Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 1 (1897)
- Issue
- 15 (10.9.1897)
- Article
- Rede des Dr. Kaminka (Prag)
- Date
- 1897-09-10
- Page
- 12 (sequence 3)
- Language
- German
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Seite 12. Nr. 15. muhte jcbnn cinc 1 ncn bei Käufer von jrbcin bir früheren Besitzer ein Kaufschein ausgestellt werben, also nicht weniger als 1260 gerichtlich ansgefertigte Urknnbcn waren nöthig! Und wenn man schon das Glück hat, in der Weife tvenigstens den Boden rechtsgiltig cinzntragen, beginnt die große Misere der Ballschwierigkeit, da kein einziges Haus ohne direkte Ermächtigung von Konstantinopel gebaut werden darf. Ferner kann man in einer Colonie erst dann bauen, wenn die Bvden-Antheile abgegrenzt sind: die Abgrenzung .muß durch die Regierung geschehen und ist wiederum sehr kostspielig. Nur durch eine große, vom Congreß ausgehende Activn, die ans Erlangung eines öffentlich-rechtlichen Verhältnisses Hinzielen wird, können diese Hindernisse einer umfassenden Colvnisativn ans dem Wege geschafft werden. Und wenn wir ernstlich wollen, wird jene Action sicherlich gelingen. Aus der Debatte über die hebräische Literatur: Dr. Ehrenpreis (Diakovar) bedauert, daß dieser Punkt, den alle so ernst nehnien, erst in zwölfter Stunde verhandelt iverde. Ihn in Kürze abzuthun, sei eigentlich unmöglich, da zugleich die nationale Erziehung besprochen werden müßte. Daß er d"'über delltsch sprechen müsse, sei die beste Begründung dafür. Man wolle zur hebräischen Sprache wie in das heilige Land zurückkehren. Man sei überzeugt, daß die Wiederherstellung der Cultur nur in hebräischer Sprache möglich sei. Diese Ueberzeugung sei schon vor dem Zionismus dagewesen. Der erste Congreß habe aber auch die Pflicht, zu zeigen, daß es eine hebräische Literatur gebe; inan habe große Dichter und Publicisten gehabt, die dem Judenthum ihre Geistesarbeit verrichteten, bis der Zionismus kam und sie fortsetzte. Die jüdische Presse habe bewiesen, daß man sich in hebräischer Sprache modern und wissenschaftlich voll und ganz aussprechen könne. Daß Bedürfniß dazu vorhanden lei, bewiesen die zwei Anstalten in Warschau, die Hebräische Bücher billig und zweckmäßig herausgeben. Dieselben fänden massenhaften Absatz und derselbe werde durch den Zionismus noch viel größer. Zwar sei bis jetzt die Bewegung nur vereinzelt gewesen; von nun an sollte sie aber ebenfalls organisirt werden. Sie läge allen so sehr am Herzen, ivie die Rückkehr selber. Viele möchten jetzt schon ihre Kinder hebräisch erziehen lassen, es fehle aber an Schule», Lehrmitteln und vor allem an einer Centralleitung. Er habe deshalb dem Congresse folgende Resolutionen vorzulegen: „Der Congreß beschließt die Gründung eines allgeineinen hebräischen Schulvereins, der für den Unterricht in der hebräischen Sprache, wo erforderlich, unentgeltlich sorgen soll. Der Congreß setzt eine Literaturcommission ein mit folgenden Aufgaben: periodische Zeitschriften in hebräischer Sprache zu unterstützen und zu gründen, hebräische Werke zu subventioniren, junge hebräische Schriftsteller zu fördern, und überhaupt Alles vorzukehren, was geeignet ist, die hebräische Literatllr zu fördern. Was die Schulen im Orient betrifft, so sollen dort, nach