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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-06-11 · Heft 21 (11.6.1882) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 21 (11.6.1882)
Date
1882-06-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch-ungarische ^PiMllmirotmns-Piiis^ für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . Halbjährig . Vierteljährig fl. 6.- fl. 3.- fl. 1.50 Für das Ausland: Ganzjährig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 jafhllang in’« fjam. Organ die GesllMmt-ÄMMll jüdischer (tmtorm. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrkob Wcruer7. tf' ^ctlacfxan Administration Leopoldstadt, j Circusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. ---- Ur. 81. Men, 11. Lnni 1882. 2. Jahrgang. A v i s o! Alle unsere geehrten Abonnenten, die mit ihrer Pränumerationsgebühr für das II. Quartal bis heute noch im Rückstände sind, werden dringend ersucht, selbe in den nächstem Tagen einzusenden, da unser Unternehmen mit großen Kosten verbunden ist und wir auch unseren Verpflichtungen Nachkommen müssen. Die Administration. Der erste österr.-ungar. Canlorentag am 29., 30. und 81. Mai. Von E m i l F r ä n k e l, S t r a k o n i tz. Mit innigster Freude und wahrhaftem Stolze, Cantor zu sein, mit gehobenem Standesbewußtsein, einer Corporation von Männern anzugehören, wo eine fo bedeutende Summe von Intelligenz vorhanden, deren äußere Würdigkeit dem hehren Bewußtsein der Heiligkeit des Standes, dem Decorum entspricht, die sich als logische, gediegene Redner von Tact und Kaltblütigkeit wie sonst als Sänger des Herrn auszeichneten, bin ich in meine Gemeinde nach den Ehrentagen des 29., 30. und 31. Mai vom I. österr.-ungar. Cantorentage aus der Haupt- und Residenzstadt Wien zurückgekehrt!!;. Wer von den so zahlreich Anwesenden aus allen Gauen der österr.-ungar. Monarchie wird diese drei Tage je vergessen!? Die große Versammlung, in deren Mitte der 80jährige S u l z e r, der Meister unter seinen Jüngern, der Vater unter seinen Kindern, weilte! Wer kann das Bild vergessen, als uns Vater Sulz er segnete und sein Schir-Zion unserer Obhut als Erbschaft an's Herz legte, wie wir den ehrwürdigen Greis auf unsere Schulter hoben und umjubelten! So wie ich nach officiellem Schluffe des Cantorentages, als ich ein fröhliches Wiedersehen in drei Jahren inB u d a p e st meinen Collegen zurief, bemerkte, daß von diesen Tagen an unser Standesbewußtsein gehoben, wir Cantoren in geschloffener Phalanx als Corporation uns repräsentiren, die ihre Interessen und Ansehen zu wahren wissen werden, die jeder Anmaßung und jeden Angriff, seien sie curgemäß, oder aus gedecktem Hinterhalte, oder aus Größenwahn, solidarisch zu begegnen wissen werden: durch die Gründung der llnterstützungscaffa lindern wir die Noth der Bedürftigen!! Durch die Gründung einer Cantorenschule in Wien ver- : pflanzen wir Sulzerös Werke, Sulzer's Geist, Sulzeris Tradition aus die Nachwelt. Durch unser Vereinsorgan, die ״Oesterr.-ungar. Cantoren- Zeitung", die Gründerin des ״Vereines,, die nur sachliche Fachartikel und später gewiß auch Musikbeilagen (Recitative) bringen wird, unterstützen wir gegenseitig unsere culturellen Bestrebungen. Durch die vertrauliche Bekanntmachung jener Gemeinden, die so oft ungerechtfertigter Weise ihre Cantoren wechseln, um eine billige Abwechslung, eine neue Garnison zu bekommen, um nach kurzer Pause wieder zu korchim und die Familien- Väter an die Luft setzen oder ihnen das Leben verbittern, daß sie selber gehen, ist es den Collegen möglich, diesen Gemeinden den Rücken zu kehren. Durch die Vereinsleitung in der Centrale und den Provinzen werden wir gewiß sein können, daß wir auf der Hochwacht stehen, wenn der Zeitpunkt gekommen sein wird, wo für Staatsanerkennung, Staatsanstellung - wie in Frankreich, Würtemberg propagirt werden muß und wenn es an der Zeit, die Staatssubvention für den ״Oesterr.-ungar. Cantorenverein, anzustreben. Collegen, Brüder! Seit dem 29., 30. und 31. Mai 1882 stehen wir nicht . mehr allein, nicht mehr verlassen da, unser Vater ist wie immer Gott, unsere sorgsame Mutter ist unsere Verbrüderung, unser Verein! Wir gravitiren nach Wien, viribus unitis, das sei unser Losungswort! Seit den drei Tagen fühlen die Cantoren, daß die Willkür, der Uebermuth, die Cabale, die Krähwinkliade die Macht verloren, daß der Cantor, Chasan einen gedeckten Rücken, eine Basis gefunden. Möge Jeder die Interessen des Vereines mit Wärme vertreten, heiße er Chasan, Cantor, Obercantor oder gar Oberstcantor, viribus unitis und nun zum Schluffe Mozart's Herrlicher Gesang, der also lautet: Die nächste Nummer der ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung" erscheint Montag den IS. Juni a. c.

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