Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 5 (1901)
- Issue
- 1 (4.1.1901)
- Article
- Der Waisenknabe
- Date
- 1901-01-04
- Page
- 15 (sequence 3)
- Language
- German
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„Di^$ Welt" Seite 15 kxÖten : „Fahr^f.rascÖ^ immer raaeher,. mir o&scla! Zehn/ Pferde^fär eine^ÄfeB^hen!" ' -*4>-" " Bei Gabriel freien sich nämlich dte Gedärme'ifege- (pghtTEr habe ßerei|fe|liiess es, Quecksilber genommen, im Öpheimen sprach *'üMn sogar von Moschus *)* und nebst ^tt vermöge ihn wir noch Ahrele zu retten. Inzwischen wäfc1'd^e Sache nahezu hoffnungslos. Der greise• Diener der fromriierl Bruderschaft, der bereits mehr Todte als 'maneher ••">..' i' - ' ' r .„ ßeb^nde gesehen hatte, erklärte, falls Ahrele mit meinem Gespann die Gedärme nicht zu entwirren vermag, seien dieselben offenbar zu einem unlöslichen Knäuel verbunden tind da bedürfe es ausserordentlicher Gnade; Man brachte von irgendwo einen Arzt, welcher gleichfalls gestand; das nur noch Gott zu helfen vermag. Von der Veranstaltung einer Collecte für Avigdor sprach man nicht mehr. Weshalb? Nun, niemand: brachte es über die Lippen, aber jeder wusste wesshalb;: Der Vorsteher der frommen Bruderschaft gieng bereits mit aüfgeMaseher Miene einher, sprach sogar Greise mit „du" an lind' bot niemanden mehr eine Prise Tabak. Er wusste was er wusste. Und die Gemeinde hatte mit Gabriel eirie härte Abrechnung. Nicht nur Avigdor würde dann geholfen sein, Ein Jude von solchen Reichthum! Drei Häuser, zwei Magas zine, ungezählte Barsummen und kinderlos! Ein Menschj der seinen eigenen Groschen nicht angriff! Nie gab er Almosen bei ihm, kein Bethaus-Beitrag, kein Palästina-Geld! nie wurde ein Armer zu Sabbath geladen! Am Purim erkrankte er regelmässig und Thür und Thor blieb verrammelt. Seit er das letztemal geheiratet, sicherlich vor mehr als zwanzig Jahren, gab es , nicht einmal mehr ein wenig Brantwein mit Honigkuchen bei ihm.* . Bosses, selbstverständlich, wünschte ihm niemand. Ein Jude bleibt immer Jude, und in die Angelegenheiten* Gottes braucht sieh niemand hineinzumischen i aber über die Wahrheit Icann man nicht hinweggehen. Bei Ahrele kam bereits ein Pferd zu Fall und der Vorsteher \der Bruderschaft respectierte nicht einmal sein eigenes Weib mehr. < Abel* auch in unseren Tagen geschieht manchmal ein Wunder; selten zwar, aber es geschieht. Beb Gabriel sandte ein Pfund Kerzen in die Synagoge und es schlug ein. Reb Gabriel stand'4wie von den Todten auf, dafür aber verschied ganz unerwartet — der Ewige scheidet die Todten von den Lebenden — Avigdor der Lehrer. r ' , (Fortsetzung folgt.) "U] *• *) Nach dem Volksglauben zwei Arzneimittel, welche nur bei den allergefährlichsten Krankheiten angewendet werden. Erste jüdische Toynbee-Halle in Wien ' /XX., Webergasse 13. Programm vo m 4. b i s 11 J ä n n e r 1901,. •4. Jänner: Bibeterklärung. 5. „ Herr Er dhieim: Pröcess Calas. Concert S c li^f e r -;S|;e i her. 6. „ Conc e r tfa b e n ct. 7. „ Dr. M. IV&ch n i r er: Mechanik. & „ Herr Wilhelm Epstein: Ueber die Noth^ wendigkeit der Buchführung im Haushalte. 9. „ Herr Dr. Leo Sofer: Medicin im Alten •' Testament. 10. „ Herr Dr. Leopold Kahn: Rabbi Akiba. 11. „ B i b e 1 e r k 1 är u n g. 12. f$err Suchestow: Jehud a H a 1 e: v j. ®ie> JSar,go^Ausgabe der „Welt" . ist mit dem 1. Jänner fc^en zweiten Jahrgang getreten; 1^ cter nächsten Nummy beginnt die Redaction unserer ^Brudefausgabe mit der Publication eines hochinteressanten Rornanes Vbn dem berühmten Jargon-Schriftstejleif ä c n o Iß mVjH echem(S. Rabinowitz), „Meschugoim" („Die Narren") betitelt. JULIUS MEINL KAFFEE-IMPORT WIEN — BUDAPEST - BRÜNN CENTRALE UND COMPTOIR: I., FLEISCHMARKT NR. 7. MAN ACHTE AUF DIE FIRMA, UM VERWECHSLUNGEN ZU VERMEIDEN! In elegantem Deckel j gebnndene Jahrgänge j israelitisches 1897 um fl. 650, 1898 um; Knab 611 ~IRStjtllt Villa „Les Jordils" fl. 8—, soweit der Vorrath reicht, bei der Administration \ Läusanne (Schweiz), des Blattes erhältlich. 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