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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-08-06 · Heft 28 (6.8.1882) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 28 (6.8.1882)
Date
1882-08-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische fpriinnmtrotitins-fSrMs) für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3 — Vierteljährig . fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig. . fl. Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 incl. InstkUang in'» Han». J Organ für die (feaimut -MmMN jüdischer Cantaren. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrkoö Wcruev. r ^cdaciton unö Administration Lropoldstadt, Circusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Ur. 28. Wien^, 6. Äugust 1882. 2. Jahrgang. Muslkbcilagen und 89,18011 morto. Wie wir es vor wenigen Tagen vorausgesehen, ist es auch gekommen! In unterem Leitartikel ״Musikbeilagen" schrieben wir: ״Nun kommen wir auf einen heiklen Punkt zu sprechen. Die von uns gebrachten Compositionen sollen keineswegs Abdrücke schon bestehender Compositionen, sondern es sollen neue Schöpfungen unserer Collegen selbst sein. ^W^derart. daß sie gar manche schöne Composition geschaffen, aber unbenützt im Kasten liegen haben, weil ihnen eben die Ueberzeugung fehlt, daß sie wirklich Gutes geschaffen, das für die Oeffentlichkeit taugt. Nun möchten wir den Vorschlag machen, die Collegen wollen uns freundlichst zeitweise diese ihre Compositionen übersenden. Ein Comitä von tüchtigen Fachleuten wird dann zusammentreten, die Arbeiten prüfen, das Beste auswählen und dieses soll dann immer als ״Musikbeilage" für unser Blatt dienen. — Wir sprachen vorher, daß wir auf einen heiklen Punkt zu sprechen kämen und wollen damit Folgendes verstehen: ״Voraussichtlich werden wir gar manche Composition von unseren Collegen eingesendet erhalten, welche in ausgezeichneter Weise geschrieben und durchdacht ist und doch wird sich wahrscheinlich darunter eine oder zwei befinden, welche aus irgend einem Grunde den anderen Compositionen vorzuziehen sind, ohne vielleicht gerade ein Anrecht zu besitzen, besser zu sein. ״Für diesen selbstverständlichen Fall müßten wir nun die Ueberzeugung haben, daß sich ein oder der andere College nicht etwa zurückgesetzt fühle." ■ Wir haben wirklich so viele, ״Compositionen" eingesandt erhalten, daß wir ganz ungläubig auf diesen Convolut hinstarrten und gar nicht wußten, was damit beginnen. Alles beklagt sich über die ״Saison morte“, bet der Einsendung von Compositionen ist darüber wirklich nicht zu klagen. Doch endlich mußten wir uns ja doch entschließen, die Arbeiten einer Prüfungseommission zu überantworten. Ehe selbe noch an's Werk gegangen, ehe selbe nur noch eine Note gelesen, kamen uns schon wieder Briefe eingesendet, in welchen wir oft ganz energisch befragt wurden, warum dies oder jenes Werk, welches wir doch gewiß erhalten, da es ja der Post recommandirt zur Beförderung übergeben worden sei, noch immer nicht reproducirt re. Nun, in dieser Weise geht es nicht, und wir müssen trachten, einen anderen Modus zu finden! Die Prüfungscommission Hütte ganz allein nur mit den bereits,eingesendetenvon Früh bis, Abendsdurch Wochen hindurch zu thun — und dann, wenn wir das. oder jenes Werk einesCol legen veröffentlichen, stürmen alle anderen über uns ein, fühlen sich beleidigt, gekränkt. Nein, so geht es eben nicht und wir müssen vorläufig noch die ״Musikbeilagen" sistiren, vorläufig noch und in so lange, bis wir durch einen getroffenen Modus nicht mehr befürchten müssen, uns viele unserer lieben Collegen zu Feinden zu machen. Es treten ohnehin in Kurzem mannigfache Veränderungen in der Redaction unseres Journales ein. So ist es uns beispielsweise gelungen, eine ganz ausgezeichnete Kraft, einen liebenswürdigen Collegen für unsere Redaction zu gewinnen (vorläufig wollen wir den Namen desselben verschweigen, doch sind wir überzeugt davon, daß alle unsere Collegen mit uns darüber erfreut sein werden). ׳ Hiedurch hat sowohl unser Journal als auch der Verein selbst eine neue Pulsader gewonnen. Unsere Collegen werden jedenfalls darüber erstaunt sein, daß wir in letzterer Zeit so wenig, ja fast gar nichts über Vereinsangelegenheiten bringen, aber wir haben diesbezüglich eine gewichtige Entschuldigung, die Schatten der Saison morte haben sich auf unsere Stadt gelagert, haben einen großen Theil der Bewohner Wiens nach allen Theilen der Windrose hinausgetrieben, in Sommerfrischen, Villeggiaturen, Bäder rc. Um jedoch unseren Zweck zu erreichen, um den Verein kräftig und blühend erstehen zu sehen, müssen wir vor Allem dqrauf bedacht sein, die nöthigen Geldmittel zu beschaffen und Die nächste Nummer der ״Lesterr.-nngar. Cantoren-Zeitnng" erscheint Montag den 14. Augnst a. c.

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