Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1901-11-01 · 44 (1.11.1901) · p. 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
44 (1.11.1901)
Article
Die Palästina-Bibliographie des "Vereines für technische Studien in Syrien und Palästina"
Date
1901-11-01
Page
3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3315709-3315905-3315950-3400868--28804-3400988
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 44 ,J)ie & Welt44 Seite 3 jüdisch, spaniolisclu russisch, höhmisch, französisch, polnisch, türkisch, arabisch, italienisch etc. zu übersetzen. Die angeführten Titel sind in deutsche und hebräische Sprache zu übersetzen. Es lässt sieh denken, dass jeder gebildete Zionist dadurch in den Stand gesetzt wird, die Keichhaltigkeit des in allen möglichen Sprachen auf dem Gebiete der Palaestinensia Gebotenen zu -bewundern. Die Ausgabe der Palästina-Biblingraphie sollte der „Verein für technische Studien in Palästina und Syrien" iiberne]inien. Kr besitzt Avohl die nöthige Coinpctenz, das herauszugreifen, was wirklich, von praktischer Wichtigkeit ist, denn wir sollen nicht eine ä tout prix vollständige, eine für gelehrte Zwecke dienliche, sondern eine vom praktischen (leiste beseelte, praktisch systemisierte, praktische Ideen anregende Bibliographie veröffentlichen. Der praktische Durchschnittsmensch muss eben jetzt mühsam im Schweisse seines . Angesichts manchen Tag an der langweiligen Arbeit der Zusammen Stellung von mehreren, ihn speciell interessierenden Titeln hocken, ehe er aus den zahlreichen jetzt vorhandenen rein chronologisch-bibliographischen Behältern etwas herauskriegt. Bei den jetzigen Bibliographien muss man mehr Zeit für die Zusammenstellung der das Einzelgebiet betreffenden Bibliographie, als für das Studium der auf dem jetzigen bibliographischen Wege herausgefundenen Bücher verwenden. Die Ausgabe der Bibliographie soll beschleunigt werden. Am zweekmässigsten wäre das Erscheinen derselben noch zum fünften Congress. Es sei zugegeben, dass bei der Kürze der Zeit, die uns vom Congress noch trennt, auf die Vollkommenheit der Bibliographie nicht allzu grosse Hoffnungen zu setzen sind. Aber es wird schon etwas Greifbares vorliegen. Die Congressmitglieder werden schon an etwas Greifbarem ihre Kritik üben können, eine vielleicht am Congress ad hoc gebildete bibliographische Subcommission wird, die unterbreiteten Vorschläge und Anregungen sammeln, dieselben prüfen und verwenden, um die zweite wohl in kurzer Zeit nachfolgende Auflage denkbar vollkommen zu gestalten. Zum Schlüsse wollen wir darauf hinweisen, dass eine Bibliographie der Palaestinensia zur Belebung der Vortragsthätigkeit der Vereine, zur ATerbreitimg der bei den Zionisten im Argen liegenden Palästina-Kunde, zur Vertiefung des Zionismus Gewaltiges beitragen wird. Jetzt ist es selten der Fall; dass in einem zionistischen Vereine ein Paläst inathema zum Vortrag gelangt. Und kein Wunder: man hat eben keine bibliographischen Behelfe zur Verfügung, worin aus der systematischen Gruppierung die sich darbietenden Themata ohne Weiteres in Hülle und Fülle herauszulösen wären. Möge zum Wohle des Zionismus, zum. Gedeihen der Colonial-Bank, zur Vertiefung des zionistischen Gedankens die Bibliographie die dem 'Verfasser vorschwebenden Möglichkeiten erfüllen. * Nachschrift: Nachdem die vom Verfasser angeregte Bibliographie im Auftrage des „Vereins für technische Studien in Syrien und Palästina" mit einem entsprechenden Stabe von Hilfskräften in Angriff genommen wurde, erschien in der „Welt'" eine Mittheilung über die in Petersburg unter der Kedaction des Herrn Prof. Belkowsky vorbereitete zionistische Bibliographie. Im Interesse der schnelleren und greifbaren Ausführung noch vor dem Congresse und des gleichen Zieles, das beiderseits angestrebt wird, wäre es wünschenswert, dass man in Petersburg sich nur auf die Drucklegung der Bibliographie der den Zionismus und. das Nationalitäten-Problem behandelnden Literatur beschränke, dagegen die Drucklegung der