Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 14 (13.4.1882)
- Date
- 1882-04-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Oesterreichisch-ungarische /5 \י Prilniimelllilllns-Preis für Wien und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 —\S\J— Für das Ausland: Ganzjährig. . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 ^incl. Zustellung i»'r %ans. Organ für die GeZMmt-InirresZkll jüdisiher (tauiliM. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrkob Mcruev. ״גודלך תפיל בתובינו הבורה אחת יהי לבלגר ״Theile Lein Los mit ans denn rin Land vrrdin-e uns 3UU“ ^cüaelian Administration Lropoldsta-1, Circusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuscripte werden nicht retournirt. Nr. 14. Wien, 13. April 1882. 2. 3al)tgang. IrrHcrtt: Vereinsangelrgenheit^n. — Vereinsmitglieder. — ״Cüad Gadja“. — Musikbriefe. — Die sociale Stellung des Juden in.der Gegenwart — Berühmte Cantoren und Compositeure. — Kleine Chronik. —. Feuilleton: ״Jehuda ben Halevi.". —..Inserate. — Vacanzen. VereinsangeLe^enheiten. An etwa 2000 Collegen haben wir. den Statutenent w u r stelle s ' ״O eff err. -un g ar. C a n t oren ver^eim^s in Wien" versendet und zahlreiche Beitrittserklärungen sind bereits eingegangen und kommen uns stündlich zu. Es ist aber auch ganz und gar nicht anders zu erwarten. Ungeachtet die Mitglieder des gedachten ,ungarischen" Vereines gleiche Rechte haben sollten, da sie auch gleiche Pflichten dem Vereine gegenüber zu erfüllen haben, so' wird gar bald ״der Rabbiner^ dem Cantor und allen anderen Mitgliedern sich vorgezogen wissen wollen, wird eine dominirende Stellung beanspruchen und der Cantor, obwohl er nicht dessen Untergebener ist, wird dennoch zum Schweigen verurtheilt sein, da er gezwungen ist, mit ihm zusammen zu leben. Was die pecuniären Vortheile unseres Vereines-anbetrifft, so ist selber derart organisirt, daß mit den ganz geringen Ein- Zahlungen der Mitglieder Erkleckliches geleistet werden kann. Es kann gar kein Zweifel darüber aufkommen, daß unser Werk in der ganzen Monarchie und selbst im Auslande allgemeinen Beifall gesunden. Ein ganz geringer Th eil unserer Collegen in Ungarn ist noch unschlüssig, nachdem auch speeiell für Ungarn ein Verein in's Leben gerufen werden soll, und zwar von unseren Widersachern; dieser Verein soll jedoch nicht für ״Cantoren", sondern für ״Cultusbeamte" überhaupt geschaffen werden, kann demnach also unter keiner Bedingung Das bieten, was wir anstreben, da ein Verein für Cantoren, Rabbiner, Lehrer, Schames, Kanzleibeamte 2c. — also aus ganz Heterogenen Elementen zusammengesetzt — ein Monstrum ist, der überall Anstoß erregen wird und der auch keinesfalls der Tendenz unseres Vereines entspricht. ׳ Es sei zugleich erwähnt, daß in unserem Programm einer der wichtigsten Punkte ״die Hebung des Cantorenst an des im Allgemeinen", die Förderung der Interessen desselben sein soll, daß aber, sobald es.sich um einen Verein — aus verschiedenen Elementen zusammengewürfelt — handelt, die Lösung der gestellten Aufgabe ein j Ding der Unmöglichkeit ist, da die Interessen der einem ver- : schiedenen Stande angehörenden Mitglieder oft geradezu ' zuwiderlaufen. Ein Verein, der auf solche Weise die Anzahl seiner Mitglieder zu vergrößern sucht, trägt schon vom Anfang an den Keim der Zwietracht an sich und kann nie gedeihen Nehmen wir beispielweise den ß. 5 unseres Statutes. Wenn unser Verein nur 800 Mitglieder zählt, so erhält die überlebende Witwe, resp. deren Kinder vom Vereine einen Betrag von Eintausendsechshundert GuldeN ausbezahlt. Mit diesem kleinen Capitale ist der Witwe die Möglichkeit geboten, sich selbst eine Existenz zu gründen. Ferners sollen die eingezahlten ordentlichen Beitragsleistungen angesammelt und hiedurch ein mächtiger Vereinsfond geschaffen werden, welcher dazu bestimmt ist, unser ursprüngliches Wollen, eine ״Pensionscassa" zu gründen, zu verwirklichen. Außerdem werden aus diesem Fonde an hilfsbedürftige Collegen Unterstützungen verabfolgt und wenn wir innig zusammen halten, wenn wir Alle dem Vereine ängehören, -wenn der Verein stark und mächtig sein wird, ist auch darauf Bedacht genommen worden, daß die Mitglieder mit der Zeit von den im §. 5 normirten außerordentlichen Beitragsleistungen gänzlich entbunden werden. Und daß der Verein auf fester Basis gegründet, demnach eine Existenz hat, daß etwas Tüchtiges, für unsere Collegen Heilbringendes geschaffen wurde, dafür bürgen uns die Namen illustrer Persönlichkeiten, die demselben in Wien vorstehen, der unseres verehrten Altmeisters S u l z e r, der des hochgeachteten, bekannten und geschätzten Präses unseres Vereines, Josef Gold st ein. — Wir ersuchen daher nochmals um möglichst schnellste Einsendung der Beitrittserklärung. Die nächste Nummer -er ״Oesterr.-nngar. Cantoren-Zeitnng" erscheint Freitag -en 21. April a. c. f