Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 29 (19.7.1901)
- Article
- Unsere Verpflichtung zur Hygiene
- Date
- 1901-07-19
- Page
- 4 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 4 „DieWelt" Nr. 29 f ührt die Eitelkeit der Eltern nicht fast durchwegs zur Verweichlichung und Verfciehung? Wird nicht insbesondere schon in den allerersten Lebensjahren durch die erdrückende Menge alles dessen, was das junge Gehirn fassen und yerarbeiten soll, 4er gefährliche Keim zu der fast typischen Neurasthenie, der nervösen Ueberreiztheit der Juden gelegt e Zum mindesten verlangt es ja der gute Ton, dass das Kind „aus gutem Hause" ausser in seiner Muttersprache auch auf französisch Gedichte aufsagen kann. Bs wäre wirklich für die armen Kinder eine Wohlthat, wenn eine rührige Agitation es für unmodern erklären würde,. Kindern Gedichte lernen zu lassen, denn so lange dies nur als ungesund erklärt wird, ist keine Besserung zu erhoffen. Dass die Juden als Kinder schon Dinge lernen, die sie nicht verstehen, Worte, die andere vorsagen, mechanisch nachplappern, ist eine Gewohnheit, die die Zionisten sobald als möglich zu bekämpfen nicht versäumen sollten. Die Fehler der allgemeinen Schulerziehung zu besprechen, ist nicht,unsere Aufgabe; dagegen soll betont werden, dass durch die bei den Juden fast durchwegs übliche, der Schulerziehung oft direct entgegenarbeitende Nebenerziehung zuhause, die geistigen Kräfte, statt zu wachsen, sich zersplittern, die Aufmerksamkeit der Kinder, statt frühzeitig, an die Coneentration gewöhnt zu werden, sich zerstreut, und, mit Verachtung der schweren Schäden, die der Jugend erwachsen, eine Zerfahrenheit grossgezogen wird, die bis zur Lähmung vielversprechender geistiger Anlagen führen kann. Die Juden werden in der That im harten Kampfe des Lebens noch genug mitgenommen, und die Menge dessen, was der moderne Mensch geistig verarbeiten und besitzen soll, ist so ungeheuer, dass man sich hüten sollte, durch unverantwortliche, leichtsinnige Ueberbürdung der Jugend vor der Zeit „müde Seelen" zu erziehen. Eine sorgfältige Auswahl alles dessen, was man dem Kinde ausser der geistigen Nörmaldiät der Schulen zumuthen darf, genügt aber noch nicht, um den Aufgaben der Hygiene gerecht zu werden. Auf gäbe der berufenen Factoren ist es, dafür zu sorgen, dass 1. nach dem Muster der modernen Idealschule in allen rein jüdischen Schulen, wie sie insbesondere in Galizien, Rumänien, Sussland, aber auch sonst auf dem Lande noch in Menge bestehen, Schulbäder eingerichtet werden, und, zum Zwecke der Abhärtung, die Kinder im Winter wöchentlich 1:—Sinai, im Sommer womöglich täglich, angehalten werden, ein kaltes Douehebad zu nehmen; 2. ist in diesen Schulen Turnen als obligater Gegenstand einzuführen, derart, dass die Kinder täglich eine halbe bis eine ganze Stunde Körperübungen pflegen; durch Veranstaltung von Schulwettturnen wird es möglich sein, den Sportgeist mehr zu pflegen als es bisher geschieht; 3. haben die betreffenden Gemeinden oder Schulbehörden Schulärzte einzusetzen, die gegen ein Pauschale sich verpflichten,... periodisch Untersuchungen der Schulkinder vorzunehmen, sich über ihren Ernährungszustand und ihre Verpflegung zu unterrichten, kränkelnde Kinder rechtzeitig auszuscheiden und durch Verfolgung des Unterrichtsplanes sich, zu überzeugen, ob nicht eine Ueberbürdung der Schuljugend Platz greift; die Schulärzte könnten ferner, wenn dazu die Losung ausgegeben würde, eine Ausbreitung der Abstinentenbewegung in der nächsten Generation wirksam vorbereiten und unterstützen; 4. in allen Gebieten in Orten, wo die Judenkinder die allgemeinen Schulen besuchen, ist die Agitation zur Vervollkommnung der bestehenden Schuleinrichtungen nach dem angegebenen Modus ulibedingt auf das wärmste zu unterstützen; den Unbemittelten unter den Jüden soll durch Einrichtung von Badeanstalten zu geringem Preise oder unentgeltlich der Genusö eines Beinigungs- oder Erfrischungsbades ermöglicht