Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 2 (1882)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1882)
- Date
- 1882-02-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Oesterreichischungarische für Wien und Umgebung j und Provinz:! Ganzjährig . . fl. 6.—! Halbjährig . . fl. 3.— Vierteljährig . fl. 1.50 für die fearnmt -IntereZZeu jüdiZiher Caatareix Erscheint jeden achten Hag. und!! Administration Lcopolüftadt, C i r c u s g a s s e ־.Kr. 20. 1! Für das Ausland: Ganzjährig . . fl. 7.— Halbjährig . . fl. 3.50 Vierteljährig . fl. 1.75 i V: inrl. Zustellung in’s Haus. j Begründer: Obercantor IcrAob Wcrrrerr. "״גורלך הפיל בהובינו הבורה אחות יהי לפ^גו ״Thcilc dein Los mit uns, denn ein Lund verbinde nns Alle" Inserate werden billigfl berechnet. Mannscripte werden nicht retournirt. Ar. 6. Wien, 8. Fedrnar 1882. 2. Jahrgang. Inbütt: Leitartikel: Ansichten des Herrn Prof. Friedmann über den Cantorenverein. — Vereinsnachrichten. — Agendenbuch über Recitativ. — Kleine Chronik. — Gegen die Judenverfolgungen in Rußland. — Correspondenz. — Feuilleton: Obercantor Professor Friedmann und die ״Cantorenvereine". — Die Tochter des Chasan. — Inserate. — Vacanzen. Wochen! Februar 1882 j 5642 j Kalender Mittwoch .\ 6 10 Schewar \ Donnerstag.; 9 20 Freitag.! 10 21 Samstag.| 11 22 : 21. sabb. Sonntag. ‘ 12 23; Montag.i 13 24 Dienstag .. 14 25 Mittwoch.. 15 20 Ansichten des Herrn Prof. Friedmann über den Canto renne rein, ״e l e c tt i f d)״ beleuchtet. Ehe wir daran gehen, ״diese Ansichten" zu detailliren, wollen wir erst erklären, was wie unter ״electrisch b eleuchten" verstehen und weshalb wir überhaupt genöthigt sind, gegen Herrn Professor Fried mann's Theorie in's Feld zu ziehen. Vor wenigen Tagen lasen wir in einem kleinen ungarischen Blättchen einen fulminanten Artikel des geehrten Herrn Professors, in welchem nicht ein Wort der Liebe, der Collegialität, sondern nur Weihrauch des eigensten Selbstichs enthalten ist. verein zu gründen, nachdem unsere Collegen ohnehin sehr gut situirt sind, ja, ihre Gehalte sogar noch die der Rabbiner übersteigen. Das ist der erste collegiale Gruß! Dieser Gruß, in anderen Formen gekleidet, lautet: Wir Cantoren der großen Gemeinden sind ohnehin gut gestellt, die Anderen kümmern uns nichts. Der ״edle Antor", wie ihn das Rabbinerblatt nennt, scheint sehr schlecht über die unleidigen Zustände der Cantoren unterrichtet zu sein, sonst könnte er unmöglich den Muth besitzen, einer im Bilden begriffenen Institution entgegen treten zu wollen, welche die Hebung des Ansehens der Collegen bezweckt. Oder stehen etwa die Cantoren als ״ideale Ge st alten" Dieser Artikel, welcher, obgleich vier Seiten stark, dennoch höchst bescheiden mit der Aufschrift: ״Ein Wort über ״Cantorenvereine" versehen ist, dieser Artikel wäre von uns ganz und gar ignorirt worden, käme er nicht aus der Feder eines .,Cantors". Ja, ״electrisch beleuchten" wollen wir diesen Artikel, intensives, scharfes Licht soll ans jene Stellen der uns ־zugedonnerten Kanzelrede fallen, die schwach und unhaltbar — und deren gibt es darinnen sehr viele. — So wollen wir electrisch׳ beleuchten und das verstehen wir unter diesem Ausdrucke. Der geehrte Budapester College hat uns den Krieg erklärt. Und warum? Er, meint, daß es gar nicht nöthig sei, einen Cantorenvor seinen Blicken, die Cantoren, die, um sich nur trockenes Brod zu verdienen, auf öffentlichem Markte in Budapest sich durch Agenten verdingen lassen und auf offener Straße oder im Cafü Probe zu singen gezwungen sind. — ist das etwa das unantastbare Glück unserer Collegen — oder sind die etwa glücklich, die kaum ein Jahr Lang auf ihrem Posten irr den ungarischen Gemeinden aushalten können, da sie durch Nergeleien vertrieben werden? Oder ist das etwa das gerühmte Glück, wenn sich Collegen bei uns beschweren, daß ihr Monatsgeholt acht Gulden beträgt. Acht Gulden, Herr College Fried mann, — acht Gulden gibt man monatlich dem glücklichen Manne, dem sein Glück fast den Verstand raubt, weil er oft für sich und die Seinen auf Brod verzichten muß.. Die nächste Nummer der ״Oesterr.-nngar. Cantoren-Zeitung" erscheint Donnerstag den 16. Februar a. c.