Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 43 (12.12.1882)
- Date
- 1882-12-12
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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ften conftatiren, datz mit der Leiche ein arger Mißbrauch getrieben wurde, um die Wahrheit zu verbergen); daß nach dem Tode des Mädchens die Herren Onody und I st o c z y in Gemeinschaft mit dem Mörder nnd dessen Mitwissern den Plan ausgearbeitet haben, wie dieses Verbrechen gegen die Judenauszuspielen sei, einerseits, um den Mörder zu retten, andererseits, um die Sache der Antisemiten zu fördern; daß ferner Onody im Sinne dieses ausgestellten Planes die Anschuldigung der Juden im ung. Reichstage vorbrachte, trotzdem ihm der wirkliche Mörder bekannt war und endlich, daß an dieserschändlichen Vertuschung beziehungsweise Dennunciationsarbeit Personen Theil genommen haben, deren soeiale Stellung das Scandalöse der ganzen Affaire — wenn dieselbe vor einem gerechten Gerichtshöfe — verhandelt würde aus einen Grad potenziren mutzte, vor dem selbst Koloman Tisza zurückschreckt!! So steht die Sache. Wir wiederholen es, daß im Vorstehenden die reine Wahrheit scizzirt ist und wir fordern die Herren Onody und Jstoczy auf, gegen uns die Preß klage anzustrengen und uns vor den Gerichtshof zu stellen, dem nur allein Recht und Gesetz die Richtung borzeichnen: vor das Wiener Geschwornengericht. Wien. Donnerstag den 7. December fand in der hiesigen israelitischen Waisenanstalt im 9. Bezirk, Seegasse, die Chanukafeier statt. Zahlreiche Gäste waren anwesend. Unter Anderm bemerkte man Baronin Königswarte r, Baronin Springer, Frau Dr. Kompert, Frau Friedländer, Frln. v. G omperz, Herrn David Ritter, v. Guttmann sammt Gemalin- Obercantor Singer, der Gesanglehrer der Anstalt, zündete die Chanukalichter an, worauf dann die Kinder die Chanuka- Hymne sangen. Nach Absingung derselben hielt Prediger Dr. Jellinek eine Rede. Mit einem Chorliede schloß die Feier. Hierauf wurden die Kinder reichlich beschenkt. Wien. Im israelitischen Blindeninstitute auf der hohen Warte wurde Sonntag den 10. December die Chanukafeier wie alljährlich in solennster Weife begangen. Unter den Gästen befanden sich Hofrath Wölfler, der Curator des Blindeninstitutes Director der Creditanstalt Taufsig, Obercantor Singer. Nachdem Herr Cantor Klein das Minchagebet verrichtet hatte, zündete ein Knabe, Namens Herz, die Chanuka. lichter an und das Jnstitutchor brachte den vierstimmigen Sulzer'schen bnnarotb halolu wunderschön zur Ausführung- Hierauf hielt Dir. Heller eine Ansprache und die Feier schloß mit reichlicher Beschenkung der Zöglinge. Jubiläum. Obercantor Prof. Friedmann wird am nächstkommenden 9. Jänner das fünfundzwanzigste Jahr seiner Amtswirksamkeit in der hiesigen Religionsgemeinde beenden. Aus diesem Anlässe gibt sich in den betreffenden Kreisen schon jetzt eine Theilnahme kund, um dem verdienstvollen Manne eine würdige Ovation-zu bereiten. Fried mann selber feiert die fünfundzwanzigste Jahreswende seines hiesigen Wirkens durch Herausgabe einer interessanten Sammlung von Tempelgesäugen eigener Composition mit hebräischem und ungarischem Rothschild, König von Jerusalem. Siegfried Langer, der bekannte in Südarabien ermordete Orientalist, agt in einer höchst interessanten Reisebeschreibung