Männer ISS;* begann das I. Quartal dieses Jahrganges und eröffnen wir demnach auch ein neues Abonnement auf die ״HefLer7P.-1rngnr7. GarrLo17en-Deit1rng". Der AbonuementSprciS beträgt: Für Wien, Ümgebnng und Provinz: Ganzjährig ..... fl. 0.— Halbjäbrrg ..... fl‘ Vierteljährig . ... fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig.ft. 7.— Halbjährig.ft. 3.50 Vierteljährig . . . . ft. 1.75 incl. Zustellung in s Hans. Monatlich eine Mnstk Beilage gratis. Wien, Z. Äänner. Mit der heutiger! Nummer treten wir in ein neues Stadium, es beginnt das zweite Jahr unserer Thätigkeit, die — wir können es mit freudiger Genugthuung aussprechen —! non vielen College!! als eine segensreiche bezeichnet wurde. Und wie im Vorjahre, so wollen wir auch weiterhin! getreu unserem Programme, wacker arbeiten an der Hebung j und Forderung der Interessen unseres Standes, - nach jeder Richtung hin. Weder Zeit noch Mühe, weder geistige, noch materielle Opfer wollen wir scheuen, um für das Wohl unserer College!! zu wirken,!!in für ihre Interessen einzntreten. Das Feld der Thätigkeit, welches sich vor unseren Blicken ausdehnt, ist ein unendliches. Allzulange ist es brach gelegen und soll die Saat gedeihen, so müssen wir alle unsere Kräfte daran setzen. Biele die vitalsten Interessen der Cantoren berührende Fragen inüssen erörtert werden — in den Spalten unseres Blattes sollen sie ihre Lösung finden. Viele Uebelstände find zu beseitigen — wir werden unseren ganzen I Einfluß hiefür geltend machen. So wollen wir immer vors wärts schreiten ans der Bahn der Entwickelung und Vervolls kommnung und das angestrebte Ziel endlich erreichen. Doch j nicht nur nach vorwärts, sondern auch nach rückwärts muß! funser Blick gerichtet sein. Was wir bisher erreicht, wollen wir?sthalten mit derselben Zähigkeit und Ausdauer, mit der wir es früher errungen und erkämpft haben. Ja errungen und erkämpft! Dies wurde uns zum Vorwurfe gemacht. Ob mir Recht oder mit Unrecht, wir wollen nicht näher darauf eingehen, aber konnten wir anders? Mußten wir nicht, nachdem wir überzeugt waren, daß nur durch Einigkeit unser Werk gelingen könne, angesichts der auf einmal versuchten Trennung der Cantoren, von Schmerz und böser Vorahnung erfüllt, in Harnisch geratheu? Da mögen wir uns im jugendlichen Eifer, in der glühenden Begeisterung für unsere Sache allzuweit haben Hinreißen lassen; aber wer könnte uns dies verargen? Wer könnte dem jungen Streiter den allzugroßen Ungestüm als unverzeihlichen Fehler, als eine Todsünde anrechnen? Niemand, der die Verhältnisse, so wie sie sich damals gestalteten, genau betrachtet und gewiß auch nicht unser allverehrter College Herr Obercantor Prof. Fried mann, der sicherlich von den besten In tentionen geleitet, den Cultusbeamtenverein in Budapest in's Leben rief. Seine Verdienste wollten wir niemals bestreiten, seine bedeutende Individualität nie verkleinern, seinen Bestrebungen in Bezug auf die Vereinsbildung können wir die Anerkennung nicht versagen. Aber wir hatten uns ein anderes Ideal gebildet, uns - war ein einziges großes Band, das alle Cantoren in brüderlicher Eintracht zu nutzbringendem Wirken umschließen sollte, vorgeschwebt. — Und d a r u m haben wir gekämpft. Doch aller Streit und jede Zwietracht sind, wie uns auch kürzlich von maßgebender Seite versichert wurde, heute vergessen, überall herrscht Frieden. Und so können und dürfen wir uns immer noch nicht der süßen Hoffnung entschlagen, daß wir. alle Cantoren Oesterreich-Ungarns, sowie wir Eins sind als Söhne eines Vaterlandes, auch Eins sein werden in den Bestrebungen zur Hebung unseres Standes. Die nächste Nnmrner der ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung״ erscheint Samstag, 13. Jänner 1883.