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Die Welt · 1901-06-21 · 25 (21.6.1901) · p. 2

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
25 (21.6.1901)
Article
Unsere Bereitschaft
Date
1901-06-21
Page
2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 „Die # Welt" Nr, 25 wir vonjetzt ab die grosse, aber unausweichliche Pfl cht haben, jeder nach seiner ganzen Macht und seinem ganzen Vermögen dahin zu arbeiten, dass unsere Fonds vervielfacht werden, bis sie die notwendige Höhe erreichen. Ein begeisterter Mahnruf muss sich erheben und durch alle Länder gehen. Wir brauchen Geld! Schaffen wir das Geld! Und der heilige Zweck muss der starken Agitation Schwung und Weihe geben. Es muss eine begeisterte und anfeuernde Werbearbeit sein, wenn es uns ernst ist um unsere Sache, wenn wir in Wahrheit die neuen Makkabäer der Arbeit sind, wie ür. H e r z 1 uns genannt hat. Noch einmal müssen wir, jetzt in einem grösseren Augenblicke, die Arbeit für die „ J ü d i s c h e G o 1 o n i a 1bank" aufnehmen, die wir vor zwei Jahren begonnen haben. Viele Möglichkeiten grosser Erfolge haben sich uns seither erschlossen, um vieles sicherer schreiten unsere Hoffnungen einher. Um so viel grösser muss unsere Thatkraft und Ausdauer sein. Noch ist für die „Jüdische Colonialbank", gar in den westlichen Ländern, kaum das Erste gethan worden. Noch haben nicht einmal alle Zionisten ihre Shares erworben. Noch sind weite Kreise Aussenstehender aufzuklären und anzuwerben. Jetzt aber heisst es, keinen Augenblick kostbarer Zeit mehr verlieren. Fassen wir zusammen, was wir an Kraft der Begeisterung, an Macht der materiellen Mittel besitzen. Eine Parole muss jetzt durch die Länder fliegen, in denen Zionisten wohnen: Zionisten! Arbeitet für die „Jüdische C o 1 o n i al b a n kft! B. F. Schekeltag in Deutschland. Wir erhalten folgendes Telegramm : Unser Schekeltag war ein Freudenfest voll Sang und Weihe. Dr. Friedemann sprach von der heiligen Bedeutung des Schekels, Dr. Zlocisti von jungjüdischer Kunst. Die Schekelzahl hat sich verdoppelt. Das ist erst der Anfang. Wir werden sie vervierfachen. * Breslau. Die S chekeltags-Versammlung nahm einen äussert befriedigenden Verlauf. Sämmtliche zionistischen Redner des Abends fanden lebhaften Beifall bei dem zahlreich versammelten Publicum. Das Schekelergebnis ist ein um 100% höheres als im Vorjahre. Schachtel. .. ♦rwbjn D^run naDK Landesconferenz der galizischen Zionisten in Lemberg. (16. und 17. Juni 1901.) Mit grosser Genugthuung können wir auf die Landesconferenz der galizischen Zionisten zurückblicken. Sie hat während ihrer Tagung eine Arbeit geleistet, deren segensreiche Wirkungen für den galizischen Zionismus bestimmt nicht ausbleiben werden, wenn die leitenden Personen die Directiven und Gesichtspunkte, die ihnen in Lemberg geboten wurden, streng beobachten und unerschütterlich auf die Verwirklichung der Beschlüsse hinarbeiten werden. Wir haben in mehreren Artikeln die Situation des galizischen Zionismus, wie sie vor der Lemberger Conferenz bestand, genügend beleuchtet. In die planlose Organisation und nichteinheitliche Propaganda ist nun Ordnung und System gebracht worden. I^ang.e, gründhehe Debatten..., haben es ermöglicht, ein neues* für sämmtliche zionistische Vereine Galiziens verbindliches Organisationsstatut zu schaffen, dessen Vorzug vor allem darin besteht, dass dadurch die galizischen Zionistischen Vereine in die gesammt-öster» reiehische Organisation einbezogen wurden. Damit wurde ein einheitliches Vorgehen einer imponierend starken Gemeinschaft