Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 27 (29.7.1882)
- Date
- 1882-07-29
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/1304829-3452870-3452896--0238-3454256- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Es liegen uns diesfalls hinsichtlich Amerikas zwei Pro- "jccte von weit auseinander gelegenen Landstrichen vor: aus Texas und Canada. lieber Texas würde uns aus London eine Flugschrift mitgetheilt, die sich über alle Verhältnisse dieses noch sehr wenig bevölkerten Theiles der amerikanischen Union in sehr gründlicher Weise verbreitet. Die klimatischen Verhältnisse sind günstiger als in den tiefer gelegenen Provinzen und die Erwerbung von Grundeigenthum sehr erleichtert, den zum Ackerbau und Handwerk Befähigten die Aussicht. zum Fortkommen eröffnet.... So erscheinen mir die Agenden der Allianzen dahin zu vervollständigen, daß sie den Glaubensgenossen nicht nur die Wege zu ebnen suchen, die sie. zur Er- -langung noch lückenhafter Staatsbürgerrechte führen, sondern da, wo die sich hier entgegenstellenden Hindernisse sich unüberwindlich erweisen, die Pfade zur 'Gewinnung des Weltbürgerthums erschließen zu helfen. Zum Schluffe bespricht die Brochure *) den Gottesdienst. Die Chewra Kadischa, d. i. der Bruderverein zur Bestattung der Todten und zur Unterstützung der Kranken, hat!hiebei einen traditionell begründeten Vorrang, der ihr hier gewiß nicht bestritten werden soll, doch sollten die betreffenden 'Erfordernisse, sowie jene der eingeführten rituellen Anstalten möglichst beschränkt werden, damit gleichberechtigte Ausgaben sich nicht verkürzt finden. Hssener Sprechfaul' für Alle. Geehrter Herr Redacteur! In der jüngst erschienenen Nummer Ihres geschätzten ׳Mattes׳ behauptet Herr Adolf Singer, Cnntor in Neuj: bidsch o f, daß ihm mittelst Correspondenzkarte die Mittheilung .zukam, den Gründungsbeitrag nicht nach Wien, sondern an den Cassavorstand in Prag zu senden. Ebenso erklärt Herr Adolf Singer, vom Cassavorstande in Prag aufgefordert worden zu sein, aus die ״Cantoren- Zeitung" nicht zu abonniren. Hierauf erlaube ich mir zu erwidern, daß besagte An« -gaben sich keineswegs bestätigen. Wohl sind über Beschluß der Cantoren Prags Correspondenzkarten an die Cantoren Böhmens abgesendet worden, allein der Inhalt ist mir bekannt und war weder von einem 'Cassavorstande in Prag, noch von Ihrer geschätzten Zeitung darin die Rede**). Herr Adolf Singer wird gewiß im Interesse der Wahrheit einer löblichen Redaction der ״Cantoren-Zeitung" die "Einsichtnahme in die betreffende Correspondenzkarte nicht verweigern. In aller Hoachtung David Rubin. Prag, 24. Juli 1882. *) Diese bei Alfred Holder, k. k. Hofbuchhändler, I., Rothenthurmstraße 15, erschienene Brochure enthält so viel des Interessanten und Lehrreichen, daß wir selbe auf das Beste zu empfehlen in der Lage sind. **) Wir würden lebhaft bedauern, wenn wir irrthümlich berichtet hätten, freilich ohne all' unser Zuthun, doch immerhin sind wir der Ansicht, daß diese durch die Zweigniederlassung in Prag ausgesandten Correspondenzkarten keine Berechtigung haben und deren Inhalt eine keineswegs collegiale, friedfertige Haltung verräth. Leider haben wir uns jedoch, was Vereinsangelegenheiten betrifft, daran gewöhnt, daß wir in ^isqsj Richtung provocirt werden. Sehr geehrter Herr Redacteur! Ihrem sehr geschätzten Blatte Nr. 24 vom 5. d. M. entnehmen wir mit lebhaftem Bedauern, daß der darin mit ״Unsichere Stellungen" überschriebene Redactionsartikel die unrichtige Angabe enthält, daß die israelitische Cultusgemeinde, die zu vertreten der Gefertigte die Ehre hat, unter jene Gemeinden zu zählen sei, die alljährig mit dem Cantorposten Experimente machen und ohne allen Grund einen Personen- Wechsel eintreten lassen. Dieser eben so unrichtigen als unwahren Behauptung halten wir entgegen, daß der hier angestellte Cantor seit nahe fünf Jahren in Thätigkeit ist, seine contractliche Stelle Ende August 1883 endet und bisher ein Beschluß wegen eines Personenwechsels nicht gefaßt wurde, so daß wir annehmen müssen, daß dieses Ihnen nur in böswilliger Absicht derichtet wurde. Wir ersuchen Sie daher, den Sachverhalt gefälligst etwa durch eine Redactionsnotiz mit Berufung aus unsere ergebene Zuschrift richtig zu stellen und sprechen Ihnen dafür unseren Dank aus. Wir benützen diese Gelegenheit, Ihnen bekannt zu geben, daß wir sowohl Ihrem geschätzten Blatte als auch dem Cantorenvereine unsere besten Sympathien entgegenbringen und werden wir demselben unsere Unterstützung nicht entziehen*). Genehmigen Sie die Versicherung unserer besonderen Hochachtung Israelitische Cultusgemeinde Znaim am 20. Juli 1882. Der Vorstand: Jac. Schick. Znaim, am 23. Juli 1882. Sehr geehrter Herr Redacteur! In der Nummer 24 Ihres sehr geschätzten Blattes wurde in dem Artikel ״Unsichere Stellungen" die hiesige Cultusgemeinde sals solche genannt, in welcher alljährlich mit den! Cantorposten Experimente gemacht werden und eine Verlängerung des Vertrages mit dem Cantor gar nicht stattfindet. Da ich aber seit 1. September 1877 in der hiesige!: Gemeinde als Cantor und Religionslehrer angestellt bin und die Verlängerung meines Vertrages schon vor Ablauf meiner ersten dreijährigen Amtsperiode, u. zw. am 14. März 1880 von Seite der damals stattgehabten Generalversammlung ohne Debatte einstimmig und en bloe angenommen worden ist, sehe ich mich veranlaßt, diese Zeilen an Sie zu richten und um gütige Ausnahme derselben in Ihr sehr geschätztes Blatt Höflichst zu bitten**). Hochachtungsvollst Max Reiß, Cantor und Religionslehrer. *) Seinerzeit, als wir den Artikel brachten, waren wir von ver Wahrheit des darin Besprochenen vollkommen überzeugt, deshalb schon, weil uns die Nachricht von einer Seite zukam, welche uns sehr Vertrauenswürdig schien. Anderseits liegt uns die Pflicht ob. unsere College« in jeder Weise zu schützen und zu vertheidigen. Nachdem wir nun der vorstehenden Zuschrift, sowie auch der nachfolgenden unseres Collegen Reiß, der doch gewiß die beste Auskunft zu geben vermag, entnehmen, daß wir irrthümlich, wenn auch nicht vielleicht in böswilliger Absicht, berichtet wurden, freut es uns, die Gemeinde in Znaim zu jenen zählen zu können, über welche sich die Collegen nicht zu beklagen haben. **) Wir sind Ihnen für diese Aufschlüsse sehr dankbar, da wir hiedurch in die Lage kommen, Ihrer Gemeinde Satisfaction zu geben.