Palästina- Bibliographie, dem „Verein für technische Studien in Syrien und Palästina" überlassen bleibe. Die gewaltige,in den hebräischen, jüdischen und russischen Büchern, Broschüren und Zeitungsartikeln seit mehr als zwanzig Jahren aufgespeicherte Literatur ist in Petersburg viel leichter als in Wien zugänglich und zur Bearbeitung geeignet, während, was die fast durchwegs in westeuropäischen Sprachen abgefasste Palästina-Literatur betrifft, die Beschreibungs- und Bearbeitungs-Gelegenheit derselben in Wien in einein viel höheren Masse als in Petersburg vorhanden ist. Wir hoffen, dass dieser Vorschlag beiderseitig angenommen und zum gegenseitigen Austausch von Materialien, von Erfahrungen und Anregungen etc. führen wird. Der „Verein für technische Studien in Syrien und Palästina" bittet die Gesinnungsgenossen, zu unserer Frage Stellung zu nehmen und diesbezügliche Zuschriften an die Eedaetion der „Welt" mit dem Vermerk „V. f. t. St. Bblgr." zu richten. Der Zionismus in der Schweiz. Züricher Brief. In Züricher gesinnungsgenössischen Kreisen herrschte in der letzten" Zeit viel Leben. Am 19. October 1901 fand eine Versammlung der Zionisten Zürichs statt, die ziemlich stark besucht war. In derselben wurde die zionistische Ortsgruppe Zürich neubegründet und ein provisorischer Vorsfand bestellt, bestehend aus dem Rechtsanwalt Doctor D. F a r h s t e i n als Präsident, Assistenten Dr. P i nczower als Actuar und Chemiker B r u n s c h w i g als Cassier. Die General-Versammlung der Ortsgruppe, in der ein definitiver Vorstand bestellt werden soll, findet am % November statt. Am 26. October wurde in Zürich in einer öffentlichen, von der Baseler Ortsgruppe einberufenen Versammlung, zu der auch Nicht- und Antizionisten Zutritt hatten, das Thema „Der Zionismus" behandelt. In der Versammlung waren über 200 Gemeindemitglieder anwesend. Das Referat hielt Dr. Camille Levi aus Biel. Er erklärte die Hauptziele und-Bestrebungen des Zionismus. Als Gegner meldete sich aus der Mitte der Versammlung Herr Dr. jur. B o 11 a g aus Zürich. Dieser Herr hat schon in dem in Zürich erscheinenden „Israelitischen Wochenblatt" vor einigen Wochen den politischen Zionismus angegriffen, und es wurde ihm in demselben Blatte auch von unseren Gesinnungsgenossen Veit in Basel und Dr. Farbstein in Zürich geantwortet. In der öffentlichen Versammlung sprach sich Herr Dr. jur. Bollag wieder gegen den politischen Zionismus aus, betonte seinen Standpunkt des patriotischen israelitischen Schweizers und wiederholte die abgedroschenen Phrasen von der Assimilation. Es traten ihm entgegen Privatdocent Dr. Pasmanik aus Genf, Bezirksgerichts- Auditor Dr. Mamelok aus Zürich, Dr. Farbstein aus Zürich, Veit aus Basel, Dr. Pinczower aus Zürich und noch andere. Dr. Pasmanik legte in einer prachtvollen, von der Versammlung mit sehr grossem Beifalle aufgenommenen Rede die Gründe dar, auf die die Entstehung des Zionismus zurückzuführen ist, er wies weiter auf die Widersprüche hin, von denen die Redensarten der assimilierten Juden wimmeln, er zeigte insbesondere, wie unlogisch die assimilierten Juden sind, wenn sie einerseits sich als Nur-Religionsisraeliten bekennen und andererseits factisch ihr religiöses Bewusstsein höchstens darin besteht, dass sie die obligaten Cultussteuern zahlen. Dr. M amelok und Herr Veit widerlegten im einzelnen die Ausführungen des Antizionisten Bollar. Dr. Pinczower, der selbst in religiöser Beziehung orthodoxer Richtung ist, zeigte, wie unrichtig die Einwände derjenigen sind, die unter Berufung auf die religiösen Vorschriften sich gegen den Zionismus aussprechen. Dr. Farbstein behandelte das Thema: Assimilation. Er behauptete, das Wort ,, Assimilation" an sich sei nur eine leere Phrase. Stellt man den Begriff,, Assimilation" fest, so kommt manhierzu,dass man von nur folgenden vier Arten von Assimilation sprechen könne: von der religiösen, physischen, nationalen und geistigen. Die religiöse Assimilation wünschen doch die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.