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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-08-30 · Heft 31 (30.8.1882) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 31 (30.8.1882)
Date
1882-08-30
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Pläne zu vereiteln. Er mußte sterben, sonst hätte er mich verrathen. ״Der Rabbi ist tobt, der Bann wird dadurch von mir genommen, ich heirate Sarah, die Tochter des Aron Eisik, und mit ihr die vollen, schönen Geldsäcke — dann heißt es fort aus dieser Gegend, denn ich fühle es, länger ist meines Bleibens hier nicht mehr." Ephraim Manasse schaute sich jetzt unwillkürlich nach dem Platze um, auf welchem der Kampf stattgefunden hatte. Da auf einmal klapperten seine Zähne wie im Fieberfroft — ein Zittern befällt seinen Körper, bleiernschwer wird es ihm in den Füssen. Vergebens strengt er sich an, vorwärts zu kommen, doch eine überirdische Macht hält ihn zurück. Der Alte, den er tobt glaubte, er steht dort mit drohend erhobenen Händen, unbeweglich wie eine aus Stein gemeiselte Statue. ״Kain — sei verflucht," tönte eine Stimme, so unheimlich, so fürchterlich, daß sich Ephraim die Ohren mit seinen Händen zuhält — dann sank die Gestalt wieder zu Boden. ״Kain sei verflucht, Kain sei verflucht," so klang es immer schrecklicher, immer lauter in seinen Ohren. Wild wie das Toben eines Organs, wie das Brausen des Meeres, wenn dessen Gewässer in wilder Brandung tosen. So schallen diese Worte in seinen Ohren — gleich den Posaunen des Weltengerichtes. Und der Verfluchte — er läuft gleich einem gehetzten Wilde — er flieht jetzt vor dem Gespenste des Gemordeten, der still und ruhig im hohen Schnee liegt und sich nicht rührt. Und dennoch fleht der Mörder — es umtanzen ihn schreckliche Gebilde und Phantome und er eilt immer schneller vorwärts. 9. Triumph des Verbrechens. In einem warmen Gemache im Hause des reichen Geld- Mäklers Aron Eisik saß dieser an einem großen Tische, emsig damit beschäftigt, Geldstücke zu zählen und in kleine Leinensäcke zu binden, eine Beschäftigung, bei welcher man ihn fast immer fand. Ein Klopfen an der Thüre störte ihn darin und unmuthig darüber, schob er das Geld hastig in eine große Lade, versperrte selbe, schob auch noch zur Vorsicht einen Riegel vor und erst dann rief er dem vor der Thüre Harrenden zu, einzutreten. Auf der Schwelle erschien Ephraim Manasse. ״Hat Dich Niemand gesehen, Ephraim, als Du in mein Haus eintratest?" rief Aron Eisik ihm entgegen. ״Mußt vorsichtig sein, denn wenn man wüßte, daß Du zu mir kommst, dann könnte es uns Beiden übel ergehen. Das Gesetz ist streng und streng wird es gehandhabt." ״Ich weiß es, Aron Eisik, ich weiß davon zu erzählen," sagte Ephraim in bitterem Tone. ״Das Gesetz in der Prager Judenstadt wird eben gehandhabt, wie es ihnen gerade passend ist. Oder ist es vielleicht recht gehandelt gewesen, daß man mich mit dem Bann belegte, weil ich die schwindsüchtige Tochter des Gerson Levi nicht heiraten wollte, weil mir Eure Tochter und Eure Freundschaft besser gefiel, darum nannte man mich einen — was weiß ich Alles." ״Was ist jetzt zu machen? Ephraim, Du weißt, ich bin Dir gut, doch" — ״Ich weiß, was Ihr sagen wollt, Aron Eisik, Ihr meint wegen des Bannes. Dafür kann Rath geschafft werden. Ihr ladet einige Männer zu Euch, die sollen den Bann von mir nehmen. Der Rabbi ist todt und daher strenge nach dem Gesetze gehandelt, denn diese sind berechtigt, mich hievon zu befreien. Eigentlich, wißt Ihr, läge mir an der ganzen Sache nicht so viel daran," und dabei machte er mit den Fingerspitzen eine verächtliche Geberde, ״aber — es ist wegen den Leuten, die glauben wirklich, weiß Gott, was solch' ein Cherem nicht Alles kann." (Fortsetzung folgt.) 'J* j§/J RÄP1D' UWJZ? IlSäi SB״״ In allen Culturstaaten der Welt durch Patente geschützt. K. k. ausschl. privilegirt. IB ü LP A fl) Der neuerfundene Dampfkoeher, genannt ״Rapid“, mit Thee-Samovar in solidester Aus* führung laut nebenstehender Zeichnung, ist nicht allein fiir jede Herrschafts-Haushaltung ein Tactisch unentbehrliches Geräth, sondern zugleich die schönste Zierde fiir den elegantesten Speise-Salon auf den Theetisch und eignet sieb als ein schönes, interessantes und allerpraktischestes H oclizeitsgeschenk der Neuzeit. Ohne Doelit, ohne Rauch, ohne Geruch, ohne Uureialichkeit, einfachste Handhabung, binnen 2 Minuten kochendes Wasser mit nur unbedeutendem Spiritusverbrauch und kostet: für 3 Personen aus Bronce fl. 14, aus Chinasilber fl. 20, hochprima fl. 25. 11 | 28 ״ ״ ,23 ,< 11 ״ ,16״ ״ ״ ״. ,1 o 11 ״ ״ ״ £-! n 11 11 3יי* 11 11 1״• 11 rs ״ ״ ״ ״ <äs, ־ 11 11 ״*a! 11 11 3י• Für Thee-Feinschmecker existirt keine andere Theebereitung mehr, wenn sie das so edle gesunde Getränk mit dieser Bereitung nur einmal versucht haben. Ferner sind ,,"Rapide“ aus Kupfer ohn; Samovar, worauf jedes beliebige Koehgefäss gestellt werden kann, kleine Gattung fl. 2.80, grosse Gattung fl. 3.80, und endlich mit einer Construction, für Fleischspeisen sehr geeignet, mit 5 Flammen und Regulator, kleine Gattung fl. 1.80, grössere Gattung, welche sehr empfealenswerth, fl. 2.50! zu haben bei den Gründern in der gM- Chinasilber- und Broncewaaren-Fabrik «E Co. 3L m; WUElir Lager uns Comptoir: I., Kärntnerstrasse Nr. 14, I. Stock. Gebrauchsanweisung wird jedem ״Rapid“ beigegeben. — Postsendungen gegen Nachnahme. Emballage zum Kostenp!eis. gfSF־־ Schutzmarke auf jedem Stück.

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