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Die Welt · 1899-07-14 · 28 (14.7.1899) · p. 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
28 (14.7.1899)
Article
Amateur-Landwirtschaft
Date
1899-07-14
Page
8 (sequence 3)
Language
German
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Seite 8 „Die jCj Welt“ Nr. 28 diesen Angestellten zahlte, hingereicht, um eindreimal so grosses Unternehmen zu leiten. Nehmen wir also an, es handelte sich um ein Unternehmen von dreifachem Umfange (und ein kleineres möchte ich durchaus nicht empfehlen), so hätte es ein Resultat ergeben — selbst bei so ungünstigen Jahren, wie ich sie hatte, und selbst bei meiner persönlichen Unthätigkeit — von 8 Per cent für das angewandte Capital und 4240 Pfund türkisch als Netto-Ueberschuss nach Ablauf von 10 Jahren. Hätte ich persönlich die Arbeit leiten können und hätte ich gutes Land bearbeitet, so wäre das Resultat das doppelte gewesen. Hinzuzufügen ist, dass das Leben auf der Farm sehr wenig kostet. Die beigefügte Tabelle der Ernten von 7 Jahren gibt einen guten Ueberblick über den Ertrag, und ich kann versichern, dass Land in der Ebene Messaria die doppelte Ernte geliefert hätte. Man sieht auch deutlich, was die trockenen Jahre ausmachten, aber solche Jahre waren in länger als einem Menschenalter nicht vorgekommen. Als ich Cypern verliess, war mein Pachtvertrag noch 2 Jahre in Kräh, aber mein Controlsystem war so gründlich etabliert, dass die ganze Maschinerie genau so weiter arbeitete, als wenn ich zugegen gewesen wäre. Diese Tabelle zeigt die Ernte von Korn und Baumwolle auf der Farm bei Pyla von 7 Jahren (per Acre). Weizen Gerste Baumwolle berieselt unberieselt Jahr per Bushel Jahr Pfund 1867—68 10-08 20-80 1868 1237-60 381-13 1868—69 10-00 2200 1869 1244-15 464-35 1869—70 1-10 721 1870 1067-47 — 1870—71 12-68 1968 1871 1002-40 485-07 1871—72 13-02 2486 1872 1170-40 421-45 1872—73 088 700 1873 160-40 — 1873—74 14-10 28-88 1874 633-36 331-66 (An einer anderen Stelle seines Werkes —Seite 217 — sagt der Autor: In den besten Gegenden der Messaria, der Hauptebene der Insel, ist der Ertrag per Acre in einem guten Jahre manchmal 40 Bushel Gerste und 25 Bushel W eizen*).) Wenn die gegebenen Ernte-Ausweise auch nicht genügen, um europäische Landwirte anzulocken (und es muss zugegeben werden, dass unsere australischen Colonien in Klima und Bodenbeschaifenheit grössere Vortheile bieten), so zeigen sie doch deutlich den Erfolg, auf den der cyprische Farmer sicher rechnen darf, wenn zwei seiner Existenzbedingungen sich ändern. Die erste Bedingung ist: Credit zu einem annehmbaren Percentsatze, sagen wir 10 Percent per Jahr, und zweitens: Befreiung von übermässiger Besteuerung. Ich sage: übermässige Besteuerung, denn in meinem Falle wurden alle gewöhnlichen Steuern bezahlt, der Zehnte sowohl wie die Kopfsteuer für meine Leute. Für den Bauern-Colonisten ist der Ueberschuss, den ich gezeigt habe, nur ein kleiner Th eil seines Gewinnes. Die Gehälter und Löhne, die ich zu zahlen hatte, verdient ihm seine eigene Familie, das Vieh, das er *) Hierzu möchte ich bemerken, damit jeder Laie sich ein Urtheil bilden kann, dass die französische Ernte des Jahres 1898 — die beste in diesem Jahrhundert — 21—22 Bushel per Acre ergab. Zum Vergleiche mit der Tabelle sei auch die nach Jahrzehnten berechnete