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Die Welt · 1901-06-21 · 25 (21.6.1901) · p. 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
25 (21.6.1901)
Article
Die alte Frau Nussbaum
Date
1901-06-21
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 „Die^s Welt" Nr. 25 blauen Himmel. „Adieu, gute Frau," sagte ich und reichte ihr die Hand. „Wenn ich in Ihr Dorf komme, besuche ich Sie." Sie lächelte erfreut. „Ja, ja, das is schön von Ihnen, sehr schön, dass Se mich besuchen wollen. Fragen Se nur nach de alte Nnssbaum, de kennt e jedes Kind. Adje, leben Se wohl, adje." Der Zug hielt an. Wien. Ignaz Kohn. Bittschriften* und J$ücbep« Rundschau. Eine neue jüdische Zeitschrift. Wie wir von eompetenter Seite erfahren, wird vom October d. J. ab eine wissenschaftliche Revue erscheinen, unter dem Titel: „Vi e r t e 1 j a h r e s s c h r i f t für Talmud-und patriotische Studien, sowie philosophischtheologische und historische Forschungen.4 Den Mangel einer Zeitschrift, in welcher nicht bloss die jüdische Literatur der Vergangenheit, sondern auch ernste Fragen des Judenthums der Gegenwart in sachgemässer, philosophischer Weise erörtert würden, empfinden wohl nicht wenige unter uns. Den vorhandenen jüdischen Fachzeitschriften fehlt in derR >gel der lebend ige Zusammenhang nrit der unmittelbaren Gegenwart Es genügt nicht, dass dieser Zusammenhang hie und da vorübergehend betont wird, y.r muss vielmehr dauernd gewahrt bleiben. Die jüdische Gelehrsamkeit wird nur dann Früchte tragen, wenn sie siefh in den Dienst des wirklichen Lebens stellen wird. Durch die Berührung mit den gegenwärtigen Strömungen des Judenthums wird sie von diesen eine frispheren Hauch empfangen, aber ihrerseits wird sie dieselben mit tieferem, mit geistigem Inhalt erfüllen und adeln. Hoffen wir, dass die geplante Zeitschrift, deren Herauf geber fachliche Gelehrsamkeit und nationales Empfinden in sich vereinigt, bei genügender und wohl zu erwartender Förderung seitens jüdischer Kreise zum Besten des Judenthums wirken wird. B. T. ( ..O st und Wes t", Monatsschrift für modernes Judenthmrf. Die nun schon, allgemein bekannte Zeitschrift bringt in ihrem Juniheft folgende Artikel: „Sociale Kunst im Ghetto", von Theodor Zlocisti, ein Monument für unseren derzeit besten Dichter Morris Kosenfeld; Arbeiterlieder desselben Poeten, aus dem Jargon übertragen von Berthold Fei w e 1. Einen Aufsatz von Dr. S. W emer über die jüdischen Studentenverbindungen Oesterreichs, einen von Dr. IST. Samter „Judentaufen im 19. Jahi> hundert", ein Gedicht „Jerusalem" von Max Ring, zwei andere Gedichte von Else Lasker-Schüler. Dr. Aug. A. Eshn er schrieb über „Krankheits- und Sterblichkeitsstatistik der Juden", D. Frischinann „Schöpfungslieder", B, E. einen Artikel „Zur Orient-Colonisation". Von Theod. Reinacli ist eine Biographie von Manasse Ben Israel, von Abrahams o n eine gelungene Humoreske „H a m a n und Mordechai in Jano \v". Haupt- und Nebenrubriken sind reich und gut illustriert. . „J üdische Volksstimm e", Brünn. Der Leitartikel der Nummer 10 bringt das Referat Emil Oberniks, das er unter dem Titel „Stellen v er mittlun g" am Prager Parteitag der zionistischen Handelsangestellten gehalten hat. Die, Postulate dieses Programmes sind durchaus richtig und erstrebengt wert. Sie gehen von der Erfahrung aus, dass die Erwerbsverhältnisse der Juden besonders schwierige sind und energischer Unterstützung bedürfen. Aus den Bureaux der gewerbsmässigen, aus.