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Die Welt · 1899-06-23 · 25 (23.6.1899) · p. 7

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
25 (23.6.1899)
Article
Der vorchristliche jüdische Gnosticismus
Date
1899-06-23
Page
7 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 25 „Die Welt“ Seite? der Religion, erst in Palästina, fanden die Zeitideen die geeigneten Individualitäten, an deren Namen sich die Entstehung des Christenthums knüpft. Hier erfahren die a! ex an d rin i sehen Ideen, die aus der universalistischen Tendenz hervorgiengen, die überlieferten Religionsvorstellungen in den matapliysisclien Gedankenkreis der Hellenen hineinzupassen, eine wesentliche Modification im nationalen Sinne (Logos-Messias u. a. m.). Hei der Erstarkung der neuen Religion musste natürlich die ursprünglich cosmopolitische Richtung, die einzig und allein eine grossartige Agitation entwickeln konnte, die Oberhand gewinnen, zumal diese Richtung von einem Th ehe der hellenistischen Juden, die hier ihre Synagogen hatten, auch früher vertreten wurde. Deshalb aber von einem Juden- und Heiden-Christenthurne zu sprechen, ist nicht richtig. Vielmehr sehen wir eine natürliche Entwicklung in der Weise, dass die alexandrinische Richtung nach Palästina verpflanzt,, hier theiis in nationalem Sinne eine Aenderung erfahren, theiis ihren ursprünglichen Charakter behalten, später aber ihre formalistische und systematische Ausbildung wiederum von hellenistischer Seite erhalten hatte. - (Schluss folgt.) Unsere Colonien. Von T, Blanco. M e t u 11 e mit einem Bodenausmass von 900 Hektaren treibt Getreidebau. Die ersten Versuche, die dort mit TabakanPflanzungen gemacht wurden, scheinen geglückt, und in der Folge dürften auch andere Colonien das Beispiel Metulles nachahmen. J e s s u d Hamala ist eine alte, unter der Leitung des Baron Edmond Rothschild stehendeColonie.die hauptsächlich Landwirtschaft treibt. Bodenausmass circa iOO Hektar. Mise h m ar-H a j a r d e n. Das Verhältnis eines Bodenausnmsses von 450 Hektaren zu einer Bevölkerungsziffer von 35 Familien, die Ackerbau treiben, sagt alles. Die Colonie ist arm und fristet ihr Dasein nur durch fortlaufende Unterstützungen. Ro sch-Pi nah* die grösste Colonie Galiläas, hat ein Bodenausmass von 700 Hektaren, einen Stand von 70 Colonistenfamilien, und ist eine Pflanzereolonie, die nebenbei etwas Ackerbau treibt. Die Malagatrauben, welche in Rosch-Pinah erzeugt werden und von vorzüglicher Ouaiitäl sind, fanden bisher leider nicht den gewünschten Absatz. Rosenöl wird in ähnlicher Weise wie in Petaeh-Tikwah auch in Rosch-Pinah destilliert. Erwähnenswert wäre noch die Sei den Industrie, die bei der fortschreitendenCultur der Maulbeerbäume in den Colonien mit der Zeit einen erheblichen Aufschwung nehmen dürfte. Rosch-Pinah wird von Baron Rothschild administriert. Ain ez Zetun mit einem Bodenausmasse von 4-00 Hektaren kann noch nicht als Colonie bezeichnet werden. Pekijiin und Me.ron sind leider zwei ganz zurückgegangene Colonien. Maehnajim, mit einem Bodenausmasse von 550 Hektaren ist eine jüngst vom Tarnower Culonisationsverein „Ahavas Zion" geschaffene und jetzt von der J.-Ci-A. gestützte Colonie. Aus all dem werden (lenkende Leser sich das richtige UrtheLl gebildet und eingesehen haben, dass mit dem gegenwärtigen System gebrochen werden muss, wenn wir auch nur annähernd das erreichen sollen, was wir wollen. Denn die unverlässlicher. Pfeiler der Wohlthätigkeit können doch ein so grosses Werk wie die Colonisation Palästinas nicht ewig tragen und einen weiteren mächtigen Ausbau gestatten. Wenn die so häufig nach Palästina entsandten verschiedenen Gewährsmänner des Co Ionisations-Zionismus nur tiefer in die Verhältnisse der Colonien geblickt hätten - und nicht mit den äusseren Eindrücken sowie einigen statistischen Daten, die sie gesammelt, zufrieden nach Europa zurückgeckehrt wären, dann würde es wahrscheinlich nur eine Partei unserer Richtung