französische Durchnittsernte für Weizen hierhergesetzt: 1831—40 14-22 Bushel per Acre, 1841—50 15-24, 1851—60 15-71, 1861—70 15*91, 1871—80 16*26, 1881—90 --- 17*43, 1891-98 17 71. Man beachte das gleichmässige Steigen in der französischen Tabelle sowohl wie in der cyprischen. ohne alle Kosten aufbringt, bezahlt ihm alle seine Extra- Ausgaben, und die Ersparnisse, die sich aus der sorgfältigen persönlichen Ueberwachung ergeben, sind ein enormer Vortheil. Das künftige Wohlergehen unserer neuen Unterthanen scheint also absolut gesichert, und die Insel wird bald zu einem Grade von Reichthum gelangen, so gross oder? vielleicht noch grösser als jemals in ihren glücklichsten Zeiten. Wenn Engländer sich nicht versucht fühlen sollten, sich dort niederzulassen, so werden die Orientalen der Nachbarländer es thun---- Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen gibt der Verfasser zu, dass es den Engländern in Indien nicht. gelungen sei, den Eingeborenen diese Vortheile zu sichern, er meint aber, dass die grössere Nähe Gyperns geeignet sei, englisches Capital und englische Unternehmer heranzuziehen-. Ich komme auf den Ausgangspunkt zurück und wiederhole, dass das, was hier von Cypern gesagt ist, auch für Palästina Geltung hat. Die Bodenverhältnisse der beiden Länder sind nicht grundsätzlich von einander verschieden, und was hier als Vorbedingung für ein Wiederaufblühen Cyperns gefordert wird — nun das ist ja auch in Palästina in erster Linie nöthig: rechtliche Zustände, erträgliche Besteuerung und Credit zur Verfügung der Colonisten. Die rechtlichen Zustände sind die vornehmste Forderung des zionistischen Programms, und an Geld wird es nicht fehlen. Cypern liegt den Engländern näher als Indien, und daraus wird der Schluss gezogen, dass englisches Capital sich leichter dahin wird lenken lassen. Aber ungleich näher als Cypern den Engländern, liegt die alte Judenheimat unserem Volke, sei es auch noch so sehr und noch so weit versprengt und zerstreut über alle Länder. Das hat unser Volk gezeigt bei der Gründung der Jewish Colonial-Bank, und wird es in viel, viel weitgehenderer Weise zeigen, wenn zu einem Anfang der Action geschritten werden wird, und dieser Zeitpunkt ist nicht mehr ferne! Und vor allem möchte ich nachgewiesen haben, wie wenig Grund wir haben zu unserer Unsicherheit betreffs der Eignung der Juden zu landwirtschaftlichen Betrieben, und wie wenig massgebend die hohen Kosten und Auslagen der bisherigen Colonisations weise für ein planvoll geleitetes Vorgehen sein werden. Hamilton Lang hat zur Türkenzeit, ohne maschinelleBetriebsweise in ungünstigsten Verhältnissen Resultate erzielt, die einem Reingewinn von 8Q.0 00Mark in 10 Jahren und einer Verzinsung von 8% für alle Auslagen, deren Maximum mit 60.000 Mk. zu beziffern wäre, entsprechen. * Unsere Chancen sind heute besser, aber zur Noth — meine ich — können wir uns für den Anfang zufrieden geben mit ähnlichen Erfolgen, wie mein Gewährsmann sie hatte mit seiner „ A m a t e u r - Landwirtschaf t". Ueber die Juden des Orients. Von Mor. J. Cohen. Der Tourist, welcher die Balkanhalbinsel über Belgrad und Nisch bis Saloniki oder Constantinopel durchfährt oder auf einem stattlichen Donaudampfer den mächtigen Strom hinabgleitet, wird an die schöne , biblische Legende vom

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