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Die Welt · 1899-08-25 · 34 (25.8.1899) · p. 7

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
34 (25.8.1899)
Article
II. Verhandlungstag (Mittwoch)
Date
1899-08-25
Page
7 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 34 ,,l)!e xjx Ein Antrag auf Schluss der Rednerliste wird angenommen. M o t z k i n bemängelt, dass die Beschlüsse des Gongresses mit Bezug auf einen Passus des Bankstatuts nicht eingehalten seien. Die Bank müsse und solle sich auf Palästina und Syrien beschränken. Auch hat er an der Form der Agitation manches auszuselzen. M o t z k i u spricht weiter in ähnlichem Sinne wie W eizmann und verlangt schliesslich volle Verantwortlichkeit für alle. Dr. H er z 1 ergreift das Wort, um einzelne Punkte richtigzustellen. Der fast allen Voten gemeinschaftliche Grundzug sei, dass zwischen dem Wiener Actionscomite und den Landesorganisationen . die Verbindung nicht genügend sei. Dr. H e r z 1 weist an der Hand der Copierbücher etc. nach, dass der Gontact zwischen dem Wiener Actionscomite und den einzelnen Landesorganisationen möglichst gewahrt wurde. Bis 8. August wurden vom Wiener Secretariat allein 5115 Briefe versendet. Postsendungen sind hier nicht eingerechnet. Ausserdem giengen 42 Circulare des Actionscomites ab. Die Gontrole über diesen Versandt ist eine doppelte. Einerseits im Auslaufbuche, andererseits durch die Copienmappe. Beide Bücher liegen auf dem Tische des Hauses. Ausserdem sind hier sämmtliche Circulare vorhanden, es möge nur ein Mitglied des Actionscomites angeben, welches Circular es nicht oder zu spät erhalten hat. Aus den Büchern kann der Vorgang dann deutlich entnommen werden. Wie weiss übrigens Herr Dr. Weizmann, dass die Circulare nicht verschickt werden? Er allerdings erhält keines, da ja diese nur für Mitglieder des Actionscomites bestimmt sind. Dr. Weizmann gehört dem Actionscomite nicht an. Dr. Weitzmann citiert als Zeugen für seine Behauptung Herrn Dr. Bruck in Hornel. Dazu sei zu bemerken : Herr Dr. Bruck gehört ebenfalls dem Actionscomite nicht an. Herr Syrkin in Minsk demissionierte und nominierte als seinen Vertreter Dr. Bruck. Es musste aber erst die Zustimmung der anderen Mitglieder eingeholt werden. Diese wurde in der Jännerconferenz theilweise ertheilt. In der Zwischenzeit konnte selbstverständlich Herr Dr. Bruck nicht als Mitglied des Actionscomites betrachtet werden und erhielt auch nicht die officiellen Circulare. Im Uebrigen bleibt noch immer die Frage offen, ob das Actionscomite das Recht hat, im Verlaufe des Jahres Actionscomite-Mitglieder zu ernennen. Wir glauben, es kann nur von einer Cooptation die Rede sein. Es sei auch hier bemerkt, dass das Wiener Secretariat seit der Palästinareise immerfort in Permanenz arbeitete. Die Landescomites müssten sich in ihrem Lande selbst die nöthige Autorität verschaffen, wie dies in England und Amerika geschehe. Dass Fehler vorgekommen seien, wolle er nicht leugnen, aber die Bewegung befinde sich noch in den Kinderschuhen, und da Hessen sich Missgriffe nicht vermeiden, selbst beim besten Willen nicht. In die Streitigkeiten der kleinen Gruppen könne sich das Wiener Actionscomite nicht hineinmischen. Dass und wie die Bewegung gewachsen, könne man am besten aus der Zahl der Schekelzahler ersehen. Dabei gibt es eine grosse Anzahl sehr guter Zionisten, die in den Listen nicht figurieren. Was die religiöse Seite des Zionismus betreffe, so müsse er sich auf die Erklärung am ersten Congress beziehen: „Wir sind national gesinnte Juden und scheiden religiöse Fragen von unseren Debatten aus.