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Die Welt · 1899-01-20 · 3 (20.1.1899) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
3 (20.1.1899)
Article
[Ohne Titel]
Date
1899-01-20
Page
11 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 3 JDk$W<C Sette 11 füaung verdient Anerkennung. Unseres Wissens sind am jüdischen Lehrerseminar in Hannover bereits derartige Curse in Verbindung mit her berühmten Ahlemer Gärtnereischule eingerichtet worden. * In Köln ist ein Verein zur Ausbildung jüdischer Krankenpslegerinnen in der Bildung begriffen. In Frankfurt a. M. besteht ein solcher bereits mehrere Jahre und weist schöne Erfolge auf. * In Paris wurde Paul Bernhard, einer der Administratoren der Bank für industrielle Werte und früherer Präsident der Pariser Handelskammer, mit dem Kreuze der Ehrenlegion decoriert „wegen seiner" — wie das „Journal" ausdrücklich hervorhebt — „Verdienste um öffentliche Angelegenheiten, wie er auch noch jüngst sich bemühte, einen Verein der Malergehilfen zu gründen und eine Annäherung zwischen Capital und Arbeit yerbeizuführen." * Die französischen Gerichte fahren in der Verurtheilung der die jüdischen Geschäftsleute schädigenden antisemitischen Blätter fort. In Roanne wurde der Gerant eines Blattes mit Gefängnis, Geldbuße und Schadenersatz, sowie Jnserierung des Urtheils verurtheilt. Desgleichen in St. Etienne und in Nantes. „Gleiche Brüder, gleiche Kappen." Drumont und Max Rbgis hatten, wie die „Köln. Volkszeitung" berichtet, in B r ü s s e l eine geheime Zusammenkunft, bei der es sich um die Gründung eines antisemitischen Blattes in Belgien, nach Art des berüchtigten „L’Antijuif“ handelt. Das Capital soll vorhanden sein. W Die ponWsche Bewegung. Spenden für zionistische Zwecke, sowie Schekelzahlungen sind an das Bureau des Zionistencongresses, Wien, II, Nembrarrdtstraße 11, Schekelblocks, sowie -Juxten an das Bureau des Zionistencongresses, Basel, zu senden. - Das Actionscomite. Nagyszeben. (Ung.) Jnseinem Sch ülerpensionate veranstaltete der Neligionslehrer und Gemeindenotär Herr S. E h r e n k r a n z am Abend des December 1898 vor einem zahlreichen distinguierten Herren- und Damenpublicum eine gelungene Makkabäerfeier. Nachdem Herr Ehrenkranz die Festlichter angezündet hatte, wurde vom Schülerchor Maos Zur gesungen, welchem das Eederlied mit Clavier- und Violinbegleitung folgte. Hierauf wurden sinnig ausgewählte, theilweise von Herrn Ehrenkranz selbst verfasste oder übersetzte hebräische, ungarische und deutsche Gedichte von den Zöglingen, Mädchen uud Knaben verschiedener Mittelschulen, declamiert. Vortrag und Inhalt der Stücke, die sowohl den Stolz des jüdischen Selbstbewusstseins, als auch unseren ehrlichen magyarischen Patriotismus ganz befriedigten, weckten die begeisterte Zustimmung aller Anwesenden, ^err Moriz Felter als Präses des ersten u n g a r is che n Zionsvereines dankte im Namen desselben in improvisierter hübscher Rede für die große und erfolgreiche Bemühung des Herrn Ehrenkranz. Auch der aus Balüzsfalva als Gast erschienene Rechtsanwalt Dr. I. Ronai sprachseine volle Anerkennung aus und demonstrierte an den von unseren Feinden und den unsere Auslösung anstrebenden falschen Freunden den Juden zugemutheten Tugenden und Fehlern, dass der jüdische Stamm, der solche Eigenschaften bethätigt, unzweifelhaft noch lebe und leben wolle. Teschen. Am 28. v. M. veranstaltete die Verbindung österr.-schles. Hochschüler „Jvr ia"in Teschen eine Makkabäerfeier, d<e von allen jüdischen Kreisen stack besucht war. Der Präses der Verbindung, Herr cand. jur Jakob Ehrlich, eröffnte die Feier, indem er die Erschienenen herzlich begüßte und der Heldenthaten der Makkabäer gedachte. Herr stud. piul. N. Rübeuftein entwickelte unter lautem Beifall "der Versammlung die Tendenzen des Zionismus. Herr Kurz mann sprach einen Toast auf dre „Jvria". Der Tanz hielt die Jugend bis in die frühen Morgenstunden beisammen. Friedek-Mistek. Am 29. v. M. veranstaltete die Verbindung öst.