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Die Welt · 1897-10-08 · 19 (8.10.1897) · p. 2

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Journal
Die Welt
Volume
1 (1897)
Issue
19 (8.10.1897)
Article
Regeneration
Date
1897-10-08
Page
2 (sequence 2)
Language
German
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viel lernen zu lassen, und ihr Hohr Rcspect vor jeglichem Wissen genügen noch nicht, um sie voll zu erklären. Erklärung gibt erst die den Juden seit Jahrhunderten ordentlich aufgezwungene ausschließliche Geistesübung, die auf dem Weg der Vererbung stets denkgewandtcre Gehirne schuf, Gehirne mit steigendem Associationsbedürfmß, mit dem Drange Nach Schärfung und neuem Inhalt. Viel hundert Jahre MM dem Juden nichts frei, als der Handel, das Studium der Bibel und ihrer Commentatoren und allenfalls noch die Beschäftigung mit der Medicin. Doch der Handel weckte den schärfsten Combinatiousgeist, die Medicinj'eincn Liefern Einblick ins Getriebe der Natur, die religiösen Studien endlich führten auf Seitenpfaden in die abgründigen Tiefen der Philosophie, zu den blumigen Gefilden einer stolzen Dichtkunst und leider auch zu argen Spitzfindigkeiten. Wohin man aber immer blickte, nichts anderes sah man als tägliche Geistesübung! Die Christen, die sich heute bitter beklagen, wir producirten ihnen zuviel Intelligenzen, sie ernten nur da», was ihre Vorväter säten. O Mythos von Bileam, wie wahr bist du geblieben! So oft man noch strebte, uns gründlich zu vernichten, man hat uns immer nur wohlgethan und dadurch erst recht emporgeschleudert! Umsonst ist freilich nichts auf Erden, und jene geistige Hypertrophie, der die nöthige physische Ergänzung mangelte, mußten wir theuer genug bezahlen! Ein jeder Nervenarzt weiß gar genau, welch' unverhältnißmäßigcs Cvntingent die Juden zu Nerven- und Gcistesleidcu stellen. Weit mehr als dem Procentsatz der Bevölkerung entspräche, ist die Nervosität, die Neurasthenie und Hysterie unter den Juden verbreitet. Und so schwer es auch ist, verläßliche statistische Daten zu erbringen, an der Thatsache selber ist leider kein Zweifel. Nicht geringer ist die Zahl der Opfer, die der Wahnsinn jährlich unter den Juden fordert. So kommt nach dem Bulletin de la Socidte d'Änthropologie (33b. IV) ein Geisteskranker Kath. Protest. Juden in Baiern . . auf 908, auf 967, aber schon auf 514 in Hannover . auf 528, auf 641, aber schon auf 337 in Schlesien . auf 1355, auf 1264, aber schon auf 624 in Württemberg auf 2006, auf 2028, aber schon auf 1544. In Oesterreich gehörten nach dem Berichte des Dr. F. Presl') Im Jahre 1873 zur römisch und griechisch-katholischen Kirche 92:l°/o. der Gesammtbevölkcrung, aber nur 89 5% der Geisteskranken in Irrenanstalten; die Zahl der Juden betrug nur 4'1% der Gesammtheit, aber 6'9 der Geisteskranken. Am ärgsten aber scheinen, wenn man Lombroso trauen darf, die Verhältnisse der Juden in Italien zu liegen. In seinem berühmten Buche „Genie und Irrsinn" citirt er nach Scrvi, daß 1869 in seinem Vaterlande 1 Geisteskranker schon auf 391 Juden kam, also fast die vierfache Zahl, die die Katholiken lieferten. Und Verga fand sogar nach dem Archiya di Statistika 1880 1 Geisteskranken auf 1775 Katholiken 1 „ „ 1725 Protestanten, aber schon 1 „ „ 384 Juden. Man wird zugeben, das sind entsetzliche Ziffern. Und seien auch manche durch locale Verhältnisse mit beeinflußt, so beweisen sie doch zweifellos die erhöhte Disposition der Juden zu Psychosen^ Die wesentlichsten Gründe dieser Veranlagung : das Heiraten im engsten Stanimc und mangelnde Kreuzung, ausschließliche Gchirnarbeit und die nervenzcrüttcnden Leiden ständiger Verfolgungen. Von diesen wichtigsten Momenten verdient das erste noch besondere Besprechung. Ick) habe oben schon die Reinhaltung einer Rasse die wesentlichste Degenerationsbedingung für dieselbe geheißen. Alle Völker der Geschichte, die sich ungemischt erhielten, die jegliche Kreuzung entschieden verpönten, sind im Laufe der Jahrhunderte spurlos verschwunden. Das Judenthum allein stellt hier eine Ausnahme. Was diese Erhaltung noch wunderbarer macht, ist ') „Die Irrenanstalten in Oesterreich während der 20 Jahre 1873—1892", Beil, zum „Oesterreichischen Saniiätsmesen" Nr. 29 vom 22. Juli 