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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-10-09 · Heft 35 (9.10.1882) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 35 (9.10.1882)
Date
1882-10-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische fpröm1M1aI»nr-Pm1) für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 —\j\>— Für das Ausland: Ganzjährig. . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 \^Jncl. JBaftellang iu'r Organ kör die Gesammt-Interessen jüdischer (5ovtnreu. Erscheint jeden achten Tag. Begründer: Obercantor Jakob Mauev. r ^ct]aciian und Administration LeopoWa-t. Circusgasse Nr. 20. Znfcrate werden billigst berechnet. Manuscrrpte werden nicht retournirt. Ar. 35. Vien, 9. Orlober 1888. 2. Jahrgang. Avonnementseinla-nng. Mit 1. Oktober begann das IV. Quartal dieses Jahrganges und eröffnen wir demnach auch ein neues Abonnement auf die ,,Hestexx.־mtgar. Ganloven-Ieitrrng4e. Der Abonnementspreis beträgt: Für Wien, Umgebung und Provinz: Ganzjährig ... > . fl. 6.— Halbjäbrig.fl. 3.— Vierteljährig.... fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig.fl. 7.— Halbjährig .-. . . .fl-3.511 Vierteljährig . ... fl. 1.75 incl. Zustellung in's Hans. A v i s o! Wiederholt richten wir an unsere geehrten Abonnenten die dringende Bitte um sofortige Einsendung des rückständigen Abonnements, da auch wir unseren Verpflichtungen Nachkommen müssen. Die Redaction. Rabbi Koppel Markbreiter. (Der Vorgänger Sulzer's) von Oberkantor Josef Singer. (Schluß). Am 7. December 1792 שבת חנוכה תהנ״ב trat er sein heiliges Amt an — ein heiliges Amt in des Wortes edelster Bedeutung! Denn M. hatte nicht blos die Vorbeterstelle allein zu vertreten, sondern auch die Dienste des Gemeindeschreibers und namentlich alle Verrichtungen der Oüswra. Kadisclia bei Kranken wie bei Hingeschiedenen zu versehen. — Es ist daher bei dieser dreifachen Position, welche M. mit voller Hingabe an seine Verpflichtungen einnahm, nicht zu verwundern, daß er in kürzester Zeit der Liebling seiner kleinen Gemeinde wurde — und welcher Gemeinde! — Wie ein Märchen aus einer längst verschollenen Judengasse. klingt es, wenn man hört, daß damals in Wien gar keine Gemeinde, sondern bloß ein Religionsverein mit einem im Gasthause des Dämpstnger Hofes gemietheten Betlocale bestand; — auch die Namen der damaligen Herren Vorsteher mit ihren mittelalterlichen Epithetis erscheinen uns als Grüße aus einem, wenn auch düsteren, aber immerhin glücklichen Zeitalter. — Da war im Vorstande ein Rabbi Mord-chaj Naß (nachmaliger Ritter v. Neuwall), Rabbi Eisik Lob Hofmann (nachmaliger v. Hofmannsthal), Rabbi Schlome Herz (nachm. Edler v. Herz), Rabbi Jisroel Lieben (nachm. Ritter v. Liebenberg) u. A.; im Tempelvorftande die Herren Biedermann, Bunzel, Matzl u. A. Das waren adelige Erscheinungen, wahrhaft edle Männer, denen die Signatur des Adels schon ausgeprägt war, bevor sie noch den Adelsbries ihres Monarchen erhielten und die sich ihre Rittersporen im Kampfe für das Judenthum erwarben. Mit diesen Herren gemeinschaftlich arbeitete M. unablässig für die Verwirklichung eines Gedankens — der Bessergestaltung der österreichischen Juden- Verhältnisse.— Wie oft aus geringfügigen Anfängen, aus unscheinbaren Ursachen — hochbedeutendeErfolge und epochemachende Wirkungen entkeimen, so erblicken wir auch hier im Kopse dieses allerersten jüdischen Vorbeters der Wiener Gemeinde einen Gedanken aufdämmern, der für die österreichische Judenschast von ganz außerordentlicher Bedeutung werden sollte — M . . . . s Sinnen und Trachten war nämlich stets auf die Fortentwickelung auch der socialen Verhältnisse der Juden gerichtet, so war es beispielsweise ein Lieblingsgedanke von ihm, baldmöglichst ein eigenes (nicht gemiethetes) Gotteshaus im Besitze seiner geliebten Gemeinde zu sehen und in der unablässigen Bemühung, diesen Lieblingsgedanken der Verwirklichung entgegenzuführen ward er allerdings in Gemeinschaft mit den obenerwähnten Männern vielleicht unbewußt, der Pionier für die große Thatsache, der Erwirkung des Patents, daß den österreichischen Juden der Ankauf von Haus und Boden gestattet sei. — Inmitten dieser anstrengenden Thätigkeit 1822 starb ihm seine Frau Fanni (Fögele) eine geborene Bacharach aus Nikolsburg und er hatte zu seiner aufreibenden Dienstverrichtung auch noch die Mutter bei seinen unmündigen Kinder zu vertreten. — Mit Löwenkraft jedoch stand er all diesen Widerwärtigkeiten gegenüber; denn den feinfühligen Mann umrauschte schon der Die nächste Nummer -er ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung" erscheint Dienstag den 17. October a. c.

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