-schles. Hochschüler „Jvria" in Friedek eine Makkabäerfeier, welche von Herrn erwä. si-r. Rudolf Nassau eröffnet wurde. Die Festrede hielt Herr st.ud. jim M. Kleinberg, die Tendenzrede der Präses der Verbindung, Herr cand. jut. I. Ehrlich. Beide Redner wurden lebhaft aeclamiert. Herr Oberlehrer Kraus widerlegte die gewöhnlichen Anwürfe gegen den Zionismus, Herr L. Huppert trat für die Gründung einer zionistischen Ortsgruppe ein. Herr Fried spendete trotz seines Alters mit vielem Feuer der neuen Bewegung unter den Juden viel Lob. Herr Obercantor Weiß sang unter stürmischem Beifall Dr. Leo Sofers bekanntes Lied: „Der Schwur". Der Erfolg des Abends war die Gründung der zionistischen Ortsgruppe „Ahawa". Sämmtliche Anwesende, Damen und Herren, traten derselben bei. Die Herren Leopold Huppert und Oberlehrer Kraus machten sich um das Gelingen des Abends sehr verdient. Bern. In Ausführung des Beschlusses des hiesigen akademischen Zionistenvereines vom 3. Jänner 1899 theilt der Vorstand desselben zur Kenntnisnahme sämmtlicher Zionisten folgenden Vorgang mit: In der Sitzung vom Sonnabend, -'4. December 1898, in welcher gelegentlich einer Discussion über einen eingebrachten Antrag die Beschlüsse des!I. Baseler Congresses erörtert wurden, erlaubte sich Herr N. Syrkin (Delegierter für Genf), den Congress und die gegenwärtige zionistische Bewegung in einer derartigen, hier nicht wiederzugebenden Weise zu verleumden und zu beschimpfen, dass es zu stürmischen Protesten führte, welche die weitere Tagung unmöglich machten. Auf Antrag mehrerer Mitglieder befasste sich der Verein mit der Angelegenheit in zwei Sitzungen und nahm mit zwei Dritteln aller Stimmen folgende Resolution an: „Der akademische Zionistenverein Bern drückt hiermit dem Herrn N. Syrkin seine Entrüstung über die Beschimpfungen aus, die er sich gegenüber dem II. Baseler Eongresse sowie der gegenwärtigen zionistischen Bewegung erlaubt hat, und fordert ihn aus, seine Beschimpfungen und Verleumdungen zurückzunehmen." Diesem Urtheile hat sich Herr Syrkin durch die Erklärung, dass er keinesfalls seine Verleumdungen zurücknehnren, sondern immerwährend in Wort und Schrift aufrechterhalten wird, sowie durch seinen Austritt aus dem Vereine entzogen. Gleichzeitig trat auch der Anhang des Herrn Syrkin, bestehend aus fünf Mitgliedern, aus. Infolgedessen steht sich der Verein genöthigt, diese höchst bedauerlichen Vorkommnisse der Beurtheilung weiterer Kreise unserer Gesinnungsgenossen zu übergeben. Gleichzeitig warnt er hiermit vor derartigen unzuverlässigen Elementen, deren bisheriges Wirken dem Zionismus nur zum Schaden gereicht hat. Wir ersuchen höflichst um Veröffentlichung dieser Mittheilung, welche rn ihrem ganzen Wortlaute vom Vereine genehmigt worden ist. Hochachtungsvoll mit Zionsgruß: „Akademischer Zionistenverein Bern". Der Präses: A. L i ch te nft e i n, phil. Der Schriftführer : I. Stupnitzky, phil. Uman (Gouv. Kiew'). Am 3. Ehanukatage fand hier eine Makkabäerfeier starr. Den Glanzpunkt des Abends bildete eine russische Rede des Herrn Rabbiners S eff, in welcher er auf die Einwände der Gegner des politischen Zionismus reagierte und die Bedeutung dieser Bewegung für die rvirychastliche und culturelle Hebung des jüdischen Volkes schilderte. Auch der Vorsitzende, Herr Dr. Alter und der Schriftsteller Herr S ch k a p n t u t hielten begeisterte Reden für den politischen Zionismus, die gleich den vorgetragenen zionistischen Liedern den Abend zu einem herrlichen Feste gestalteten. M. L—r. Tatarbunary (Russland). Am vierten Chanukaabende feierte der hiesige Verein Uoj sehe Zion“ in Gegenwart von mehr als 200 Zionisten das Mcckkabäerfest. Die Festrede des Herrn I. B a r a tz und die Tendenzrede des Herrn I. E h a ch a m machten einen erhebenden Eindruck. Es sprachen noch die Herren Z i l b erman, I. Großma n n und Ch. Glückrnan. Vielen Beifall fanden die Lieder- und Violinvorträge der Herren Ladigenschy und A. Grünberg. Mehrere aus die Führer Dr. Herzl und Dr. sJiotb au ausgebrachte Toaste weckten ein stürmisches Echo in dem mit Zions-Emblemen reich geschmückten Saale. J. G. I«r zioirMscherr Fraueitbewegurrg. In Sachen des Wiener zionistischen Frauenvereines erhalten wir folgende Zuschrift: Im November wurden unsere der Statthalterei zur Genehmigung überreichten Statuten abschlägig beschieden. Da unser zu gründender Verein die Bildung von Filialvereinen anstrebt, wurden die neuerlich verfassten Statuten mit Hinweglasfuug der beanständeten Stellen gleich dem Ministerium zur Annahme unterbreitet. Doch auch dieses fand sich bewogen, eines Paragraphen wegen, der im Falle einer Auflösung des Muttervereines über das Vereinsvermögen bestimmt, uns abzuweisen, und nun wollen wir ein drittesmal unser Glück versuchen. Alle jene Damen, die ihren Beitritt zum Wiener zionistischen Frauenvereine angemeldet haben, bitte ich, vorstehende Meldung zur Kenntnis zu nehmen, aber noch mehr bitte ich, in unserem scheinbaren Missgeschicke bei der Gründung nicht ein böses Omen zu sehen, sondern festzuhalten an dem Wunsche und Willen, mit vereinten Kräften unserer Sache und somit der großen und heiligen Sache unseres Volkes zu dienen. Kommen wir auch spät an die Arbeit, so wollen wir durch Eifer und Pflichttreue den Ausfall an Zeit ersetzen. Sidonie Kahn. V

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