Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 38 (2.11.1882)
- Date
- 1882-11-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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e> Concertsängerin, nun verehelicht. Möge der edle College diese Zeitung erhalten, der ehrwürdige Greis dir Grüße seiner Collegen entgegennehmen. i .> (Fortsetzung folgt.) Musikalisches. Gothenburg (Schweden) im October 1882. Unter den mir zu meinem Jubiläum freundlichst eingesandtcn Compositionen befinden:sich einige, die bereits im Drucke erschienen sind, und auf welche ich hiermit die Aufmerksamkeit unserer geehrten Berufsgenossen lenke. Vor Allem möchte ich auf die mir gütigst gewidmete Piece ״Mögen Owaus^ von unserem bewährten Componisten, Herrn Musikdirector D. Rubin in Prag, Hinweisen. Erst vor Kurzem hatten wir Gelegenheit, uns über das treffliche Werk ״Tempelgesänge" dieses geschätzten Autors auszusprechen (siehe ״Der jüdische Cantor Nr. 15 er.) und die Gediegenheit dieser Gesänge hervorzuheben. Diesem Werke nun läßt unser Componist zu unserer Freude, eine periodische Fortsetzung folgen, von welcher bis jetzt 4 Nummern erschienen sind. Die ersten beiden ״Die Sabbathruhe", vierstimmige Gesänge und Solo mit Orgelbegleitung (auch deutschem Texte), haben wir bereits seiner Zeit besprochen. Die jetzt erschienenen zwei Nummern enthalten Folgendes: ״Mögen Owaus, Mali godlu״ und eine ״K’duschali*•׳, mit ein- und mehrstimmigen Sätzen, so wie mit- und ohne Orgelbcgleitung. Diese Compositionen reihen sich nicht nur den frühern in jeder Beziehung würdig an, sondern bekunden, wie es von einem solchen.gediegenen Musiker nicht anders zu erwarten war, durch die Fülle der neuen Schönheiten in Melodie, Stimmsührung und der charakteristischen Auffassung des Inhaltes einen erfreulichen Fortschritt. Der Preis dieser Fortsetzung, so wie überhaupt des ganzen Werkes^ ist im Verhältniß zu dem reichhaltigen Inhalte, nur gering zu nennen. Wir empfehlen daher diese so nützlichen Gesänge auf's Wärmste und sind fest überzeugt, daß sie Keiner ohne Befriedigung aus der Hand legen wird. — (Fortsetzung folgt.) Offener: Sprechsaar für AU'e. Löbliche Redaction! Bezüglich der Auslegung des Verses שיהיי-שושז p ״מי הרחים! הוא• יברך . glaube ich, daß sich hier ein Fehler eingeschlichen, indem das "'״ in שיתי zwischen "ב., und ״:״ in dem Worte p kommen sollte, welches בין die Bedeutung von ״zwischen" hat. שת wäre von למע?שתי herzuleiten, demnach wäre die Uebersetzung von "״מי שת בין שושן תותים, הוא יברך folgende: ״Wer setzt zwischen Rosen Dornen, der segne das Brautpaar; vergleiche Job-38 מי שת Hochachtungsvoll. S. Silberman, Obercantor. K re ms i er, den 26. October 1882. Im Anhänge zu meiner Ihnen eingesandten Erklärung, erlaube ich mir im Namen seiner Ehrwürden, des Herrn Dr. Frankel, nachzutragen, daß שית zu ב(:"׳ gehört, vergleiche Geseinus Lehrgeb. S. 139, Binsew, Abschnitt 5, S. 121. Die Hypothese des Hern Buxbaum beruht auf falscher Schlußfolgerung. Es läßt sich nicht Nachweisen, daß מי אתיר von Kalir herstammt, vielmehr ist dies bedeutend jüngeren Datums, wahrscheinlich dem אתיר in der תבתת nachgearbeitet, folglich kann der fragliche Vers שיתי p מי nicht von ihm herrühren. Die Belege, welche Herr B. für seine Ansicht aus den קרובות bringt, sind kaum stichhältig, weil daselbst nicht?שוש, sondern שושן vorkommt. Hochachtungsvoll S. Silbermann, Obercantor. Kleine Kbronik. Wien. Am 25. October feierte der Dichter Ludwig August Frankl im engen Freundeskreise das Fest ferner silbernen Hochzeit. Die zahlreichen Verehrer und warmen Freunde des Dichters ließen es sich selbstverständlich nicht nehmen, ihren herzlichen Gefühlen für denselben wärmsten Ausdruck zu geben. Die hervorragendsten Notabilitäten erschienen denn auch in der Wohnung Frankl's, um ihre Glückwünsche darzubringcn und zahlreiche Blumenspenden und Ehrengeschenke von Privaten, Vereinen und Corporationen gaben Zeugniß, daß die Gelegenheit dieser Feier Allen willkommen war, um das vereinte gemeinnützige Wirken Dr. Frank l's und seiner Gattin, welche ihre Kraft in den Dienst der Wohlthätigkeit mit so vielen Erfolgen stellt, dankend anzuerkennen. Budapest, lieber die B lntbeschuldigung von Tisza-Eszlar äußert sich einer der hervorragendsten, christlichen Theologen, Herr Professor Dr. Franz Delitzsch in einem Briefe an den Bezirks-Rabbiner von Vnr-Palota, Herrn Abr. Singer, folgendermaßen: Verehrter Herr Bezirks-Rabbiner! In der durch den Fall Tisza-Eszlar wieder aufgetauchten Blutfrage habe ich bereits zwei Zeugnisse abgegeben, welche von Köln und Berlin aus nach Ungarn gelangt sein mögen; doch will ich auch Ihre Aufforderung nicht ohne Echo lassen, da eine dreifache Schnur um so unzerreißbarer ist. In jenen beiden Gutachten habe ich eingehend die Thatsachcn begründet, daß sich in den beiden Talmuden nicht nur keine Vorschrift findet, welche rituelle Verwendung nichtisraelitischen Menschenblutes fordert oder empfiehlt, sondern daß sich auch in dem dort durchgebildeten Rttnalgesetz schlechterdings kein Anknüpfungspunkt für diese Insinuation entdecken läßt. Sie ist ein reines Fanlasiegebilde, ein grundloser Wahn, eine Ausgeburt der Unwissenheit, Feindschaft und Lüge. Die eiviliä catholica im Jahrgang 1881 pag. ,731 lügt ihren Lesern vor, die Blutverwendung sei eine geheime Tradition, welche absichtlich nur mündlich coursire und zwar nur als unter Verschwiegenen und Zuverlässigen sich forterbendes Geheimniß. Das ist ein neuer Versuch, die verlorene Sache der Anklage zu retten, indem man das, was als schriftliche Halacha (Gesetzvorschrift) nicht erweisbar ist, zu einem nur den Eingeweihten bekannten Minhag (Brauche) stempelt. Aber auch dieser Versuch ist eine Sünde gegen das Gebot: ״Du sollst nicht falsch Zeugniß reden wider Deinen Nächsten". Bei meinem Verhältniß zu der Judenmiffion bin ich seit nun 50 Jahren mit einer Anzahl von Proselyten bekannt geworden, aber ich kann vor Gott versichern, daß kein Einziger von jenem mörderischen Gebrauche etwas wußte. — ÄÜe erklärten einstimmig die Blutanklage für eine unsinnige Erfindung.