Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 15 (14.4.1899)
- Article
- Die jüdische Colonialbank
- Date
- 1899-04-14
- Page
- 3 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 15 „t)ie A Weit“ Seite;l haben. Die unterfertigten Zeichnungsscheine aber sind mit Angabe der Depotstelle an die Jüdische Colonialbank in London E. C., Broad Street Avenue, per Post einzusenden. Subscribenten in Deutschland deponieren bei der Norddeutschen Creditanstalt in Königsberg in Preussen die 2<)percentige Anzahlung. Die provisorischen Quittungen. Die Präsidenten der Zionsvereine oder die von den Vereinen oder vom Actionscomite bestellten Vertrauensmänner können im eigenen Namen oder im Namen des Vereiltes die eingezahlten Gelder provisorisch bestätigen. Die Anzahlung der Subscriptionsschejine muss jeden Abend an die autorisierte Subscriptionsstelle ihres Landes oder an die Jüdische Colonialbank London E. C., Broad Street Avenue, geschickt werden. Von diesen Stellen aus werden sofort die definitiven Quittungen an die Aussteller der provisorischen gesendet, um sie gegen letztere umzutauschen. Einzelheiten. Krakau. Habe bisher 600 Shares. Täglich kommen neue Zeichnungen mit Anzahlung und auch mit voller Einzahlung hinzu. ' (gez.) Schön weiter. Kolomea. Der Erfolg in Galizien wird sich voraussichtlich sehr günstig gestalten. Wir arbeiten mit aller Energie. (Gez.) Rosenheck. Rohatyn. Durch die Agitation des hiesigen Zionsvereines 112 Shares gezeichnet. (Gez.) J. Weinlös. Brody. Infolge der Bemühungen der Herren Lifschütz, Partakowa, Holländer, C ultu s verstand Schapira, Gal atz er und Kost bisher 150 Shares gesammelt. (Gez.) Zionsverein Brody. Stanislau. In Bohorodschany grosse Volksversammlung abgehalten, Dr. R. Jonas und J. Schönfeld referierten über die Colonialbank. Sofort viele Actien gezeichnet. Ziffer umässiges Ergebnis folgt. (Gez.) -Bureau des zionist. Kreiscomites Stanislau. Zloczow. Exclusive der bereits früher gezeichneten 100 Shares, nun 300 Shares gezeichnet infolge der Bemühungen des Vereines „Degel Jeschurun“ und der uns zur Seite stehenden Herren Waschitz, Seidmann und Leiter. (Gez.) Schwadron. Dukla. Nach einem Vorträge des Herrn Dr. Komh ä u s er wurden vorläufig 40 Shares gezeichnet. Wir agitieren weiter. (Gez.) H. Barel. Nadworna. Dank der Agitation der Herren J. Mehr, CultusVorsteher, Präsident des Vereines „Zion“ J. Sekler, S. Griffel sen. und der zionistischen Jugend wurden hier vorläufig 125 Shares gezeichnet, wir erwarten aber mindestens das Zweifache. Die Subscription hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Dolina. Hier allgemeines Interesse für die Colonialbank. In den Bethäusern wird eifrig agitiert. Bisher 5o Shares. (Gez.) Engelstein. Krosno. Dr. Kornhäuser aus Jaslo beehrte uns mit seinem Besuche und agitierte für die Subscription. Die Herren Hirschfeld, Brüder Dym, Storch, Seifmann, Katz und Jolles sammeln Zeichnungen. Plotycza. In unserem Dorfe wurden 40 Shares gezeichnet. (Gez.) Neiger. Grzymalow. 30 Shares bei einer Versammlung, in der die Herren Margulies, Blun und Laxer sprachen. (Gez.) Freud, Storozynetz» 50 Shares nach einer Rede des Herrn Dr. Korner. (Gez.) Reichmann. Przemysl. Nach einem Vortrage des Herrn J. Hochfeld wurden bei Herrn J. Ehrlich 130 Shares gezeichnet. Ottynia. Bis nun wurden 100 Actien gezeichnet. Es ist /u erwarten, dass kein einziger Jude sich dieser Sache entziehen wird. " (Gez.) Verein „Zion". Brest. Lit. (Russland). Bis jetzt 2700 Actien von circa 100 Subscribenten gezeichnet, darunter ein Christ. Bank sehr populär. L. H. In Olmiitz hat die Shares-Subscription das erste Hundert überschritten. Agitation wird rührig fortgesetzt. (Gez.) Einzel-Verein Olmütz des „Zion". Rinnstein. Ungarisch-Hradisch. 