Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 1 (1897)
- Issue
- 20 (15.10.1897)
- Article
- Pariser Brief
- Date
- 1897-10-15
- Page
- 7 (sequence 3)
- Language
- German
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erhält, und daß sie uns nicht allzuviele Illusionen über die mehr oder weniger ferne Zukunft der Juden in Frankreich beläßt, in politischer Hinsicht wenigstens. Wenn ober unser verehrter Glaubensgenosse schon so weit gekommen wäre, so wäre der Zionismus für ihn nicht einzig und allein ein Unternehmen gewesen, das dahin zielt, unseren unterdrückten Brüdern eine passende Existenz zu beschaffen .... Leider haben alle diese Leute Augen und sehen nicht, Ohren und hören nicht. Sie sind alles in allein glücklich, nicht durch allzugroße Scharfsichtigkeit beunruhigt zu sein. Ihre Voraussicht bescheidet sich mit einem Wechsel im Generalgouvernement von Algerien. Man hat M. Ccnnbon durch M. Lepine ersetzt, und unsere Zunftgenossen von der jüdischen Presse singen Siegeslieder. Aber siehe da! Ihr froher Muth wurde durch die Aufstände herabgestimmt, die gestern noch einmal znm Ausbruch kamen. — Dumpf grollt der Donner. Unsere Brüder in Frankreich aber schlafen! Paris, 4. October 1897. Lourage in den Lslonien. (Nach einer Photographie.) Spätsommer. Die Gräser und Halme ans den reichen Reife, das die sengende Sonne ihren Kindern aufdrückt. Am Morgen Muren haben sich in ein sattes, volles Grün gekleidet. Die kommt der Schnitter, es klirren die Sensen, es fallen die Spitzen der Gräser sind leicht gebräunt. Das ist das Zcngniß der Halme. Die Schnitter singen ein frohes Lied. Sonderbar KM 'Ä'lKM tf'V 4 & ÄH-O -;£"<:£ ■i A" ’t hallen die Tone in den weiten Auen wieder. Was sind das für Klänge, was sind das für Worte? Wer rief die Todtcn aus den Gräbern? Wie Heimweh zittert es durch den alten Boden. Es ist schon lange, lange her, daß diese tränten Laute hier nicht wiederhallten. Dämmernde Eriimerungs- .bilder steigen auf . . . Die Sense klirrt, es knirscht der Rechen und Rnth saiirmclt Achren auf dein Felde. Die Schnitter singen ein frohes Lied. Der Sommer schwindet, aber ihm folgt kein Winter mehr, wo die rauhen Winde um das öde Hans pfeifen, »nd drinnen in ungeheizter Stube sich die frierenden Kinder zitternd aneinanderdrängen, wie einst im kalten Westen. Hmmklrhr frttttt ClMgreH. auf einen Bekannten, der sich für den Zionismus interessirt »nd Von Ing. W. Asstschkin. bereits die Zeitungsberichte und Stimmen über den Cvngreß ge- (Schluß.) lesen hatte. Diesen! Reisegefährten hatte ich nur noch wenig zu Auch am folgenden Tage hatte ich viel vom Congreß zu berichten. Wir dcbattirtm dagegen viel über die Bedeutung des erzählen. So stieß ich gleich beim Eintritt in den zweiten Waggon Congresses als einer außerordentlichen Manifestation des zio-