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Die Welt · 1901-07-05 · 27 (5.7.1901) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
27 (5.7.1901)
Article
Über anthropologische, physiologische und pathologische Eigenheiten der Juden
Date
1901-07-05
Page
12 (sequence 3)
Language
German
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Seite 12 „Die $ Weit66 Nr. 27 ten Individuum. Seit Abraham ist kein anderer Stamm, keine Differenzierung in den ursprünglichen Stamm gekommen und haben sieh die vorelterlichen Eigenschaften, die körperlichen und die geistigen, von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt und gesteigert. Bei den Juden ist die geschlechtliche Zuchtwahl auf ein Minimum beschränkt. Zu den körperlichen Eigenschaften des Judenstammes gehört ihre verhältnismässig geringe Leistungsfähigkeit zur körperlichen Arbeit. Wir sehen jetzt zwar täglich, dass in den Bezirken, wo die jüdische Bevölkerung dichter wohnt., sich die Juden mit den schwersten körperlichen Arbeiten beschäftigen, sie sind Lastträger, Fuhrleute, Schmiede, Maurer usw., aber nur die dura necessitas, der Kampf ums tägliche Brot zwingt sie, ihre schwachen Kräfte zu überanstrengen, und nachher werden sie dazu gewöhnt. Der Umstand, dass die Juden verhältnismässig sehr wenig Alkohol niissbrauchen, und dass bei ihnen ein gutes Familienleben ist, stählt ihre Kraft und macht sie mehr a ii scla uernd. (Fortsetzung folgt.) Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Wo wären die „zehn Stämme Israels" zu suchen? Nach Quellen dargestellt von Dr. M. Lewin, Rabbiner zu Malaczka. Pressburg 1901, Grossoctav 141 Seiten. Viel Material liegt angehäuft, es ist geforscht und studiert worden, wo die zehn Stämme Israels zu suchen wären, und dennoch ist diese Frage ganz in Dunkel gehüllt. Eldad b. Machli ha-Dani (um 800-890), im südlichen Afrika unweit des Golfes von Adtn geboren, liefert Berichte über die zehn Stämme Israels. Seine in sonderbarem Hebräisch geschriebene Daten, sind — trotzdem sie von Fabeln und Erdichtungen nicht frei sind — sehr interessant. Graetz (Gesch. 5, p. 522, Note 19), nennt diesen Touristen derb einen „Abenteurer, Charlatan, confessionellen Schwindler und Missionär der Karäer". In Wahrheit aber war Eldad weder Karäor noch Betrüger. (Siehe Fürst „Gesch. des Karäerth." B. 1 [1862] p. 104—105). Fürst (1. c. 102, 174, Anmerk. 329) lässt. diesen Reisenden auch durch Irak oder ßabylonien, ohne jedoch die Hauptschulen berührt zu haben, ziehen, während Graetz (a. a. O. 528, Note 17), trotzdem er in Babylonien von einem Gelehrten, Isaak b. Simcha, gesehen worden ist, das in Abrede stellt. Mit ungewöhnlicher Vertrautheit auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte bemüht sich Dr. Lewin diese Frage zu lösen. Um die Verhältnisse in Betracht iu ziehen, welche die Umwälzung unter den Israeliten der islamitischen Welt hervorgerufen, hat es der gelehrte Verfasser verstanden, mit geschickter Haiid die Geschichte der Juden in Syrien, Persien und Indien bis zu den Gefilden des Euphrat und Tigris zn skizzieren, dabei noch „kurz uad bündig" die Bewegung des Mohammedanismus und dessen Beziehungen zum Judenthum zu erörtern und mit grosser Gelehrsamkeit das Riesenmaterial über die Daten der zehn Stämme zusammenzufassen. Zu Seite 13, Anmerkung 21, wollen wir nur bemerken, dass die Sage JHpia "n:DS^K auch im nm «n-iö (Th. 1, Berlin 1866, § 33, p. 60) erwähnt ist. Merkwürdigerweise hat Verfasser die von Israel Le vi in seiner FestschrifD zum 80. Geburtstage „M. Steinschneiders" (Leipzig 181)6), p. L275 abgedruckt; „Un nonveau Roman d'Alexandre" hebr. Abth., pag. 14-2: JVtp'ö "HSDD^K, welche die Sage Alexanders mit den zehn Stämmen Israels enthält (nebr. Abth. 161), ganz unerwähnt gelassen. So geschah es auch mit Israel Levis nnbin *ibd -ruor^K (abgedruckt im T bv