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Die Welt · 1901-10-25 · 43 (25.10.1901) · p. 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
43 (25.10.1901)
Article
Jüdische Wissenschaft
Date
1901-10-25
Page
2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 „Die j£ Welt" Nr. 43 der Hochschule kann nur in Europa sein, wo allein das in Beträcht kommende Menschenmaterial zu finden ist. 5. EM-e tföchschule wird von der (im Nachstehenden besprochenen) jüdischen Akademie durch eine von dieser ernannte Vertretung geleitet. Die jüdische Akademie, von der ich hier spreche, wäre die Institution, in deren Thätigkeit das „Werk" und die Hochschule zusammentreffen würden. Wir haben gesehen, dass dem „Werke" heute noch beinahe alles fehlt: der systematische Plan, die Abgrenzung und Gliederung des Stoffes, der Entwurf der Form, die Organisation der Arbeitenden. Ebenso fehlt derHochschu'e noch beinahe alles. All dies kann nicht von einzelnen gegeben werden, sondern nur von einer hierzu berufenen Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft möchte ich die jüdische Akademie nennen. Sie hätte die jüdische Wissenschaft aus dem Zustande der Monographie und der Verstreutheit in den des Werkes und des Gelehrtwerdens überzuführen. Heute ist noch Werk wie Hochschule unmöglich. Aufgabe der Akademie wäre es, sie möglich zu machen und ihre Leitung zu übernehmen. Darüber ein andermal. Martin Buber. Brief aus Italien. Von Dr. Feiice Ravenna (Ferrara). Der Zionismus macht hierzulande immer weitere Fortschritte. Am 20. d. M. wird in M o d e n a der erste Delegiertentag der italienischen zionistischen Vereine mit folgender Tagesordnung stattfinden : 1. Vorkehrungen zum nächsten Congress in Basel. 2. Propaganda und Presse. 3. Eventualia, Dieser Delegierten tag ist der erste Schritt zur Begründung einer zionistischen Conföderation in Italien, die unsere Organisation straffer gestalten und unsere Propaganda wirksamer machen soll. Der vom Schreiber dieser Zeilen nebst anderen Herren in Mailand gegründete Verein blüht und gewinnt immer mehr Mitglieder. Also hat unsere Bewegung, dank der eifrigen Energie einiger Gesinnungsgenossen, denen es gelungen ist, die Vorurtheile zu zerstreuen, die der Zionismus eingeflösst hatte, langsame aber stetige Fortschritte gemacht, und ich bin froh anzukündigen, dass, während der zweite Congress nur von einem italienischen Delegierten und der dritte von zwei, der fünfte Congress von vier italienischen Delegierten beschickt sein wird. Allgemeiner Schweizer Zionistentag in Zürich. Am 97. October findet im Saale des kaufmännischen Vereines in Zürich ein aligemeiner Schweizer Zionistentag statt, auf welchem sprechen werden: Dr. L e v y über den Zionismus in der Schweiz, Dr. Pasinanik über zionistische Propaganda und damit zusammenhängende Fragen, M. Veit über Organisation. Die Tagung ist durch einen schwungvollen Aufruf, der vom Actions-Comitemitgliede für die Schweiz, Joel Weil, unterzeichnet ist und sich an alle Juden der Schweiz wendet, einberufen. Im Aufrufe sind die Hauptpunkte des Zionismus präcise und eingehend klargelegt. Die Schweizer Tageszeitungen bringen die Ankündigung. Beiträge zur Kenntnis Palästinas. (Mittheilungen des „Agronomisch-culturtechnischen Bureaus für Palästina*.) (Fortsetzung.) Diese und ähnliche Betrachtungen anstellend, setzten wir unsere Reise in südöstlicher Richtung fort, um bald in K an ir anzulangen* Sehr häufig glaubten