Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 17 (7.5.1882)
- Date
- 1882-05-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Oesterreichisch-ungarische ^Piämimkilltiinr-Prnr^ für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 -\J\J- Für das Ausland: Ganzjährig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 Zlllitllllllg i»'» Hü»r. d - Zeitun Organ die GrZllmmt-MereZseu jüdischer Lllutorrv. Erscheint jeden achten Tag. Begründer: Obercantor Icrkoö Wcrrrev. ^ctlaeüon und Administration Leopol-sta-t, Eircusgasse Nr. 20. Inserat« werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. 1 Ar. 17. Wien, 7. Mai 1882. 2. Jahrgang. Anhalt: Vom Cultusbeamtenverein in Budapest. — Vereinsmitglieder. — Musikbriefe. — Wie soll der Gesang in der Volksschule gepflegt werden? — : . Vom Samstage. — Kleine Chronik. — Feuilleton: ״Jehuda ben Halevi.". — Inserate. — Vakanzen. Vom Cu ltus dramteuuerrin in Lu-apeft. So gerne wir es vermieden Hütten, von dem ungarischen ^ultusbeamtenWeiN zü sprechen, dessen GründMg'Mfffo viel Eile betrieben wurde und dessen ״Geheimstatuten" wir kürzlich brachten, so können wir dennoch nicht umhin, demselben heute einige Zeilen zu widmen, da wir durch verschiedene Zuschriften hiezu aufgefordert werden (und deren besitzen wir eine ganz respectable Anzahl). Alle an uns ergehenden Zuschriften von Collegen aus Ungarn gipfeln in dem einzigen Schlußresrain: ״Die Zwecke und Absichten, die dieser Verein verfolgt, sind ganz andere, als wir erhofften; einem solchen Verein können wir, trotz der Persönlichkeit, die demselben vorsteht, nicht beitreten." Die Verschiedenheit der in dem Vereine zusammengewürfelten Elemente, die Eigenartigkeit des Statutenentwurses oder, um es gerade herauszusagen, das verblüffende, aber sichere ״Nichts", welches den Mitgliedern während der ersten drei Jahre und das fragliche ״Etwas", das nach den drei Jahren in Aussicht gestellt wurde, hat selbst Diejenigen, die ihre Sympathie diesem ״Vereine" entgegenbringen wollten, ganz und gar abgeschreckt.; , Selbst jene mit so großem Geschrei im ״Pester Lloyd" veröffentlichte Notiz über den stattgehabten Cantorentag in Pest verstieg sich nicht einmal zu einem gewöhnlichen Knalleffect. Die Notiz lautet: Der seit lange geplante Ungarisch-israelitische Cultusbeamtenverein hat' sich heute unter Vorsitz des Obercantors! Prof. Friedmann constituirt. Die Versammlung bestand zumeist aus Cantoren, doch waren auch mehrere Rabbiner und .Secretäre-anwesend. Die Statuten wurden berathen und mit -einigen Modificationen angenommen. Nachdem die General-; Versammlung durch' Herrn Dr. Goldberg Herrn Friedmann, als den Begründer des Vereines, ihren Dank ausspre chen ließ, wurde zur Wahl geschritten. Gewählt wurde mit Acclamation Obercantor Prof. Fried mann zum Präses und fol gende Mitglieder in den Centralausschuß: Dr. Goldberg,! Dr. Farkas, Cantor Schuschny, Cantyr Keller, Professor Bl o ch, Rabbiner Pollak, Emanuel Kann, Secretär Frank, Julius Adler, Secretär Schwarz, Cantor Eibenschütz, Director Seligmann; außerdem wurden für die verschiedenen Gegenden des Landes Bezirksvorsteher׳ gewählt. Der Präses׳ votirt dem Vorstande der Religionsgemeinde protocollarischen Dank für die Ueberlassung des Berathungssaales und schließt — mit einem dreimaligen Hoch auf Köniz und Vaterland — die Sitzung. Wie man uns berichtet, und zwar ans ehrlicher, un- ׳ p arteiischer Quelle, war der Besuch am Cantorentag solch' ein geringer und waren die Mitglieder vorherrschend nur Rabbiner, Sekretäre rc., so daß die anwesenden Can-« toren in der Minorität waren und überhaupt die Cultusbeamten in Pest des schwachen Besuches wegen die ״Majorität" bildeten. Wir geben unseren Collgen, fern und nah, unser Ehrenwort, daß. wenn der Besuch des Cantorentages in Wien am 29., 30. uud 31. Mai a. c. eben so eim schwacher ist, dann .werden wir offen und ehrlich die Erklärung abgeben, ״daß die Zeit für uns noch nicht gekommen sei, — daß wir allesammt noch unreif zum Selbstdenken, Selbsthandeln. Doch solch' ein״Fiasco" haben wir nie zu befürchten, wir arbeiten mit Männern; die. keine Furcht kennen, ein Beweis hiefür, daß Tag für Tag bei uns neue Anmeldungen zum Vereine von ungarischen Collegen einlaufen. Freilich wird man uns der Lüge zeihen, man wird sagen, daß unserem Vereine keine ungarischen Cantoren beigetreten seien oder wenn — so sei dies eben nur ein ganz verschwindend kleiner Theil. — Wir verweisen aber diesbezüglich auf den in jeder Nummer von uns gebrachten Ausweis der Vereins- Die nächste Nummer der ״Oesterr.-ungar. Cantoren-Zeitung" erscheint Montag den 15. Mai a. c. **.*KrtmusTj