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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1882-03-20 · Heft 11 (20.3.1882) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
2 (1882)
Issue
Heft 11 (20.3.1882)
Date
1882-03-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oesterreichisch'Ungarische für Men und Umgebung und Provinz: Ganzjährig . . fl. 6.— Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 —\S\J— Für das Ausland: Ganzjährig. . st. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 Zustellung in's Haur. O r g a n für die OrZammi-IniereZZen pdischrr Laniorm. Erscheint jeden achten Hag. Begründer: Obercantor Icrkoö Mcruev. ״גורלך תפיל בתובינו חבורה אחת יהי לבלבר ״Theile Lein Los mit uns, denn ein Land verbinde uns Alle" ^cdaciian Und Administration Leopoldstadt, Circusgasse Nr. 20. Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nicht retournirt. 1 ttr. 11. Wien, 20. Mäy 1882. 2. Jahrgang. ZrrHcrtt: Vereinsnachrichten. — Musikbriefe. — Die sociale Stellung des Juden in der Gegenwart. — lieber die Judenhetzen. - Berühmte Cantoren und Compositeure. — Kleine Chronik. — Correspondenz. — Feuilleton: ״Jehuda ben Halevi.". — Inserate. — Vacanzen. Wochen März 1882 | 5642 j Kalender Montag. 20 29 Adar, Dienstag . 21 1 Nissan Mittwoch. 22 2 R. Ch.^ Donnerstag. Freitag. 23; 3 24 4 Samstag. 25 5 27. Sabb. Sonntag. 26 6! Montag . 27 - 1 7! WereinsnachrichLen. ^^"JtrHewMttW0ch-׳-e«׳IS7^Ä«d^DoMerSkag''׳-en^I6^'MLrz^ a. o. abgehattenen Generalversammlungcn sämmtlicher Cantoren Wiens wurde Herr Obercantor Josef Goldstein einstimmig zum Obmanne des Comits's ernannt. Herr G o l d st e i n nahm die Wahl an und erklärte, seine volle Kraft, vereint mit unserem Ehrenpräsidenten Papa S u l z e r, an die Beförderung nnseres Vereines einzufetzen. Die Wahl dieses in den weitesten Kreisen unserer Col legen als Autorität bekannten Mannes gibt die beste Bürgschaft für das endliche Zustandekommen unseres Unternehmens. Seinen friedlichen Gesinnungen wird es gewiß gelingen, die früher zu Tage, getretenen Meinungsverschiedenheiten und sonstigen Differenzen zu schlichten. Daher hoffen wir, unseren Verein durch das Mitwirken sämmtlicher College» der Monarchie in der kürzesten Zeit blühen zu sehen. Nächste Sitzung findet Dinstag den 21. März a. c. um 7 Uhr Abends bei Herrn Professor S n l z e r statt. Die R edaction. Musikbriefe. Von Obercantor Hermann Goldstein. Ueber die menschliche Stimme und deren Anwendung. (Fortsetzung.) Der berühmte Anatom Professor Hyrtl sagt in seinem Lehrbuche der descriptiven Anatomie, daß er bei den mehr als 20.000 Leichen, welche er studirte und wobei ihm die Cadaver der größten Sänger sowohl als die jener Menschen Vorlagen, welche wegen Mangel an Gehör zur eigentlichen Stimmentfaltung unfähig waren, einzelne sehr wenige Fälle ausgenommen, einen Unterschied in deir Form der Gesangsorgane nicht finden konnte, höchstens, daß bei Denjenigen, die diese Organe häufiger gebrauchten, die betreffenden Muskelpartien — wie dies auch naturgemäß ist — stärker entwickelt waren. Die Erfahrungen dieser Autorität lehren also, daß, den früheren Anschauungen entgegen, zum Singen und zur Stimm- Production eigens construirte Organe nicht nothwendig sind. Das Singen ist eine Fähigkeit, welche mit mehr oder weniger Selbstbewußtsein ausgeübt werden kann. Mancher Mensch — dies gilt oft auch von Sängern — bringt herrliche Töne hervor, ohne sich darüber auch nur die geringste Rechenschaft geben zu können. Der Mensch, dem Gott den Verstand gegeben, sollte sich jedoch über die Art und Weise der Erzeugung der Töne Rechenschaft geben können. Das Kind, bei dem der Verstand zwar besteht, jedoch noch nicht zur genügenden Reife entfaltet ist, singt, ein gutes Gehör vorausgesetzt, mit richtiger Stimme, wenn es dazu auch nur einige Anregung erhält. Wir wollen bei dieser Gelegenheit einschalten, daß Menschen, welche nur eine kurze Zeit zwischen der Kindheit und der Mannbarkeit durchzumachen haben (Pubertätsperiode, Mutation) — also die Orientalen (Juden), Südländer rc. — in den meisten Fällen schon darum mit guter Stimme singen, weil sie diese Fähigkeit von den Kinderjahren her nicht vergeffen konnten. Bei dieser Gelegenheit können wir es nicht unterlassen, Einiges über Kinderstimmen und Mutation zu erwähnen. Die nächste Nummer -er ״Oesterr.-nngar. Cantoren-Zeitung" erscheint Dienstag den 28. März a. e.

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