geben, die des politischen, rechtlichen Zionismus. Did Verwirklichung unseres Programmes, welches in /len \Vorten gipfelt; dein jüdischen Volke in Palästina eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte zu schaffen, bedeutet für unsere Colonisten und die anderen Juden Palästinas die Befreiung von all der Unbill, unter der sie jetzt leiden. Und es lässt sich eine gewisse innere Unzufriedenheit der Colonisten nicht wegleugnen. Die Leute, die arbeiten und ihr Ziel auf geradem Wege erreichen wollen, drückt das Joch der Wohlthätigkeit: sie wollen nichts mehr geschenkt haben. Von dem politischen Zionismus und seinem Instrumente, der Bank, erwarten sie eine rechtmässige Unterstützung und Mitarbeiterschaft, kein Almosen. Ist es nicht natürlicher, wenn man dem Colonisten, dessen Besitz z. B. ein Weingarten ist, gegen hypothekarische Sicherstellung und bank massige Zinsen Geld borgt, als dass man ihn anhält, seine Lese nolens volens abzugeben, und ihm dann als „Stütze" Francs 15.— aussetzt. Der Rest der Ertrages wird ihm dann von der Schuld abgeschrieben. Die Leute verlieren unter dieser Bevormundung die Lust an weiterem Schaffen! Dabei will ich nicht den Colonisten Undankbarkeit gegen einen ihrer grössten Wohlthäter predigen. Aber selbst dieser würde froh sein, wenn er anstatt ewig kriechender Bittsteller selbstständige freie Menschen sähe. Lemberger Brief. (Zum galizischen Salzmonopol.) Die Methode der social politischen Bestrebungen der in Galizien herrschenden Partei besteht, wie schon mehrmals in dieser Zeitschrift erwähnt, hauptsächlich darin, dass die Machthaber den Juden alle Handels- und Gewerbezweige zu entreisseii streben. Theoretisch sollte diese Methode dem ganzen Lande zum Nutzen gereichen, indem „nämlich einerseits die den Juden entrissenen Erwerbszweige der gesammten christlichen Bevölkerung zugeführt, und die einzelnen Waren den Consumenten billiger verabreicht, anderseits aber die Juden zum A u fs uchen a n d erer E rwer bs arten ge zw u n g e n w e r d e n s o 11 t, e n". Wer das unbeschreibliche Elend, vorzüglich des sogenannten intelligenten Proletariats, kennt, wird begreifen, weiche anderen Erwerbsarten den Juden in Galizien übriggeblieben' sind. Ziehen wir wieder den Vortheil, welchen die gesammte christliche Bevölkerung infolge der oben erwähnten Methode geniesst, in.Betracht, so können wir bemerken, welch minimales Mass ihr zu kommt. In der Wirklichkeit nämlich fallen die Handels- und Gewerbezweige insgesammt der regierenden Coterie zu. und der Rest des Volkes fristet ein Dasein, welches ebenfalls nicht überaus beneidenswert ist. Natürlich wollen die „grossen Herren*, denen es doch nicht geziemt, sich mit solch „unedlen“ Erwerbsarten, wie Handel und Gewerbe, zu besudeln, die verschiedenen Geschäfte nicht selbständig betreiben und übergeben sie daher Verwaltern und Unterhändlern. Jeder wird nun wissen, dass auf diese Art die mannigfachen Producte nicht billiger werden können. Einerseits schaffen ja die Herren ein Monopol, welches sie gehörig auszunützen verstehen, anderseits vertheuern die mannigfachen Unterhändler die Preise, da sie doch ebenfalls irgendeinen Gewinn haben wollen. Das System des Monopolisierens des Handels beireiben aber nicht nur massgebende Einzelpersonen, sondern auch officio! le Land es Vertretungen, besonders der gab zische Landesausschuss und zahlreiche Bezirksausschüsse. Ein ausgezeichnetes Fehl zum Realisieren ihrer „Pläne" gewährt diesen autonomen Behörden das ihnen seit circa (> Jahren förmlich übergebene Salzmonopol. Auf mannigfache „Vorstellungen und Beschlüsse des Landtages erhielt der galt zische Landesausschuss einen Löwenantheil des ganzen Salzhandels in 59 Bezirken, und zwar unter den möglichst besten Bedingungen. Gemäss den sogenannten „Modalitäten" wurde anfangs auch Privathändlern ein gewisser Salzantheil von der Regierung gewährt. Der Laiule.sausschuss führte bald

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