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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-07-27 · Heft 23 (27.7.1882) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 23 (27.7.1882)
Date
1882-07-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch'Ungarische räniimcratinHS -Preis^ für Wien und Umgebung nnd Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 -\J\j- Für das Ausland: Ganzjäbrig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 incl. 3nlUUang in'» fjant. ^Jj Organ für die GeZMint-IutereZZm jüdisihrr Cnniorai Erscheint jeden achten Hag. Sctladton Begründ er: Obercantor Icrkoö Wcrrrerr. j und! Administration! Leopoldstadt, j Circusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Ur. 23. Men, 27. Luni 1882. 2. Zahrgang. Die Rechte -er Lantoren. Ehe wir daran gingen, einen Verein für Cantoren in's Leben zu rufen, dessen Hauptaugenmerk darauf hin gerichtet sein soll, den Stand des jüdischen Cantors zu heben, ihm jenes Ansehen zu verschaffen, das er als geistlicher Functionär zu beanspruchen ein Recht hat, lange — viele Jahre, ein Vierteljahrhundert vorher gab es einen Mann, dessen Streben damals ebenfalls dahin ging, in dieser Richtung zweckdienlich zu wirken. . Dieser Mann war der von uns Allen verehrte Ehren- Präses Professor Sulz er, der damals nichts unversucht ließ, dem jüdischen Cantor sein Recht dem staatlichen Gesetze gegenüber zu verschaffen. In welcher Weise er seinen Zweck erreichen wollte, geht aus einem uns durch die Liebenswürdigkeit eines Collegen zur Verfügung gestellten Originaldocumente hervor, das wir nachstehend in seinem vollen Inhalte folgen lassen: Erklärung! Der ergebenst Gefertigte erlaubt sich, eine hochlöbliche Conscriptionsbehörde darauf aufmerksam zu machen, daß die Befreiung von der Militärpflicht, die man dem Rabbinatscandidaten angedeihen läßt, biüigerweise dem Cantoratscandidaten nicht entzogen werden könne. Der Cantor der Israeliten ist geistlicher Functionär, Vermittler der Gemeinde am Altäre des Herrn, und hoffe ich, daß diese für den israelitischen Cultus so wichtige und eingreifende Frage mit Nächstem jene Lösung finden wird, wie in andern Ländern, wo der Chasan als ״ministre officiant“ vom Staate anerkannt und besoldet wird. Bis dahin wolle eine hochlöbliche Behörde im gegebenen Falle eine rücksichtsvolle, milde Entscheidung Platz greifen lassen. Wien, am 8. Januar 1863. S. S u l z e r, Obercantor der Israeliten in Wien. Vorliegende Erklärung wird ihrem ganzen Inhalte nach bestätigt. Wien, den 8. Januar 1863. - Lazar Horwitz, Rabbiner. Leider war die Zeit damals noch nicht gekommen, um diese Ideen zur Geltung zu bringen und wenngleich in einzelnen Fällen diesbezüglich von der Regierung Ausnahmen gemacht wurden, im Ganzen und Großen blieb es eben beim Alten. Freilich, wie bereits gesagt, war damals noch nicht die Zeit hiefür und dann fehlte auch unter den Collegen selbst das richtige Verständniß. Sie fühlten sich unterdrückt, sie glaubten auch gar nicht daran, daß ihnen überhaupt jemals Hilfe kommen könne, sie hatten noch immer die finsteren Zeiten im Kopfe. Heute ist es ein Anderes — heute wird es nicht allein beim Versuche bleiben, genießen wir ja doch dieselben Rechte, wie jeder andere Staatsbürger — heute werden, müssen wir reussiren — freilich auch nur dann, wenn ein inniges, festes Zusammenhalten, ein gegenseitiges Bertrauen existirt. Nur dann, wenn Alle ohne Ausnahme für die Sache sind, wenn alles Gehässige, Persönliche abseits liegen bleibt, wenn nur dem einen Ziele zu gestrebt wird. Und dies geschieht leider nicht immer. Und gerade in letzterer Zeit, nach erfolgter Constituirung des Vereines, wurden von einigen Collegen in Böhmen absichtlich Schwierigkeiten hervorgerufen. Solche Kleinlichkeiten sind ganz und gar dazu angethan, das Ansehen des Vereines und seiner von der Generalversammlung gewählten Vertreter zu schädigen und überhaupt steht Niemandem das Recht zu, mit Ausnahme der Vertreter der Centrale, Namens des Vereines an die Mitglieder Mittheilungen ergehen zu lassen. Wie gesagt, wenn Einigkeit und Friede unter uns Herrschen, dann werden wir auch rasch und sicher an's Ziel gelangen, dann wird unser Verein groß und mächtig. Also hüten wir uns vor Unfrieden und leihen wir niemals unser Ohr bösen Einflüsterungen und aufhetzenden Reden. Einer unserer geistreichsten Collegen in Böhmen äußert sich darüber in einem an die Redaction gerichteten Schreiben folgendermaßen: Die nächste Nummer -er ״Oesterr.-nngar. Cantoren-Zeitung" erscheint Mittwoch den 5. Juli a. c.

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