-* beutenden Vermittler heraus will der Referent die Aufsicht und Vermittlung zwischen Angebot und Nachfrage auf dem. Arbeits* markte in die Fach vereine verlegt wissen, die sowohl die Bedürft nisse resp. Fähigkeiten der Interessenten genau kennen, als auch durch Solidarität die Ausbeutung hindern. Wir Zionisten haben und gründen solche Organisationen, in welchen durch Notwendigkeit-imd aus natürlichem Selbstel*halt^ingstneb;isich ILe^ite zusammenfinden, auf die dann die elementare Werbekraft des Zionismus von selbst Wirkung haben wird. Eine brennende Frage wird in dem Artikel noch behandelt. Lebensfähige und ausgebreitete Organisationen werden bei den Katastrophen, die das Elend in Galizien und Rumänien für, jede Stunde erwarten lässt, eine erlösende Thätigkeit entfalten können. Denn der beste Arbeitswille findet in diesen Ländern keine Gelegenheit zur Entfaltung und die Kräfte müssen von dort abgelenkt werden. Eine wohlorganisierte Stellen- und Arbeitsvermittlung hat bei Katastrophen rasch helfend einzugreifen. Der Verfasser spricht dann von der Stellenvermittlung der Brünner „E m u n a h", die von der „Volksstimme" wirksam unterstützt, schon seit 2 Jahren thätig ist. Wie der Verfasser selbst sagt, sind diese Institutionen nur als Nothstandsactionen gedacht, so lange, bis der Zionismus sein Endziel erreicht haben wird. Dann wird der erschütternde Ruf um Brot verstummen. Unter den übrigen Aufsätzen ist einer von demselben Verfasser hervorzuheben, in. dem er die am meisten Gedrückten, die jugendlichen Arbeiter, zur Organisation aufruft. Diese Anregung ist bekanntlieh in Wien auf fruchtbaren Boden gefallen. Dr. Armin Fi sc hl stellt in einem Artikel „Unsere Verein e" die Forderung, man möge die Mitglieder der Organisationen im internen Vereinsleben einheitlich ausbilden und diseiplinieren, damit auf einen einzigen Anstoss eine mächtige Maschine arbeitet. In den Artikeln „Die Juden Mährens und die cze ch i - sehe Sprach e" und „V olkspar tei und Zionismus" vertritt das Blatt den zionistischen Standpunkt in bekannt energischer Weise, „Israelitische Rundschau", officielles Organ der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. In seinem Leitartikel wendet sich unser Bruderorgan gegen die Zionistenfresser da draussen, die noch immer auf den alten Blechpfeifen Musik machen und ihre Argumente gegen unsere Bewegung vom Kinderspielplatz holen. Gott und die Protestrabbiner wdssen, weswegen die letzteren ihre Männlichkeit auf der Kanzel erst dann entfalten, wenn es gegen uns geht. So hat uns einer der geehrten Herren — Verbrecher am Judenthum genannt. Die Kampfweise, die die antizionistischen Blätter Deutschlands glorreich gegen den Zionismus mit Verdrehungen führen, wird, ihnen unliebsam, durch das, „Berk Tageblatt" gestempelt, das eine objective, fast zustimmende Notiz über die Bewegung bringt. Das gibt dem Verfasser Gelegenheit, ein Beispiel zu weisen, wie objective Beobachter den Zionismus beurtheilen, wenn sie seine nothwendige und erspriessliche Thätigkeit beobachten. Von den sonstigen Artikeln sind bedeutend der Aufsatz über den „Hilfsverein der deutschen Juden", die Mache der sattsam bekannten Officiellen, und eine Serie von Nachrichten aus der Bewegung, die von einer rührigen Thätigkeit der Zionisten aller Länder Zeugnis gibt. Mit einer novellistischen Beilage ist die Nummer abgeschlossen. •» , Hus dei) ^epeiiKi) Voranzeigen, Wien. (Jüdischer Verein jugendlicher Arbeite r.) Sonntag den 23. Juni findet in Bernhard K o h n s Restaurant, XX., Treustrasse 12, eine Versammlung jugendlicher Arbeiter statt. Referent Gesinnungsgenosse Alfred W e issberger. Beginn 4Uhr nachmittags. Wien. (Allgemeiner Jüdischer Arbeiter- Verein.) Samstag den 22. Juni findet die ordentliche Generalversammlung des Vereines statt. (XX., Weberg. 13.) Die Mitglieder werden dringend ersucht, bestimmt zu erscheinen. Beginn 8 Uhr abends. Olmütz Der Jüdische Turnclub turnt jeden Montag und Donnerstag ab halb 9 Uhr abends im Feuerwehrturnsaale, Neugasse. Der officielle Hiuauswurf der Juden aus dem ..österreichischeri. Turnkreise wird wohl manchen .wieder die Augen geöffnet haben. r Ungarisch-Hradisch. Der Verein „Zion" veranstaltet am 29. Juni eine Versammlung,'in der Herr Rudolf Nassau über „Gegenwartsaufgaben des Zionismus" referieren wird. Wien. Der Einzelverein „Leopoldstadt-Praterstrasse* veranstaltet unter Mitwirkung des jüdischen Turn-, Gesangs¬ und mehrerer Studentenvereine Sd&ütkg den 30. d. M. einen Auflug für den ganzen Tag nach Badefc-Vöslau. Mit Rück-

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