pp Jahrg. II, Berlin 1886). Stanislausen 16. Juni l'Jül. '/ H er man Kahan, Unser französisches Bruderblatt, „L'Echo Sioniste" liefert uns in jeder einzelnen seiner Nummer einen Beweis von den wackeren und ausdauernden Bemühungen unserer Pariser Freunde, aus dem einzigen gesinnungsgenössischen Oi gaue in französischer Sprache eine vornehme Propaganda- Zeitschrift zu machen, die sich allezeit auf der Höhe ihrer Aufgabe erhält. Wir empfehlen allen Zionismen in den Landern französischer Zunge aufs wärmste, sich des „Echo Sioniste" als eines ausgezeichneten AgitationsmitteU recht fleissig zu bedienen. Der Inhalt des „Echo Sioniste" ist stets belehrend und anziehend. Obgleich in erster Reihe ein „Organ zionistischer Informationen", ist das Blatt durchaus nicht trocken informativ; alle Erscheinungen nicht nur der zionistischen Bewegung, sondern des jüdischen Lebens überhaupt werden darin einer kritischen Betrachtung unterzogen, selbstverständlich von den grossan Gesichtspunkten des Zionismus, als des reinsten Ausdruckes der jüdischnationalen Idee. Besonders hervorgehoben zu werden verdient die Rubrik „Revue de la Presse". Hier findet man — stets in entsprechender Beleuchtung — alle Ereignisse und Bestrebungen unter den Juden des ganzen Erdkreises getreu wiedergespiegelt. Die jüdischen Blätter der verschiedensten Sprachen passieren hier Revue: hebräische, jüdischdeutsche, spanolische, russische, polnische, rumänische, französische, englische, deutsche und italienische Zeitungen. Kurz: wer französisch versteht und über das Leben und Streben der jüdischen Gesammtheit ststs gut unterrichtet sein will, dem können wir die Leetüre des „Echo Sioniste* nicht warm genug empfehlen. Und den Gesinnungsgenossen, die in Ländern wohnen, wo das Französische die aligemeine oder die Umgangssprache der Gebildeten ist können wir nicht eindringlich genug ans Herz legen : Sorget für die möglichst weite Verbreitung des „E?ho Sioniste*. Zangwill. II. Verrohter und verkehrter als die heutige war auch die damalige Welt nicht, als die Propheten in heiligem Zorn ihr „Sündig \" vor den Thoren der Städte und Paläste riefen. Wunder und Drohworte verlacht die Skepsis der Neuzeit, Die Wissensehaft und trockene Wahrheit finden nur ein kleines Publicum. Die Anwälte des Hechtes und der Wahrheit, die heute zu den Massen sprechen wollen, müssen ihre Worte in deren tägliches geistiges Brot einschmuggeln, damit sie eine Wirkung ausüben. Das ist z. B. das prägnante Wesen der Literatur, wie sie der „grosse Alte" und seine Garde geschaffen haben. Diese erzieherische Wirksamkeit des Schriftstellers, der in Bildern spricht, aus denen jeder das Seine sich nehme, ist auch Zangwill eigen. Ins Jüdische übertragen natürlich. Da steht er gegen die Küssen, wie der sanfte Hillel gegen den eifervollen Schamai. Die Giftblumen, die er findet, sind wenige, sind alle im Schatten unseres Nationalunglücks aufgeschossen. Seine Wirksamkeit spielt auf einem andern Feld. Mord und Brand haben seinerzeit aus dem Ghetto ganze Gruppen von Individuen herausgerissen, doch der Best war im Feuer ehern zusammengesehv/cisst. Was Feuer und Eisen nicht erreichen konnten, den Tod des Volkes, daran hat viel wirkungsvoller dieser schleichende Bastard, dem halbe Männer den Namen Freiheit gegehen haben, gearbeitet. Er hat die Brüder gegen einander verhetzt, den blonden gegen den braunen, den reichen gegen den ärmeren und beide gegen den unglücklichen, dem das Schicksal immer mit einem hartem ,,Nernv' antwortet. Er hat die Brüder einzeln in Häuser von Leuten geführt, die Todfeinde untereinander sind und den Bruder zwingen, den Bruder zu verleugnen. Da tritt Zangwill auf als der FreunYl delii,TFahnlre uiid'eV decM^eh Geschwistern auf, wie man sie untereinander verleumdet/hat. Was immer er er-

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