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Die Welt · 1901-03-08 · 10 (8.3.1901) · p. 4

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Journal
Die Welt
Volume
5 (1901)
Issue
10 (8.3.1901)
Article
Die General-Versammlung der russischen "Chowewe Zion"
Date
1901-03-08
Page
4 (sequence 2)
Language
German
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Seite 4 „Die Welt" Nr. 10 füllen aber seit kurzem weg. Der Länderwerb ist auf Grund eines jürgst erlassenen kaiserlichen Trade den eingeborenen, wie den längere Zeit*im Lande ansässigen Juden gestaltet, und was die Zf&l dW''Arbeiter betrifft, so ist sie neuerdings sehr zurückgegangen. Im Mäiz 1900 betrug die' Zahl der Arbeiterfamilien 540; hiervon wanderten bis zum 29. December 1900 145 aus, während 114 Arbeiterin den Colonien der Ica Beschäftigung haben und drei Arbeiter gestorben sind. Bleiben also 278 Arbeiterfamilien. Nim beschränkt sich der Wunsch der Arbeiter bloss darauf, die Ica möge vorläufig 103 von diesen 278 Familienvätern selbständig 7nachen, nämlich diejenigen, die länger als fünf Jahre in den Colonien gearbeitet haben, während die übrigen 175 Familienväter vorläufig in diesen für ihre dienstälteren Collegen neu zu begründenden Colonien als landwirtschaftliche Arbeiter angestellt werden mögen, mit der Anwartschaft, nach und nach zu selbständigen Colonisten aufzu steigen. Die Arbeiter bitten daher das Odessaer Comite, diesen ihren V\ unsch bei der Ica und dem Baron Rothschild durch eine Special-Delegation.zu befürworten, und hoffen, dass die Delegierten des Comites eine günstige Entscheidung erwirken werden. Herr S. Epstein verliest die Vorschläge des Special-Ausschusses zu diesem Referate der Arbeiter. Diese Vorschläge gehen dahin, das Odessaer Comite möge sich an den Baron Rothschild und die Ica mit der Bitte wenden, im Interesse der Arbeiter einen Betrag von 800.000 Francs auszuwerfen; 200.000 Francs wolle das Comite selbst zur Verfügung steilen, so dass ein Hilfsfonds im Betrage von einer Million Fi ancs gestiftet würde. Es sollen aber nicht bloss 103 Arbeit«1 selbständig gemacht werden, wie die Arbeiter proponieren, während die übrigen 175 weiter ohne jeden festen Erwerb blieben. Vielmehr glaubt der Ausschuss, falls die in Aussicht genommene eine Million Francs aufgebracht werden sollte, den grösseren Theil dieses Betrages zur Begründung einer Colonie für eine Anzahl Arbeiter aufzuwenden und für den Restbetrag industrielle Unternehmungen zu schaffen, bei denen die übrigen Arbeiter sicheren Erwerb finden sollen. Der Präsident befragt die Versammlung, ob sie zuerst über die Angelegenheit der Arbeiter schlüssig werden oder aber vorher das Rcf rat der Colonisten anhören wolle* Die General-Versammlung beschliesst mil 27 gegen 23 Stimmen, das Referat der Colonisten verlesen zu lassen. Die Colonisten entwerfen in ihrem Referate eine Schilderung ihrer gegenwärtigen Lage. Sie machen für alle Uebelstände die Administration verantwortlich und weisen im einzelnen zifTermässig die überflüssig«« Ausgaben nach, die im Kellerbetriebe gemacht würden. Sie geben an, dass der Vertrieb des Weines im Orient — in Syrien und Aegypten — unzuvei-lässigen Personen anvertraut sei. Die Administration sehe die Colonisten bloss als Eigentümer der Weintrauben an, gestehe ihnen aber nicht das Recht der Meinungsäusserung über den zweckmässigen Vertrieb des Weines zu. Es thue den Colonisten in Hier Seele weh, zu sehen, wie der Wein jahrelang in den Kellereien lagere, während andere Weinbergsbe sitzer in Syrien und Kleinasien für ihre Weine reichlichen Absatz fänden. Die Colonisten fordern, man möge sie von der unleidlichen Bevormundung befreien; sie seien den Kinderschuhen schon entwachsen und könnten ihre Geschäfte selber fühi*en. Ferner wünschen die Colonisten, die besseren Rebensorten mögen entfernt und an deren Stelle