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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-10-17 · Heft 36 (17.10.1882) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 36 (17.10.1882)
Date
1882-10-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Literatur nnd K»»K. Der; Arberterstand bei den:;Palästinensern, Griechen und Römern«- Unzweifelhaft eine seltene, daher um so bedeutendere Erscheinung, wenn ein jüdischer Seelsorger vor: christlichen Arbeitern einen Vorträg hält, wie dies. Herr Dr. I. 'S. .Bloch, Rabbiner -in Floridsdorf, am 12. August dieses Jahres vor den Arbeitern der Locomotivfabriken in Floridsdorf und wenige Tage darauf vor den Eisen- und Metallarbeitern Wiens gethan hat. Auf Verlangen der Arbeiter mußte .Dr. Bloch den Vortrag sogar dem Drucke übergeben und heute liegt letzterer uns bereits als Buch vor. In cher That eine höchst interessante Lectüre, die jeden gebilheten-Israeliten interessiren muß, da sie zugleich einen werth- Vollen Beitrag zu unserer Geschichte enthält. Die Darstellung des Arbeiterstandes bei Palästinensern rc. muß als eine sehr geist- und lichtvolle bezeichnet werden, ist streng wissenschaftlich, andererseits in Anbetracht des aus Arbeitern bestehenden Auditöriums sehr stopulär. Wir glauben es Herrn Dr. Bloch auf's Wort, daß die Arbeiter mit großem Vergnügen seinen Worten lauschten und wir unsererseits können das gedruckte Wort unseren Lesern auf's Beste empfehlen. Das nett ausgestattete Merkchen ist im Berlage der Buchhandlung D. Löwy, Wien. II., Praterstrgße, erschienen. Dr. Albert K. (Gedenkblatt) Zur Feien des vor 25 Jahren an Simchat- Thora erfolgten Amtsantrittes Dr. Adolf I e l l i n e k s, als Predigerder Wiener Jsraeliten-Gemeinde publicirtDr. JoelMüIler ein Gedenkblatt, chas in geistreicher, schwungvoller Sprache ein anschauliches und getreues Bild der hohen Bedeutung Fel l in ek s als Mensch, Gelehrter. Predigen und ״Lehrer der Gemeinde enthält In der Einleitung bietet uns Müller eine kurze! biographische Skizze des gefeierten KaNzelredUers, die aber immer noch vollständiger ist, als alle Biographien, die man bis jetzt in den verschiedenen Conversatwns-Lexicons findet. AM ausführlichsten ergeht sich der Verfaffer des ״Gedenkblattes" natürlich in der Schilderung Jellineks als Prediger und hier erhebt sich seine Sprache stellenweise zu wahrhaft poetischer Schönheit und blühender Fülle. — Im Anhänge befindet sich ein von CH. D. Lippe, dem bestens bekannten Verfasser des bibliographischen Lexicons der gesgmmten jüd. Literatur der Gegenwart in chronologischer Ordnung zusammeugestelltes Verzeichniß der .literarischen Publicationen Jellineks, wofür wir Herrn Lippe nicht genug dankbar sein können, da selbst in den besten Bücherkatalogen d.ie zahlreichen Schriften ,Jellineks ,nur mangelhaft geordnet,sind und jetzt endlich die Biographie bestens geregelt ist. Eine wahrhafte Zierde der kleinen Schrift, die in D. L ö w.y's Buchhandlung, Wien, Praterstraße erschienen ist, bildet das meisterhaft ausgeführte Porträt Dr. Jellineks. Wir können - das. interessante Büchlein, das zum billigen Preise von 25 kr. käuflich ist,׳Allen aufs Beste empfehlen. Dr. A. K. Psalm ,133 für Männerchor, Harmonium und Pianosorte-Beglertung-von Ed. B i r n b a u m, Obercantor in Königsberg in Pr...