ermöglicht Es ist selbstverständlich, dass die äussere Eiöheit der geradlinigen und ungestörten Entwicklung des österreichischen Zionismus zugute kommen wirdl Ganz besonders jetzt, wo der Oimützer Ziönistentag ein6 Durchbildung und Ausgestaltung des Baseler Programmen vor allem in Hinsicht auf die Fragen der körperlichen, wirtschaftlichen und geistigen Hebung der Juden vorgenommen hat, und das österreichische Landescomile* an die Durchführungsarbeiten schreitet, ist eine Wechselwirkung zwischen den östlichen und westlichen Ländern Oesterreichs nicht nur erwünscht, sondern geradezu notwendig. Die Conferenz aber hat nicht allein den OrganisatioDömodus. geregelt, sondern auch einen äusserst instructiven und sicherlich wertvollen Meinungsaustausch in einigen principiellen Fragen des Zionismus hervorgerufen. Vof allem ist über die wirtschaftliche Frage lange und eingehend gesprochen worden. Manche Delegierte haben diesem Gegenstände ihre besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Allerdings wurden Vorschläge laut, die sowohl ihrem Umfange, als auch dem Inhalte nach weit über die gegenwärtigen Möglichkeiten der Durchführbarkeit hinausgiengen. Mit dankenswerter Beschränkung würde dem entgegen von anderen Delegierten mit vollem Nachdruck darauf hingewiesen, dass — wie dies auch in Olmütz zum leitenden Gesichtspunkt erhoben worden war — mit aller Vorsicht nur an jene Actionen geschritten werden möge, die „bereits gegenwärtig Aussicht auf Erfolg haben und nicht zu grosse Anforderungen an die Leistungen der Organisation stellen". So soll vom Kleinen ins Grosse die Regelung des Wirtschaftslebens der galizischen Juden erfolgen. Es wurde auch nicht verabsäumt, unzweideutig zu erklären, dass diese Actionen nur im Rahmen des Zionismus und unter steter Festhaltung des Endzieles unternommen werden dürfen, dass sie ferner keinen agitatorischen Charakter tragen, sondern einen Bestandtheil des zionistischen Programmen bilden. Die Uebereinstimmung mit den Beschlüssen des Oimützer Zionistentages fand ihren endlichen Ausdruck darin, dass dessen Programmthesen zur einstimmigen An-nahme gelangten. Es entspricht einem natürlichen Bedürfnisse der galizischen Juden, dass insbesondere jenem Punkte des wirtschaftlichen Programmes, der die Begründung von Vorschusscassen erfordert, ein erhöhtes Interesse entgegengebracht wurde. Auch hier wurde mit Recht darauf hingewiesen, dass unbedingt mit kleinen und vorsichtig betriebenen Gründungen der Anfang gemacht werden müsse, nachdem vorher die Grundlagen eingehend geprüft wurden. Auch die Frage der politischen Betätigung kam zur Sprache. Das Ergebnis einer längeren Debatte war, dass die Conferenz sich dahin einigte, im gegenwärtigen Augenblicke von einer offiziellen politischen Theilnahme abzusehen, dort jedoch, wo eine politische Betätigung nothwendig erscheint, diese nur im Einverständnis mit der Districts- und Landesleitung zu entfalten. Die folgenden Referate über Agitation, Presse und hebräische Sprache boten viele dankenswerte Anregungen. Es gelang den Bemühungen der Conferenz, die Beschlüss dem Geiste des Organisationstatutes anzupassen und so auch in Rücksicht auf diese Gegenstände eine äussere und innere Einheit herbeizuführen. Wir können den Delegierten der Lemberger Conferenz nur Dank wissen für ihren Fleiss und den Ernst, .;niit,dem sie gearbeitet haben. Es liegt nur*,an ihnen und den Vereinen, die sie vertreten haben, die nützlichen und bedeutungsvollen Beschlüsse in That umzusetzen. Wir

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