1897. der weitere Umstand, daß die Kreuzungsmöglichkeit selbst in dem eigenen winzigen Stamme noch vielfach künstlich eingedämmt wurde. Zwar besaßen wir mit Ausnahme der Priesterkvste niemals einen directen, privilegirten Geburtsadel. Aber eine gcwiffe Gcistesaristokratie hat sich denn doch mit der Zeit herausgebildet. Eine Familie, die einmal einen großen Mabbincr oder Schriftgelehrten zeugte, war dann für alle Zeiten gehoben, fast bis ins tausendste Geschlecht. Eine solche Familie ward nun zum „Jiches", sie vermischte sich nur ungern und äußersten Falles mit andern minderwerthigen Häusern. Daraus ergab sich dann verdoppelte Degcnerationsbedingung. Der Mangel an Kreuzung mit andern Nationen und innerhalb des Stammes selbst die Beschränkung der Vermischung aus einige namhafte Familien. Wie veihängnißvvll gerade die letztere wird, erweist zur Genüge die fortschreitende Entartung des europäischen Adels und mehr noch gewisser Herrscherhäuser. Auch bei den Juden haben sich hervorragende Familien nur selten lange intact erhalten. Gar bald sind die meisten entartet und ansgestorben, zumal in jenen häufigen Fällen, wo man den Jiches zu erhalten trachtete durch nahe Verwandtenheiraten. Denn das war ein neues Motiv zur Entartung. Bekanntlich erlauben unsere Gesetze die Heirat von näheren Verwandten als beispielsweise die katholische Kirche, wozu noch kommt, daß bei so vielen Juden ein unseliger Hang zu consanguinen Ehen besteht. Vom Standpunkt des Hygienikers und Nervenarztes aber ist eine solche Verbindung meist höchst bedenklich. Nur in jenem einen Falle wäre sie unschädlich, wo beide Theile völlig gesund sind. Doch wie selten kommt dies heute vor. Sind aber, wie das jetzt fast die Regel, schon beide Geschlechter nicht mehr ganz ungebrochen, dann summiren, ja multipliciren sich diese Defccte in ihren Nachkommen. Als M aßstab hiefür will ich zwei Entartungsformen hcrcmziehen, die zum großen Theile in elterlicher Blutsverwandtschaft ihre Wurzel haben: die Idiotie und die Taubstummheit. Da lehrt uns eine reichsdcutsche Statistik, daß in Schlesien 1 Idiot auf 580 Katholiken kommt aber schon aus 514 Juden, in Württemberg auf 4113 Katholiken, 3207 Protestanten und wiederum schon auf 3003 Juden. Noch weitaus erschreckender aber sind die Zahlen der Taubstummen. Da kamen im Jahre 1880 in Baiern auf 100.000 Christen 95 Taubstumme, auf die gleiche Zahl von Juden aber schon 192 Taubstumme. Liebreich und Kramer geben sogar an, daß die Juden etwa viermal so viel dieser Unglücklichen zeugen, als Katholiken und Protestanten, eine Ziffer, die mir Daniel Kaufmann für Oesterreich bestätigte. In allen Berichten wird besonders hervorgehoben, daß die Verhältnißzahlen der taubstumm geborenen Juden weit ungünstiger seien, als die von später erst Taubgewordcnen. Man kann daraus ohne Weiteres ersehen, wie entscheidend die degcncrative Vererbung ist, die in unserem Falle vornehmlich der elterlichen Blutsverwandtschaft angekerbt werden muß. Die vorstehenden mcdicinischen Betrachtungen und Sätze wären lückenhaft und nutzlos, sofern sie nicht Ausweg und Hilfe wiesen. Doch 'glücklicherweise ist just eine Bewegung der letzten Jahre, der Zionismus und sein erstrebtes Ideal, vollauf geeignet, die Lösung und Hilfe herbcizuführen. Denn in der neuen Heimat ist der Jude vor allem der unablässigen Verfolgung entzogen, sie sei nun materieller oder ethischer Art. Es bleibt ihm also das schwere Nervengift der jahrelangen Kämpfe erspart, die heutzutage ein jeder von uns selbst im hochcivilisirtcn Westeuropa zu erdulden hat. Schon das bedeutet Nervcnschonung und Sparung jenes edelsten Materials, das der moderne Großhirnmensch am dringendsten benöthigt. Aber die Aufrichtung eines zweiten Zion bedeutet noch mehr. In jener zu erwartenden Staatengründung braucht der Jude nicht mehr ausschließlich geistig zu arbeiten, ja er darf es nicht einmal, wenn Zion bestehen soll. Denn das neue Land braucht Kräfte zum Ackerbau, braucht Handwerk und Industrie, das sind körperliche Thätigkeiten. So wäre dann glücklich ein Gleichgewicht hergestellt zwischen somatischer und intellectueller Leistung. Auch die Regicrungsform selbst kann nur wohlthätig wirken, denn in

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