Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 22 (19.6.1882)
- Date
- 1882-06-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische n - Zeitung. Organ kür die Gestammt-IickrrZM jüdischer GMareu. Erscheint jeden' achten Tag. Begründer: Obercantor Icrkoö Mcruev. Ur. 22. Men, 19. Luni 1882. 2. Zahrgang. r ctlacfian Administration Leopol-sta-t, Circusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht ן retournirl. J {% SN ffrBnnmeratinns-Jfms für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig . . fl. T■— Halt'jihrig . . fl. Z.50 Bierreljährig .fl. 1.75 incl. 3atlrQang in's Haas. ־JJ Der Oesterreichisch-ungarische und der Deuische Cantorenuerein. Das sehr geschätzte Vereinsorgan des ״Deutschen Ca ntvren verein es", ״Der jüdische Cantor", in Bromberg bringt in seiner letzten Nummer unter dem Titel ״Varianten über Variation des Themas ״Diejüdischen Cultusämter", die Fortsetzung eines vorzüglich geschriebenen . Artikels......-'..1״. Im Nachstehenden sehen wir uns veranlaßt, einen Theil dieser Fortsetzung in unserer heutigen Nummer zu reproduciren, indem wir uns Vorbehalten, später die Erklärung über dieses unser Thun abzugeben. Der Artikel lautet: ״Wie sieht es denn mit unserem, so viele Hoffnungen versprechenden ״Cantorenvereiue" aus? Ist er besser daran als der österreichische? Leider Gottes! Mit schwerem und kummervollem Herzen müssen wir diese inhaltsschwere und verhängnißvolle Frage mit ״Nein" beantworten. Auch hier haben wir Männer an der Spitze, die mit dankenswerther Opserwilligkeit und edler Uneigennützigkeit den Verein aus die Füße stellen möchten, aber was nützt alle muthvolle Anstrengung, wenn sie vor Allem mit automatischer Schlaffheit und Leblosigkeit zu kämpsen haben? Muß da nicht der beste, redlichste Wille und der feurigste, begeistertste Muth brechen?Nach dreijährigem Bemühen um die Constituirung dieses Vereines unter einer Minimalzahl von 12—1300 Cantoren in Gesammtdeutschtand brauchte man doch wahrlich nicht gar zu sehr optimistisch beanlagt zu sein, um glauben zu können, daß mindestens die Hälfte dieser Zahl dem Vereine, beitreten würde und daß jedes Vereinsmitglied bis jetzt mindestens doch den Beitrag der ersten zwei Jahre längst entrichtet hätte, aber die in Nr. 10 d. I. bekanntgegebene Mitglieder- und Zahlungsliste unseres hochzuverehrenden Rendanten hat uns die Augen geöffnet und Aufklärung darüber verschafft, eine Aufklärung, die uns aus allen unseren Himmeln mit. furchtbar dröhnendem Getöse herauswarf. — Also nicht mehr als nur 100. Mitglieder zählt unser so hochgepriesene, mit Recht zu vielen Hoffnungen berechtigte Verein? Dazu sind die Meisten noch im unerklärlichen, zur Bitterkeit anregenden Rückstände. Was soll unter solchen! Verhältnissen aus dem Verein, was aus uns werden? Soll; die rastlose Thätigkeit unseres Biedervorstandes, die langjährige Mühe unseres Redacteurs, unserer beispiellosen Nachlässigkeit wegen zu Schanden und so viele begründete Hoffnungen unseres Siechthumes wegen zu Grabe getragen werden? Nein und - rrintmermehp!״ — -Brirder״״nnd^Eullegerr,׳raffenwir-umsaus׳ dem betäubenden Schlummer der Unthätigkeit und Sorglosigkeit auf! Zeigen wir unseren Wohlthätern, dem verehrten Vorstände und Denen, die sich um den Verein Verdienste erworben, daß wir ihre Mühe mit tiefem, innigem Danke zu belohnen verstehen, dadurch, daß wir ihnen wenigstens keine Schwierigkeiten bereiten und nicht ihre seltene Ausdauer und väterliche Geduld bisauf's Aeußerste treiben . . . Nehmen wir uns ein gutes Beispiel an unseren österreichisch en und ungarischen Brüdern, die, kaum daß der Ausruf z u m A n s ch l u s s e a n d e n z u r G r ü n d u n g b e a b s i ch t i g t e n Verein erlassen, in Hellen Haufen zu Hunderten an ge strömt kommen, um sich da au sn eh men zu lassen und thätig in Wort und Schrift zur Sicherung und Feststellung dieses Vereines mit einzugreisen und mitzuwirken. Wir wollen uns nicht etwa in den Geistesfähigkeiten mit einander messen, allein ich glaube, daß wir in Deutschland nicht minder Geistesgrößen ersten Ranges in unserer Mitte besitzen, als wie die in Oesterreich-Ungarn. Was uns aber leider fehlt, i st die glühende, nimmer verlöschende Begeisterung (נר תמי-ד) und die gleichmäßig anhaltende Wärme für eine anerkannt gute und allgemein nützliche Sache, welche Eigenschaften wir uns von unseren ö st e r r e i ch i s chungarischen Co liegen a n e i g n e n müssen." Wenngleich.unser Verein, der freilich erst einige Wochen besteht, über eine weit größere Mitgliederanzahl verfügt, so können wir nicht umhin, auch den Collegen der österreichisch- Die nächste Nummer -er ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitnng" erscheint Dienstag oen 27. Jnni a. c.