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Die Welt · 1901-07-05 · 27 (5.7.1901) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
27 (5.7.1901)
Article
Über die Gründung einer Plantagen-Actiengesellschaft in Palästina
Date
1901-07-05
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Redaction und Administration: WIEN IX., Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction: Montag, Mittwoch und Freitag von 3—4 Uhr. Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene Petitzeile 20 Heller. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. Oesterreich-Ungarn: ganzjährig 12 Kronen, halbjährig 6 Kronen. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig 13 Mk, 70 Pf., halbjährig 6 Mk. 85 Pf., England ganzjährig 14 Shg., halbjährig 7 Shg., Russland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 50 Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig 17 Frcs., halbjährig 8 Frcs. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 Doli. 40 Ct. Nr. 27. Wien, 5. Juli 1901. 5. Jahrgang Die abgelaufenen Abonnements bitten wir rechtzeitig erneuern zu wollen, damit keine Unterbrechung in der Zustellung erfolge. In Warschau haben wir keine Agentur mehr, wir bitten deshalb unsere Gesinnungsgenossen, sich mit allem direct an uns zu wenden. >»^WWW^^WVW»^WWMWMV^WWMMV^^ Lieber die Gründung einer Plantagen-Actiengesellschaft in Palästina. (Orangen-, Mandel-, Olivenpflanzungen.) Von Dr. S. Jofe und Dr. S. Soskin. Vor etwa 3 Monaten brachten wir in unserem Artikel „Heber die gegenwärtige Lage in Palästina" (s. „Die Welt" Nr. 10 n. 11) unter verschiedenen Vorschlägen zur Besserung der Lage unserer Arbeiter in Palästina auch den über die Gründung einer Actiengesellschaft für Pflanzungen. Der Vorschlag wurde von einem Theil der jüdischen Presse, u. a. mehreremale im „Hamelitz", zuletzt in der Nr. 80, aufgegriffen und dem Publicum aufs wärmste empfohlen. Es wurde sogar die Adresse eines von uns zum Zwecke der Meldungen für die Gesellschaft angegeben. Leider müssen wir hier mittheilen, dass die, Sache vorläufig noch nicht so weit gediehen ist: dass man noch nicht an die Gründung einer Gesellschaft geschritten ist. Wir wollen aber dieses Mal etwas länger beim Projecte verweilen. Wir haben schon in den oben erwähnten Artikeln den Vorschlag als vollkommen zeitgemäss dargestellt und auf das Vorgehen der Deutschen in ihren Colonialgebieten als Beispiel hingewiesen. Die deutschen Pflanzungsgesellsehaften. mehren sich von Jahr zu Jahr, und es sind nicht allein Unternehmungen mit grossen Capitalien, welche die Höhe einer Million Mark übersteigen. AVir können hier an der Hand des „Colonial-Handels-Adressbuches" für 1901 mehrere Gesellschaften anführen, welche mit verhältnismässig kleinen Summen operieren. Es sind zuerst in Deutsch-Ostafrika zu nennen: die „Deutsche Agaven-Gesellschaft", gegr. 1900 in Berlin, Capital 400 000 Mk., Pflanzungen von Lisalagaven in Budschirihof; die „Gummi- Handels- und Plantagen-Gesellschaft", gegr. 1898 in Berlin, Capital 150000 Mk.; „KilimanjaTO Handels- und Landwirtschafts-Gesellschaft in. •!>. IL", gegr. 1898 in Berlin, Capital 462 500 Mk.; die! „Sigi-Pflanzungs-Gesellschaft", gegr. 1897 in Essen a. d. Ruhr, Capital 500 000 Mk., Pflanzungen von arabischem Kaffee in Mkolo, Westusambora; die „Irangi-Gesellschaft", Nobelhof, gegr. 1896 in Hamburg, Capital 136 800 Mk. In Kamerun sind zu erwähnen: die Pflanzungs-Gesellschaft „Soppo" G. m. b. IL, Berlin 1898, Capital 400 000 Mk., Cacao- und Kaffeepflanznngen in Soppo; die Pflanzungs-Gesellschaft „Lisoxa", Berlin 1899, Capital 500 000 Mk., Cacao- und Gummipflanzungen in Ikokote. Desgleichen sehen wir die Plantage „Kpeme", C. m. b. IL, Capital 480 000 Mk. in Togno; die „Domaraland-Form-Gesellschaft" m. b. H., Capital 87 000 Mk. in Okakango, Deutsch-Südwestafrika, und manche andere. Wir haben hier nur einen Theil derjenigen Gesellschaften angeführt, die mit einem kleinen Capital unterhalb einer Million Mark operieren. Wir hatten in unseren obenerwähnten Artikeln in der „Welt" eine Gesellschaft mit 100 000 Frcs. Capital vorgeschlagen, welches durch Emission von 500 Actien a 200 Fr. aufgebracht werden sollte. Wir glauben, dass wir für den. Anfang mit einem verhältnismässig kleinen Capitale eher zum Ziele, d. i. zur Schaffung einer ersten Plantagen-Gesellschaft, kommen werden. Im Falle der Yergrösserung des Wirkungskreises der Gesellschaft könnten dann etwa in 2 Jahren weitere 500 Actien a 200 Frcs. emittiert werden; somit wrürde sich das Capital verdoppeln. In allgemeinen Zügen denken wir uns das Project der Gesellschaft, f olgendermassen: Es werden in der Nähe einer der bestehenden Colonien etwa 500 Dulam Boden erworben. Im ersten Jahre werden schon die nöthigen Vorkehrungen zur Vorbereitung einer Orangenpflanzung von 500 Dulam (ca. 9 ha) getroffen, welche im 2. Jahre ins Leben gerufen werden soll. Im ersten Arbeitsjahre werden für diese Orangenpflanzung Brunnen, Bassins, Canäle hergerichtet, sowie ein Motor sanimt Wasserhebewerk (sei es Pumpe, sei es Noria) zu Bewässerungszwecken angeschafft. Eine grosse Baumschule soll uns das Pflanzungsmaterial, Orangen-, Mandel-, Olivenbäume, liefern. Im zweiten Jahre also werden die 100 Dulam mit ca. 10 000 Orangenbäumen bepflanzt, zugleich werden weitere 100 Dulam Boden für die erste Mandelpflanzung zugerichtet, die Baumschule wird weiter gepflegt, um uns weiteres Material zur Pflanzung zu liefern. Im dritten Jahre wird die Orangenpflanzung oculiert (eventuell wird auch ein grosser Theil der Bäume schon in der Baumschule oculiert, so dass die Oculierung an Ort und Stelle überflüssig wird), die erste Mandelpflan-

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