von Hodrida nach Sana, welche unter seinem Nachlasse gefunden wurde, Folgendes über die dortigen Juden: In Madab (bei Dowan circa 55 Kilometer südwestlich von Sana) fand ich die erste Judengemeinde; sonst traf ich Juden blos zerstreut in einzelnen Ortschaften zu zwei, drei Familien, welche gewöhnlich die Handwerker des Dorfes sind- Sie wissen von Europa nichts und kennen Rothschild, den sie für einen König halten. Sie betrachten ihn als den höchsten und gelehrtesten Rabbiner und gleichsam als geistliches und weltliches Oberhaupt der Juden. Vor einiger Zeit hatte sich in Jemen das Gerücht verbreitet, daß Rothschild, dessen Residenz in Jerusalem sei, dort Boden zur Bebauung angekauft habe, den er den Einwanderern aus Jemen unentgeldlich zur Verfügung stelle. Auf Grund dieses Gerüchtes machten sich etwa hundert Familien aus Sana zur Wanderung nach Jerusalem. auf. Der damalige Gouverneur Jemens soll dieser Wanderung ein Ziel gesetzt haben. Seit dieser Zeit pflegen die Araber die Juden zu necken: Ja warum geht ihr nicht zu eurem König, zu eurem Rothschild. Frankreich nnd die Antisemiten. Die ״N.Fr. Presse" erhielt folgendes Telegramm aus Paris: Die Antisemiten, welche auf dem Congresse in Dresden versammelt waren, haben ihr Manifest nach Frankreich geschickt. Das Organ des Präsidenten Grevy, der ״Paix", bespricht dieses Manifest nnd ertheilt darauf folgende Antwort: Der Staat, wie man ihn in Frankreich auffaßt, hat nicht zu fragen nach Glauben oder Race seiner Angehörigen; er beschäftigt sich blos mit ihren Thaten und fordert Unterwerfung unter die bürgerlichen und politischen Gesetze. Ob Christ, ob Jude, ob Muselmann oder Buddhist, Frankreich öffnet Allen seine Arme und hält Alle gleich. Die Rechtsgleichheit ist nicht blos ein Gesetz in Frank» reich, sondern auch in's Volksbewußtsein übergegangen, daher gibt es keine Judcnfrage in Frankreich. Das Dresdener Manifest bekunde einen wenig befriedigenden Geisteszustand; maw kann darin das ausgesprochene Sympton einer Krankheit erblicken, welche einen acuten Charakter angenommen hat, die aber weder dem Lande, wo sie sich zeigt, noch dem Jahrhundert Ehre macht. Korrespondenz der Re-acLion. D. in A. Wir mußten leider von Ser Einschaltung Ihres ArriktL absehe», Sa er für eine einmalige Cmjchattung zu umfangreich ist, andererseits im Falle einec Thcitnng die Fortsetzung post kesrum käme. Besten Gruß. T. in K. Ihr Eingei'ender mußte »fegen Uederfülle des Stoffes Zurückbleiben, wir werden jedoch dasselbe nächstens verwende». P. in F. Für eine der nächsten Nummern ist uns eine Novelle aus der Feder eines unserer tüchtigsten Mitarbeiter zngesagr. S. in H. Diese höchst wichtige Frage bedarf einer eingehenderen Erörterung. Tie Redaktion. Priimiirt von den Weltausstellungen: gonbon 1863, Karis 1867, Wien 1873, Igaxis 1878 Auf Raten Claviare für die Provinz Salonflügel, Stutzflügel oder Pianlnos aus der Fabrik der weltbekannten Export-Firma (Gortfr. Cramer) — Wilh. Mayer tu Wien, von fl. 380, fl. 400, fl. 450, fl. 500, fl. 550, fl. 600 fl. 650. A. Thierfelder in Wien, VII., Burggaffe 71. Text. Das Werk erscheint in dem vaterländischen Musikinstitute ״Harmonia." p. L. Die nächste Nummer -er ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitrrng" erscheint Mittwoch, 20. December s. <5.