Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 1 (1897)
- Issue
- 27 (3.12.1897)
- Article
- Die Synagogenstraße in der Colonie Rischon-Lexion
- Date
- 1897-12-03
- Page
- 9 (sequence 1)
- Language
- German
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, Seite V. Nr. »7. MWl«? fremden Juden ablenken würde. Es ist schwer zu verstehen, was die Herren damit meinen. Die nationale Idee ist niemandem von ihnen fremd, und sie würden sich gewiss nie dazu entschließen, derselben um den Preis der Freiheit in diesem freien Lande zu entsagen. Aber diese Herren, welche für „Anglicisierung" schwärmen, scheinen selbst wenig „anglicisiert" zu sein, denn sonst würden sie wissen, dass unsere nationalen Bestrebungen als Ausfluss der alrbiblischen Prophezeiungen durch und. durch mit dem englischen Geiste übereinstimmen, und dass die Aufforderung, diesen Bestrebungen zu entsagen, gleichbedeutend ist mit einer Verletzung unseres Glaubensund der Grundsätze unseres Adoptivvaterlandes." Er setzte daiin das von den „Bnei Zion" beschlossene Arbeitsprogramm auseinander, zu dem auch die Einberufung einer Conferenz aller englischen Zivilisten gehört. Nach ihm sprach Rev. Dr. Gaster, der gegen die Einberufung einer englischen Zionistenconferenz opponierte. Er meinte, es sei bereits eine zionistische Organisation, mit dem Wiener Comits an der Spitze, geschaffen. Insbesondere gehöre die Führerschaft der Bewegung nur denjenigen, die sich dieselbe durch ihre Ar.beit verdient haben. Darauf können die „Chowewi Zion" keinen Anspruch erheben. Diese Ausführungen wurden mit großem Beifalle aufgenommen. Mr. de Haas wies in seiner Rede gegenüber Dr. Gaster darauf hin, dass es sich bei der englischen Conferenz nicht um eine Loslösung von der geschaffenen Organisation, sondern darum handle, innerhalb der Grundsätze des Baseler Programmes eine Agitation zu entwickeln und die zionistische Gesinnung der englischen Juden zu betonen. Es sprachen noch Hr. Guilarow, Brüll, Epstein und Jsh-Kishor. — Nächsten Samstag wird in demselben Verein Fächer Jgnatius sprechen. Für Chanuka wird eine Ausstellung palästinensischer Olivenholzproduete vorbereitet. —a— Die Synagogenstrafse in der Colonie Rischon-Lezion. (Nach einer Photographie.) ''.'LÜ»» Auf dem Wege von Jaffa nach Gaza, eine Stunde vom Mittelländischen Meere entfernt, liegt die jüdische Colonie Rischon-Lezion. Die aus ungefähr 50 Häusern bestehende Ansiedlung ist auf einer Anhöhe erbaut und wird von vier gutgepflegten Hauptstraßen durchkreuzt. Auf dem höchsten Punkte des Hügels steht die Synagoge. Die einzelnen Häuser sind von Gartenanlagen umgehen, die Straßen eingesäumt von Maulbeerbämnen. Ungefähr 60 Familien wohnen iu der Colonie, ihr Besitz erstreckt sich auf ungefähr 10.000 Dunam Erde. Das ist ein großer Weingarten, der mit l'/s Millionen Weinstöckcn bepflanzt ist. Zwischen den Weinpflanzungen stehen Gruppen edler Fruchtbäume. Selbst die ärmeren Colvnistcn besitzen zumindest 10.000 Weinstöcke, die ea. 3000 Francs Einkünfte abwerfen. Mschou-Lezion besitzt