81 Shares. (Gez.) Weissmann. Braila. Wenn auch die Vorsubscription des vorigen Jahres uns als Richtschnur dient, muss doch jetzt bei der definitiven alles von neuem gemacht werden. Das Bild, das sich jetzt bietet, ist in den meisten Fällen die Ergänzung der früheren Anzahlung und zum Theile die Vergrösserung der ersten Subscription. Es kommen auch viele Neuanmeldungen hinzu. Die gesammelten Anzahlungen werden in regelmässigen Zwischenräumen nach London geschickt. Jeden Sonntag findet eine Volksversammlung statt, in der für die Banksubscription agitiert wird. Braila dürfte hinter den gehegten Erwartungen nicht Zurückbleiben. (Gez.) Ellmann. Jassy. Bis heute wurden, dank den selbstlosen Bemühungen des Hrn* Bangui er Leo Popperund den von den hiesigen zionistischen Vereinen eingesetzten Commissionen, 2300 Shares gezeichnet, und die 20 Percent bei Herrn Leo Popper deponiert. (Gez.) Armin Dux. Mülhauson. Am f>. April hielt Herr Rechtsanwalt Dr. Friedmann aus Basel im Salon Vert des Cafe Moll in Mülhausen einen Vortrag über „die Jüdische Colonialbank und ihre Bedeutung für die Besiedelung Palästinas durch Juden". Die zahlreich erschienene Zuhörerschaft folgte mit gespannter Aufmerksamkeit den sehr interessanten Ausführungen. Referent wies nach, dass die Bestrebungen einzelner einem ganzen Volke wenig nützen können; dazu gehöre vor allem System und Organisation. Der Zionismus sucht durch Organisation Palästina mit Juden zu bevölkern; das Instrument, dessen der Zionismus bedarf, ist die Colonialbank. Indem die Colonialbank ihre Aufgabe löst, nützt sie dem Judentlium und der Culturwelt. Nach den Angaben vieler Forscher, die bei der Sache uninteressiert sind, ist Palästina in vielen Theilen ein höchst fruchtbares Land. Nicht umsonst spricht die Bibel vom Lande, wo Milch und Honig fliesst. W enn das Land in der Jetztzeit arm ist, so ist es nur die Schuld seiner aller Energie und Thatkraft entbehrenden Bevölkerung. Sind einmal alle wirtschaftlichen Factoren vorhanden, Arbeit und Capital, so wird aus den Ruinen neues Leben entstehen. Eine arbeitsame Bevölkerung wird Getreidebau sogar für den Export betreiben können, sie wird aufs neue die Bergwerke des Libanon in Betrieb setzen, sie wird sich .industriell und commerciell bethätigen können. Eine deutsche und eine italienische Bank machen im Augenblicke sehr gute Geschäfte in Palästina. Auch eine jüdische Bank kann und muss prosperieren. Sie wird jüdische Arbeit unterstützen dadurch, dass sie jüdische Capitalien in Palästina concentriert. Fremde suchen sich in Palästina anzusiedeln; wenn das Judenthum sich nicht bald aufrafft, so kommt es zu spät — andere haben sein Evbthe.il eingenommen. Es wäre eine Schande, wenn das Judentlium das Vertrauen nicht rechtfertigt, das seine Führer in dasselbe setzen. Unsere Führer, deren Namen im Judenthum und in der civilisierten Welt einen guten Klang haben, appellieren an das jüdische Volk, um ein Werk ins Leben zu rufen, das dem gesammten Judentlium nützen soll. Nur eine Lösung der Judenfrage gibt es, es ist die wirtschaftliche. Reichliches Beifallklatschen belohnte den Redner für seine Ausführungen. Nach dem Vortrage erklärten sich mehrere Herren bereit, für die Placierung der Shares unter der hiesigen Bevölkerung zu wirken. Wir haben auch alle Aussicht, eine grosse Anzahl Actien unterzubringen. (Gez.) Dr. Elias, Lodz. Das von Böswilligen verbreitete Gerücht, einer unserer grossen Subscribenten wolle den von ihm bei der Vorsubscription gezeichneten Posten Shares nicht übernehmen, ist, so viel ich weiss, un wahr. Das Interesse für die Bank ist hier ein lebhaftes. Dr. J. Kiew Die Stimmung für die Subscription ist ausgezeichnet. Es melden sich auch Russen, die Shares zeichnen wollen. Dass Herr A. Hornstein, der sich allgemein grossen Ansehens erfreut, der Bankverwaltung angehört, hat in der Geschäftswelt stark gewirkt. Dr. M.