-gewidmet dem Mageburger Synagogen-Gesang- Verein. Gute, der Mode nicht allzu sehr huldigende, kleinere Compositionen gehören zu den selteneren Erscheinungen. Um so mehr muß rs den Kunstfreund angenehm berühren, unter den Erstlingen einer noch nicht viel bekannten ittüstkakiAeN Firma eine Compositiön zu erblicken, welche im strengest Styk geschrieben, viele Schönheiten enthält und doch keines großen Schwierigkeiten darbietet. Dieser Chor wird Gesangvereinen, welche ernster Musik ihre Aufmerksamkeit widmen, gewiß eine willkommene Erscheinung sein. Die Composition. wiewohl süv den Chor berechnet, kann unseres Erachtens ein einsichtsvoller Dirigent leicht an manchen Stellen nur von einem Halbchor oder gar als Solo (für Quartett) vortragen lassen und so die Effecte steigern. kal Kleine Khronik. Ein Freudentag in Der Familie Sulzer. Sonntag den 15. d. M. fand im Wiener Stadttempel die Trauung des jüngsten Sohnes unseres Altmeisters Prof. Sulzer, des Herrn Josef Sulzer, Solo-Cellist im k. k. Hofoperntheater, mit Frl. Geiringer statt. Der Tempel war voll von Gästen aus den besten Kreisen der Gesellschaft, auf welche das künstlerisch und geschmackvoll ausgeführte Recitativ des Obercantors Singer, . sowie die schwungvolle Trauungsrede des Predigers Dr. Jellinek den besten Eindruck machte. Zu einer wahrhaft ergreifenden Scene gestaltete es sich, als der greise Prof. Sulzer nach der Trauungseeremonie unter die תופח trat und den Neuvermählten seinen väterlichen Segen ertheilte. Floridsdorf, 11. October. lieber Anordnung des׳ Präses der hiesigen Cultusgemeinde Herrn Em. Grünwald hat am 5. October zu Ehren der Jubelfeier des Herrn Doctor Ad. Jellinek, welcher in der Versammlung vom 28. September a. 6. einstimmig zum Ehrenmitgliede unserer Gemeinde ernannt worden, ein feierlicher Gottesdienst stattgefunden, welchem auch, die Schuljugend in Begleitung der beiden Religionslehrer' beiwohnte. Der Tempel war gedrängt voll und die Feier . machte einen erhebenden Eindruck. Nachdem Cantor L ö w vor der aufgerollten Thora über den Jubilar den üblichen Segensspruch מי שבחי in wirksamer Weise vorgetragen hatte, bestieg der Rabbiner Dr. Bloch die Kanzel und schilderte den Dr. Jellinek als Redner und gelehrten Forscher, als Menschen von edelstem und reinstem Herzen, stets hilfsbereit und thatkräftig, wo es gilt, dem Einzelnen zu nützen oder gär das gesammte Judenthum zu vertheidigen und gegen Anklagen in Schutz zu nehmen. Pretzburg. Authentischen Berichten zufolge hat Sonntag in Duna-Szerdahely eine judenfreundliche Demon? stration der dortigen christlichen Intelligenz stattgefunden. Abends in Marzell's Gasthof fand eine Versammlung der Bürger statt, zu welcher viele Juden eingeladen wurden. Durch herzliches Händedrücken wurde eine Versöhnung herbeigeführt- Sodann begab man sich vereint mit einer Musikkapelle zum Stadtrichter Petenyi, zum israelitischen Cultusvorstand Goldberger, zum Feuerwehrchef Doctor Pirk, Jedem unter' den Rufen: ״Es lebe die Einigkeit! Es leben die israelitischen Mitbürger und alle treuen Söhne des Vaterlandes!" ein. Ständchen darbringend. Dort herrscht nun vollster Friede. Die Bürgerwache und die Patrouillen wurden aufgelöst. — SLuhlrichiers Szabo energisches Amtshandeln hat die Excedeuten zur Raison gebracht. Nachtrag zum Baer-Jubiläum. Von den Cantoren der Wiener Stadtsynagoge erhielt der Jubilar einen Pracht-

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