“ Auf Motzkins Vorwürfe eingehend, verliest Dr. Her zl ein an das Bankcomite gerichtetes Telegramm und cpnstatiert, dass die Abweichung im Wortlaut des Welt4* Seite 7 Bankstatuts dem Londoner Comite zuzuschreiben sei. Hierüber würde in der Bankdebatte noch zu sprechen sein. (Unter anhaltendem, tosenden Beifall des Congresses schliesst Dr. H e r z 1 seine Rede). In der Nachmittagssitzung spricht zunächst Pin eie s über Rumänien in ähnlicher Weise, wie die übrigen Redner aus jenem Lande. Sodann macht Dr. R ab in o wich den Vorschlag, man möge eine Deputation an den Czaren und die übrigen Mächte senden. Wenn der russische Kaiser sowie der deutsche Kaiser für die Bewegung eii,treten, dann werde auch die türkische Regierung gewiss zu stimmen. Herbst spricht über die Verhältnisse in Bulgarien, namentlich über den Unterricht. Vier Sprachen müssen die Kinder erlernen, die „Alliance israelite“ verlange für ihre Schüler die Kenntnis des Französischen Ausserdem aber sei sie gegen Palästina eingenommen. Die Noth unter den Juden Bulgariens sei im Wachsen begriffen. Kessler aus dem Transvaal — stürmisch begrüsst — überbringt die Grüsse von aehtzehnhimdert Zionisten. Im* Ganzen wohnen in Südafrika 10.000 Juden, die 7 bis 8000 Actien der Colonialbank gezeichnet haben. Aschkenasi hält die Kritik, welche viele Redner an den Bericht des Actionscomites knüpfen, für ungerechtfertigt. Er spricht von den grossen Erfolgen in Russland. Das Actionscomite habe viel geleistet. (Grosser Beifall). Y ork-Steiner spricht von der Gründung des Ahawas*Zion und den Warnungen, die er dem Actionscomite zukommen liess, sich davon leinzuhalten. Und er habe, wie die Thatsachen gezeigt, Recht behalten. Durch den Augenschein habe er sich überzeugt, dass die nach der Colonie Machnajim gesandten Leute absolut untauglich seien zurColonisation. Er habe sich davon gelegentlich seiner Reise nach Aegypten auf dun Schifle überzeugt. Die Selbständigkeit der Agitation müsse sich nach den Verhältnissen in den einzelnen Ländern richten. Wir .luden des Westens sind der Damm gegen das Elend des Ostens; wir haben das Schwergewicht zu halten, den ganzen Druck der öffentlichen Meinung. Die Herren aus dem Osten mögen uns die Gegner des Ostens fernhalten. Z w o 1 n i t z k i verlangt einige genauere Aufschlüsse. — Dr. Rosen heck spricht als Mitglied des grossen A.-C. wie in seiner Eigenschaft als galizischer Delegierter. Er tritt den geg« n das Actionscomite erhobenen Angriffen entgegen. Der „Ahawas-Zion“ sei heute nur ein Schreckgespenst. Alle Mitglieder, bis auf einige, sind auf unserer Seite. (Von den Ausschussmitgliedern hatten 17 den Congress telegraphisch begrüsst). Dr. Akin drückt dem A.-C. sein Zutrauen aus, aber es solle sich mit den einzelnen Landesorganisationen berathen. — Dr. Bruck meint, dass nicht immer die Massregeln des A.-C. nach demokratischen Principien durchgeführt seien. — Rabbiner S e f f spricht nochmals in ähnlichem Sinne wie früher, ebenso Doctor Tschlenoff. Die Debatte wird sodann geschlossen. Architekt Marmorek freut sich über die Kritik seines Referates. Er weiss, dass noch nicht alles geleistet worden ist, da eben die Bewegung noch zu jung sei. Er weist den Vorwurf zurück, der ihm aus dem Fehlen von statistischen Daten gemacht worden. Das A.-C. könne unmöglich auf alle kleinen Anfragen antworten. Man solle doch in Betracht ziehen, welche Riesenarbeit auf den Schultern von fünf Männern liege, die doch auch andere Beschäftigung hätten. Den Con-

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