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Die Welt · 1901-08-09 · 32 (9.8.1901) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
32 (9.8.1901)
Article
Ein Erretter des Judenthums
Date
1901-08-09
Page
12 (sequence 3)
Language
German
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Seite 12 „Die # Welt" Nr, 32 wo sich die jüdische Eigenart frei entwickeln und die in ihren respectiven Vaterländern verfolgten Juden eine sichere Zufluchtsstätte finden k ,ön nten. Und nicht allein in der jungen, sondern auch in der älteren Generation dämmert allmählich die Erkenntnis auf, dass es für das Judenthum keine andere Kettung gibt, als sich auf sich selbst zu besinnen und die Fiction des „jüdischen Deutsehthums" ein für allemal aufzugeben. Den „jüdischen Deutschen" vom Schlage des Herrn Juda Monens wird bei diesem Gedanken allerdings angst und bange. Nach ihrer Ansicht werden wir ja schon dadurch, dass wir das Hebräische als Wesen unserer Eeligion ausgeben, mit Eecht als Fremdlinge betrachtet und behandelt im deutschen Vaterlande: was soll nun noch gar aus uns werden, wenn wir uns selbst zur jüdischen. Nation bekennen! Die staatsbürgerlichen Rechte wären ja das mindeste, was uns in diesem Falle sofort genommen würde! AVir aber theilen diese Furcht keineswegs. Was wir jetzt offen und ehrlich eingestehen, das haben die anderen längst «ewusst und betont. Wenn man uns trotzdem die staatsbürgerlichen "Rechte bis dato nicht genommen hat, so geschah es nicht, weil wir hartnäckig leugneten und man uns nicht überführen konnte, sondern weil die grosse Mehrzahl unserer deutschen Mitbürger viel zu rechtlich denkt, um einem zwar niehtdeutschen Volksstamm, der aber die deutsche Sprache spricht, seit länger als einem Jahrtausend im deutschen Vaterlande wohnt, an all seinen Leiden und Freuden theilgenommen und seinen culturellen Fortschritt in hohem Masse mitgefördert hat, die staatsbürgerlichen "Rechte abzusprechen. Wir sind sogar überzeugt, dass. auch diejenigen Antisemiten, deren Judenhass nicht ökonomischen Ursachen entspringt, sich Adel freundlicher zu uns stellen werden, wenn wir aufhören, sie durch unser angemasstes Deutschthum zu ärgern, und uns damit begnügen, lediglich nützliche und vaterlandsliebende deutsche Staatsbürger zu sein, woran uns weder unsere jüdische Religion, noch auch unser jüdisches Volksthum irgendwie hindert. Ist aber erst diese Erkenntnis in alle Kreise unseres Volkes eingedrungen, dann hat das jüdische Volk wieder festen Boden unter den Füssen. Dann kann es in innerer Harmonie sowohl an seiner eigenen Vervollkommnung, wie an den grossen Culturaufgaben der Menschheit weiter arbeiten, dann benöthigt es weder der „Erlösung" des Herrn Levita, noch der „Errettung" des Herrn Juda Monens. -fttis dei) \)ei*ejtKt) Voranzeigen. Wien. (Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter, IL, Rembrandtstrasse 18.) Unsere Organisation veranstaltet Sonntag den 25. Außrust einen Ausflug auf die Hochrahmalpe an der Westbahn. Dort findet ein grossesWiesenfest statt. Musikalische. Gesangs- und declamatorische Kräfte (Damen und. Herren) haben sich in uneigennützigster Weise bereit erklärt, bei diesem Feste mitzuwirken. Das nähere Programm folgt in der nächsten Nummer der „Welt". Gesinnungsgenossen, die sich uns. sei es als Vortragende oder Arrangeure, zur Verfügung stellen, wollen sich an Collegen Geza Klinger, XX., Klosterneuburgerstrasse 34, wenden. Wien. (Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter, IL, Rembrandtstrasse 18, Restaurant Kühn.) Sonntag den 11. d.M. findet die Monatsversammlung unseres Vereines statt. Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten, % Ersatzwahlen in den Ausschuss. Hierauf Recitationen aus modernen Dichtungen von Collegen Hop may er. Beginn °2 Uhr nachmittags. Von Gesinnungsgenossen eingeführte Gäste sind willkommen. Berichte. Wien. (Spenden für die Bibliothek des ,.Jü d.Vereinsjugendlicher Arbeiter* in Wien.) Butterklee 50 h, N. N. 40, Eisenthal 40 h, Temmer Sändor HO h, Zpnker 40 h, Karoiy 30 h, Grossmann 30 h, Mandlbaurn 40 h, Schuster 40 b, Scheer 40 h, Laufer 60 h, Frl. E. L. 1 K, Semper idem 2 K, Sam. Strauss 2 K. ' Summe 9 K 40 h. Mährisch-Weisskirchen. (Jüd.-akad. Ferialverein „M a s s a d a".) Das Ergebnis unseres Wahlconvents vom 31. Juli ist folgendes: ing. J. Baar X> med. J. Körner XX, med. H. Gross XXX- Mährisch-Ostrau. Die jüd.-akad. Ferialverbindung „Hessiana" in Mährisch» Ostfau hielt am i27. Juli 1. J. ihren Generalconvent ab, bei welchem zu Chargierten der Verbindung gewählt wurden: cand. ing. Arnold R e d 1 i c h zum X, cand. ing. Hugo Rosenzweig zum XX> und cand. jur. Ernst K e s t 1 e r zum XXX- Czernowitz, Sonntag den 28. Juli veranstaltete der Verein „Zion" wie alljährlich zugunsten des jüdischen Ferienheimes auf der Göbelshöhe ein gross angelegtes Volksfest, das, von herrlichem Wetter begünstigt, zu den gelungensten Veranstaltungen des Vereines gehörte. Der Garten prangte in festlichem Schmuck und erhöhte dadurch den feierlichen Charakter des Tages. Schon am Eingange der prächtigen Anlage waren die blau-weissen Fahnen des jüdischen Volkes, die blau-weiss-goldenen Fahnen der jüd.-akad. Verbindung „Z^phirah" aufgehisst, die in Ver_ bindung mit den sinnigen hebräischen Inschriften dem Feste

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