werdend-; Dies wäre in knappen Umrissen eine Hygiene des Kindes- und Jünglingsalters; mit ihr müsste, um die physische Ausbeutung der Jugend zu verhindern, die Ausgestaltung der socialen Gesetzgebung parallel gehen. Die Organisation der jüdischen Handelsangestellten und Arbeiter sollte jedenfalls auch nach der hygienischen Seite hin ihr Programm ergänzen. Wenn es in Deutschland schon längst üblich ist, in allen grösseren Fabriksetablissements durch die Installierung von Baderäumen den Angestellten es zu ermöglichen, vor Beginn oder nach Schluss der Arbeit ein kurzes nervenstärkendes Bad zu nehmen, so wäre es gewiss zweckentsprechend, wenn auch die jüdischen Arbeiter überall, wo sie in nennenswerter Anzahl einem Etablissement angehören, die Schaffung derartiger Einrichtungen anregen iind fordern würden, umsomehr, als sie durch Erhaltung der Arbeitsfrische auch vom reinen Unternehmerstandpunkte als nützlich erscheinen müssen. Im Auge der Ghettojuden wird vielleicht ein Nachtheil einer solchen hygienischen Erziehung schwer ins Gewicht fallen: der, dass ein grösserer Theil unter den Juden als bisher zum Militär abgestellt würde. In der That wäre es nur zu begrüssen, wenn eine systematische Erziehung eine Steigerung der percentuell Stellungspflichtigen bewirken würde. Die Strammheit mit einem Einschlage von Brutalität, die der militärische Drill bei den meisten hinterlässt, wäre für die Mehrzahl der Juden nur eine Vervollkommnung ihrer Individualität ins Männliche hin. Bei der geringen Neigung der Juden, zu excedieren, kann man getrost behaupten, dass für die Juden mit Durchführung einer bewussten Jugendhygiene der wichtigste Theil der Individualhygine erfüllt wäre; denn die einmal anerzogene hygienische Lebensweise wird der Jude mit der ihm eigenen Zähigkeit das ganze Leben festzuhalten wissen. Die Aufgaben des Hygienikers sind mit denen eines Feldherrn zu vergleichen. Denn so wie ein Taktiker schon im Frieden seine Streitkräfte immer parat für den Krieg hält und seine Waffen nie verrosten lassen darf, so muss auch der Hygieniker sich bemühen, schon in den Zeiten der Gesundheit alle Massregeln zu treffen, die Wehrkraft des Organismus zu erhöhen; wTie ferner der Feldherr im Kriege sei bst unter Heranziehung von möglichst wenig Truppen mit möglichst geringem Verluste den Kampf zu gewinnen sucht, so muss der Hygieniker, wenn er zur Bekämpfung der Volkskrankheiten schreitet, trachten, möglichst wenig Individuen in den Kampf ziehen zu lassen, und mit dem geringstmöglichen Verluste das Gefecht siegreich zu beenden. Insbesondere im Kampfe gegen die Tuberculose muss der Feind im Beginne der Invasion gefasst werden, denn nur da ist er besiegbar. Wir haben bisher diese gefährliche Krankheit in den Seihen unseres Volkes blind wüthen lassen, und die ungezählten Menschenopfer, die wir zu beklagen haben, beweisen, was wir von den Massregeln, die die allgemeine Oeffentlichkeit zur Abwehr trifft, zu erwarten haben Zwar besteht ein Verein zur Verpflegung jüdischer Brustleidender auf dem Lande; auch vernahm man jüngst, dass eine Wohlthäterin dem Verein ein Grundstück zur Erbauung eines Krankenheimes in ßoznau gewidmet habe, das in einem oder zwei Jahren fertiggestellt sein dürfte; bei der grossen Ausbreitung, die die Tuberculose unter den Juden genommen hat, ist aber eine wirksame Bekämpfung dieser Volksseuche nur zu erwarten, wenn Geld, Geld und wiederum Geld zur Verfügung steht; auch dieser Frage haben sich die Zionisten zu bemächtigen. Durch Errichtung specieller Heilanstalten in jenen Gebieten, wo Juden in compacten Massen leben, muss mit Benützung aller modernen physikalischen und therapeutischen Heilmittel mit aller Energie der Kampf gegen den gefährlichen Tuberkelbacillus begonnen werden. Dies ist weniger ein Gebot der -Humanität als :des Egoismus. -Die vielen jüdischen Capitalisten werden die Gefahr der Erkrankung an Tuberculose auch in ihren eigenen Familien erheblieh vermindern, wenn