wir, in einem echten Walde zu sein. Hier sind schon die Berge leichter zu ersteigen, als die zwischen El-Bureikeh und Sindianeh. Die Hügel sind besser bewaldet, die Abhänge weniger steil und die Thäler breiter und ziemlich gut cultiviert. Die Eiche bildet recht hübsche Baumgruppen, namentlich auf den Berggipfeln. Der grösste Theil der Bäume erreicht eine Höhe von 9—12 Metern. Stämme mit einem Durchmesser von 0,80 bis 0,90 m (in einer Entfernung von 0,50 m vom Boden) sind nicht selten, einzelne sind noch dicker. Man sieht auch mehrere Johannisbrot- und Mastixbäume. Es ist hier zu bemerken, dass auf dieser ganzen Strecke und noch auf einem grossen Theile des Weges, den wir verfolgen, der Oelbaum im wilden Zustande gar nicht vorkommt. Man trifft ihn noch auf den Bergen von Zichron-Jacob und vom Um-el-Allak (Mutter der Blutigel) an, also auf den Bergen, die dem Meere zugewendet sind; hier hingegen finden wir ihn nicht mehr. In der Ferne macht Kanir den Eindruck eines koketten kleinen Dorfes, das von vollständig bewaldeten Kalkhügein umgeben ist. Da Steine hier nicht selten sind, so sind die Gebäude des Dorfes ziemlich solide. In der Mitte des Dorfes befindet sich der ungeheuer grosse traditionelle Misthaufen, der den Einwohnern als allgemeiner Abladeplatz dient. Zur Zeit, da wir vorbeiritten, in früher Morgenstunde, haben sich/s die Dorfältesten auf ihm bequem gemacht, in einer Unterhaltung begriffen. Der Brunnen befindet sich im Süden des Dorfes in einer Entfernung von einigen hundert Metern. Wir hielten dort an, weniger um unseren Durst zu stillen, als um unsere Pferde zu tränken. Die Tränke, ein ausgehöhlter länglicher Stein, war gerade leer, und keine einzige von den Frauen, die ihre Krüge füllten, schien geneigt zu sein, aus freiem Antrieb unseren Thieren Wasser vorzusetzen. Als wir eines der Mädchen, welches gerade im Begriffe war, den gefüllten Krug sich auf den Kopf zu setzen, darum baten, that sie es zwar, wir können aber nicht behaupten, dass sie es gerne that, denn die Miene, die sie dazu machte, glich wohl kaum derjenigen von Rebekka, als sie dem alten Eliezer Wasser reichte. Als wir nun aber zum Scherz fragten, ob denn wirklich die Mädchen des Dorfes so wenig zuvorkommend seien, wenn es sich darum handelt, den vorbeiziehenden jungen Reitern den Durst zu stillen, verschwand plötzlich die Reserve uns gegenüber, die Mädchen boten uns Wasser zum Trinken an, und eine von ihnen, die wahrscheinlich in den Colonien gearbeitet hatte, meinte sogar, in uns „Hawadjat", „Herren" aus Zichron-Jacob zu erkennen. Da aber noch die Araber die Erinnerung an die Pracht zu bewahren scheinen, mit der diese „Hawadjat" in früheren, nicht senr entfernten Zeiten zu reisen pflegten, so können sie sich doch nicht so bald entschliessen, in diesen zwei simplen Reitern, die nicht von einer Escorte von bewaffneten Leuten, Führern und Maulthiertreibern begleitet sind, zwei Muster von Hawadjat zu sehen, und die pfiffigste von den Klatschweibern entscheidet, dass, da einer von den Herren eine Brille trägt und der andere nicht, der Brillenbesitzer Hawadjah und sein Begleiter der Diener sein müsse. Die Araber können sich nicht denken, dass man eine Brille aus einem anderen Grunde trägt, als um seine sociale Superiorität hervorzukehren. Von hier wandten wir uns nach K e f r 'Ar ah. Bis an dieses Dorf behält noch der Wald so ziemlich denselben

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