gewöhnliche Sorten angepflanzt werden, da der Wein von den besseren Rebengattungen im Orient nicht marktgängig sei. während sich gewöhnliche Tischweine dort sehr flott absetzen lassen. iUeberdieS' möge in jeddr<-€frlöötf«^Jn^ werden und die Bereitung des Weines den Colonisten selbst überlassen werden. Bis die Auswechslung der Reben und der Bau d»»r neuen Kellereien vollzogen sei. möge der Hauptkell er in Rischon-Leziou — der im Besiv/.e des Barons geblieben ist — die Weintrauben von allen Colonien entgegennehmen und gegen Entgelt nach einem bestimmten Preistarife keltern, während der Wein Eigenthum der Colonisten bleibt und durch eine zu bildende Gesellschaft, der auch Colonisten zugezogen werden sollen, in den Handel gebracht wird. Die Colonisten zweifeln nicht, dass ihr Wein in den Ländern des Orients welche jährlich ca. 50.000 Hektoliter Wein aus Europa importieren, einen guten Markt finden wird. Sie bitten das Odessaer Comite, diese ihre Propositionen bei der loa zu befürworten. Der Sonder-Ausschuss beantragt, mit der Ica über die Hebung der Colonisation Verhandlungen anzuknüpfen. Er schliesst sich der Ansicht der Colonisten an, dass die Bevormundung das Unglück der Colonisation sei und dass vor allem die Colonisten von dieser Bevormundung befreit werden müssten. Da die von der Ica delegierten Agronomen sich in gleichem Sinne ausgesprochen haben, hofft der Ausschuss, die Ica werde nach dieser Richtung hin Zugeständnisse machen. Hingegen hält der Ausschuss die Vorschläge der Colonisten in betreff des Absatzes der Weine nicht für eine Lösung der Gesammtfrage der Colonisation. Die palästinensische Colonisation im allgemeinen ' mache eine Krisis durch; diese sei nicht bloss in den ausschliesslich Wein producierenden Colonien fühlbar. Dass die Auswechslung der Rebenden von den Colonisten erhofften Aufschwung bringen werde, sei recht fraglich. Erfahrungstatsachen liegen in dieser Richtung nicht vor; es dürfe aber nicht weiterhin aufs Gerathewohl experimentiert werden. Der Ausschuss ist daher der Ansicht, mau müsse vor allem auf die Ica dahin einwirken, dass sie ein fachmännisches Comite, dem auch Colonisten angehören sollen, mit dem Studium des gesammten Complexes der Colonisationsfragen in Palästina betraue. Es entspinnt sich nunmehr eine Debatte darüber,: ob das Referat der Arbeiter oder das der Colonisten zuerst in Verhandlung gezogen werde. Herr TemkiD (Mitglied des zionistischen Actions- Comites) meint, die Arbeiterfrage sei bloss eine Theilfrage; es möge also erst über die Frage der Colonisation im allgemeinen berathen werden. Herr S c h e i n k i n ist dafür, dass die Frage der Ai beiter, die weniger verwickelt sei, zuerst behandelt werde. Es wird beschlossen, vorerst die Colonisationsfrage zur Debatte zu stellen. Herr Dr. Bruck (Mitglied des zionistischen Actions- Comites) fragt an, ob die Beschlüsse der Vorconferenzen für das Comite verbindlich seien. Herr Ingenieur Ussischkin (Mitglied des zionistischen Actions-Comites) meint, diese Frage könne in Schwebe bleiben, bis die Beschlüsse der Vorconferenzen bekannt würden; dann werde es sich zeigen, ob das Comite diese Beschlüsse durchführen könne. Herr L e v i n führt aus, das Comite dürfe nur diejenigen Beschlüsse durchführen, die mit den Beschlüssen der Vollversammlung nicht collidieren. Präsident erklärt, die Anfrage des Dr. Bruck beziehe sich bloss auf solche Resolutionen der Vorconferenzen, bezüglich deren in der Vollversammlung selbst nichts beschlossen wrerde. Herr Dr. Bernstein-K oh an (Mitglied des zionistischen Actions-Comites) hält ebenfalls eine Beschlussfassung über die vom Herrn Dr. Bruck aufgeworfene Frage für nothwendig. . 'iO' iiioRfeöftfcsäifmaH'ifRlOi.se n>b atul m-. (Mitglied ,.dest/ zionistischen Actions-Comites) beantragt, die Beschlüsse Mh-r Vor-

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