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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-12-04 · Heft 42 (4.12.1882) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 42 (4.12.1882)
Date
1882-12-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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— <3 Gatten hat mich mit Trauer erfüllt. Nicht nur Sch, erlitten tinen tiefschmerzlichen Verlust, sondern., auch das Amt, die Gemeinde und Me, die zum Verewigten, in Beziehung.standen. . Er hatte ein ״Herz סנמוי Biederkeit, war treu seinem Gotte, seinem Glauben, seinem Berufe, treu seiner Wüttin, seiner.Aamilie und Allen, denen Er freundschaftlich nahe stand . Dem männlich ' schönen, würdigen MrWrrn entsprach auch innere männliche Würdigkeit. Wie sich seiner Kehle BeimSmgen nie ein salscher Ton entrang, so kam über seine Lippen, wenn er sprach, nie : ein Wort der Falschheit, der Gleißnerei und des Hehls. Fern von ihm waren Scheelsucht und Neid. Er hatte für alles Gute Enipfänglichkeit, für alles Schöne offenen Sinn und warme Verehrung für Alles, was groß und edel ist. Offenherzig und treuherzig, gewissenhaft und ehrenhaft, das war und blieb er fein ganzes Leben hindurch. Der Tod hat ihn uns entrissen, doch unsere Erinnerung hält ihn fest. Dem körperlichen Auge wurde er entrückt aber vor dem geistigen schwebt in voller Lebendigkeit seine freundliche Gestalt. Eines der ehrendsten Monumente ist jenes, das man sich in den Herzen der Mitlebenden setzt, und sicherlich, der Verewigte wird fortleben, und fein Name in ehrenvoller Erinnerung bleiben, solange es Zeitgenossen gibt, die ihn gekannt, geachtet und geliebt. Empfangen Sie. theuerste Frau Frankel, mit dem Ausdrucke des tiefsten Beileids auch jenen der Hochachtung, mit der ich bin Ihr alter Arzt und Freund . Dr. Fisch Hof. (Schluß folgt.) Grngefenöet. Herr College Holzer lenkte unsere Aufmerksamkeit in voriger Nummer auf zwei Bibelverse, deren Auslegung er mit nicht zu verkennendem Scharfsinn definirt. — Hierdurch angenehm angeregt und dem Grundsätze getreu: איז מקיא יוצא מיד'פשוטו daß von dem wortgetreuen Sinne nicht abgegangen werden soll, bin ich eben anderer Meinung. Herr College fragt nämlich, ob denn der Boden gerade Kajin die Früchte versagen sollte, worauf ich antworte, daß dies hier allerdings der Fall sei und nichts Anderes gemeint sein kann. Gott verflucht den Ackersmann Kajin von dem Boden hinweg, von dem heimatlichen Boden, der das Blut seines von ihm gemordeten Bruders ausgenommen; er verweigert ihm wirklich die Kraft dieses Bodens. Ich verweise da: nur auf die P h i l i p p s o n'sche Uebersetzung des angezogeuen Verses, welche lautet: ״Wenn du bearbeitest diesen Boden", wodurch der Sinn ganz klar ist und das fehlen sollende 3י überflüssig wäre. Pisek. M. Rosenseld. Siteine KHronik. Brünn. Der plötzlich erfolgte Tod des hiesigen israel. Religionsprofessors Herrn Daniel Ehr mann hat sowohl in den Kreisen seiner zahlreichen Schüler, wie seiner Freunde . und Verehrer große Sensation und tiefes Bedauern erregt und wird nicht verfehlen, auch in weiter Ferne die innigste Theilnahme zu erwecken. Denn Ehrmann genoß einen ausgedehnten Ruf als ein vielseitiger und productiver Gelehrter und hatte sich als Berufsmann sowohl in frühen Jahren als Seelsorger, wie später als Lehrer durch hingebungsvolle Pflichttreue jederzeit ausgezeichnet, wie ihm denn auch der Tod inmitten der Ausübung seines Berufes — er war eben auf. dem Wege zur . Schule -^ em.,jähe^Wde. .dnr'A .eiye.n HerzschlagBereitete. '.-,.-'---..'..'-"ך י : Linz. Die Rabbinerfrage in Än-z Hat ihre.Erledigung gefunden. Nach mehreren vorangegangenen ProbeprchigtM würde nämlich die Aufmerksamkeit des Vorstandes auf eiM. sowohl in wissenschaftlicher als in rednerischer und püdadogischer Hinsicht bewährteÄraft, uns Herrn Dr. Groß, Rabbiner in Lundenburg, gelenkt und da sich derselbe nicht ־um die Stell? Beworben hatte, so trat man mit Herrn Dr. G r o ß in schriftliche nnb persönliche Verbindung. um ihn zur Annahme des hiesigen Rabbinates zu bewegen. . Nachdem die Aufnahmebedingungen in jeder Beziehung zu seinen Gunsten wesentlich Zeändert worden waren, hielt Herr Dr. G r o | am 4. November hier eine Probepredigt, welche, nach Inhalt und Form. gleich gediegen, den ihm vorangegangenen Ruf auf's Glänzendste rechtfertigte. Wenige Tage darauf wurde derselbe einstimmig gewählt. Mit dieser Stelle ist zugleich das Landesrabbinat für Oberösterreich und Salzburg verbunden, da diese beiden Kronländer in Bezug ans Mgtrikenangeleg^nheiten und Trauungen dem hiesigen Rabbinate behördlich zugetheilt sind: auch ist der Rabbiner Mitglied des Landesschulchthes, wo er'- Sitz und Stimme hat. Ab Aerttsalem. Der bekannte antisemitische Kampfhahn Emerich Szalay, welcher im Zalaer Comitat begütert ist, kam vor einiger Zeit nach Groß-Kanisza, um für seine heurige Weizenfechsung einen Käufer zu suchen. Seine Versuche blieben jedoch erfolglos, weil die jüdischen Händler beschlossen hatten, ihm den Tagespreis nicht zu bewilligen. Nach einigen Tagen schrieb Emerich Szalay an die Kanizsaer Firma Scherz :und Engländer, er wisse wohl, daß die Herabdrückung der Preise eine Machination der Fruchthändler sei, doch wolle er beigeben und seinen Weizen der benannten Firma für zehn Gulden per Metercentner liefern. Hierauf erwiderten ihm die Herren Scherz und Engländer, obzwar wohl der Marktpreis blos neun Gulden per Metercentner betrage, seien sie dennoch gewillt, ihm zehn Gulden zu geben. Da sie jedoch, dank seiner Agitation, nicht wissen können, ob sie bis zur Ablieferung des Weizens noch in Kanizsa weilen werden, können sie den Weizen nur franco ״Bahnstation — Jerusalem" übernehmen. ׳ Theater, Kunst und Literatur. Hofoperntheater. Samstag, den 2. December begann Herr Winkelmann vom Stadttheater in Hamburg ein Gastspiel als Tannhäuser. Bekanntlich hat der Künstler diese Partie bereits vor zwei Jahren hier gesungen und dieselbe führte auch zu einem Engagement in Wien, welches Herr Winkelmann im nächsten Herbste antreten wird. Wenn die Stimme diesmal nicht so hell und rein erklang wie bei seinem ersten Gastspiele, so ist dies gewiß der beschwerlichen Winterreise zuzuschreiben. Gleichwohl fand der Künstler reichen Beifall. Die Leistungen der Frau Dillner (Venus) und Frau Matern a (Elisabeth) waren wie immer ausgezeichnete. Theater a. d. Wien. Heute Montag und morgen Dienstag bleibt das Theater wegen Vorbereitungen zur neuen Millöcker'schen Operette ״Der Bettelstudent", welche Mittwoch zur ersten Aufführung gelangt, geschloffen. Die Hauptrollen sind in den Händen der Damen Schäfer, Finaly und Jona und der Herren Girardi, Schweighofer, Joseffy.

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