Antrag des Herrn Professors S ch a p i r a in Jerusalem oder Jaffa eine hebräische Universität gegründet werden. (Tosender Beifall.) Dazu sei vorerst aber nöthig, die jetzt vierclassige Schule in Jaffa stufenweise zu erweitern und ein Gymnasium zu errichten." Den Schluß der mit ungeheurem Beifall aufgenommenen Rede bildete eine feurige Aufforderung in hebräischer Sprache. Die öffentliche Meinung. MI'crtter-Weizeichnis. Alle Blätter anzuführen, sie kürzere oder ausführlichere Berichte über den Congreß brachten, wäre wohl eine schwere Aufgabe. Jni Nachstehenden folgt eine bunte Auslese, wie sie uns der Zufall gerade in die Hände gespielt hat: „New-York Herald“, „Pall Mall Gazette“, in London, „Figaro“ in Paris, „Times“ in London, „Temps" in Paris, „Journal des Debats“ inParis, „Intransigeant“ in Paris, „Libre Parole“ in Paris, „Lyon rdpublicain“ in Lyon, „Jour“ in Paris, „Chronique“ in Brüssel, „National“ in Paris, „L’Eclio de Paris“ in Paris, „Univers“ in Paris, „Orient“ in Paris, „Pester Lloyd“, „Wiener Tagblatt“, „Journal d’Alsace“ in Straßburg, „Morning Post“ in London, „Voltaire“ in Paris, „Nemzet“ in Budapest, „Hollandsh Revue“, „La France“ in Bordeaux, „The Echo“ in London, „Gazette de Lausanne“, „Morning“ in London, „Popolo Romano“ in Rom, L’Aisne in Soissons, „Le Radical“ in Paris, „La Presse“ in Paris „Vigie Algerienne“ in Algier, „Petite Presse“ in Paris, „Bordeaux Journal“, „Westminster Gazette“ in London, „Fanfulla“ in Rom, „Etendard“ in Paris, „Liberal“ in Paris, „Neues V iener Journal“, „Frankfurter General-Anzeiger“, „Berliner Freisinnige Zeitung“, „Budapesti Hirlap“. „Tagesbote aus Mähren und Schlesien“, „Wiener Extrapost“, „Neue Zürcher Zeitung“, „Peuple Francais“, „Croix“, „L’Evenement“. „Soleil“, „Petit Moniteur“, „Petit Parisien“, „Autorite“ sämmtliche in Paris, „Journal de Geneve“ in Gen f, „Soir“ in Paris, L’Agence Havas“, „Nieuwe Rotterdam’sche Courant“, „Rdpublique Franchise“ in Paris, „The Daily News“ in London, „XIX. Siecle“ und „Petit Corporal“ in Paris, „Paris“, „Petit Bleu“ in Brüssel, „Independance Beige“ in Brüssel, „Le Petit Marseillais“, „Independance in Bukarest, „Le Journal“ in Paris, „Matin“ inParis, „La Gazette de France“in Paris, „Rappel“ in Paris, „Justice“ in Paris,„Daily-Chronicle“ in L o n d o n, „The Globe“ in London, „The Standard“ in London, „Berliner Local-Anzeiger“, Genevois“ in Genf, „Echo du Nord“ in Lille, „Flandre Liberale“ in Gent, „L’Italie“ in R o m, „Kleines Journal“ in Berlin, „Fieramosca“ in Turin, „Amsterdamer Handelsbladed“, „Liberte“ in Paris, „Corriere della Serra“ in Mailand, „L’Epoque“ in Paris, „The Saint-James Gazette“ in London, „Paix“, „La Verite“, „Reveil Francais“, „Cocarde“, „La Nation“ sämmtliche in Paris, „Express“ in Mühlhausen, „Morning Leader“ in London, „Nouvelliste“ in L e M ans, „Indicateur“ in Annecy, „Lorrain“ in Metz, „Espoir“ inRethel, „Journal de Pont-Andemer“, „Nouvelliste“ in N a n t es, „Journal de Peronne“, „Journal de Roubaix“, „Progres de lAisne“. „Journal de Villefranche“, „Littoral de Cannes“, „Emancipateur in Cambrai, „Echo de Saumur“. „Courier du Nord-Est“, „Patriote de Normandie“ in Rouen, „Semaphore“ in Marseille, „Depeclie“ in Lille, „Neuvelliste“ in A miens, „Journal du Loire!“ in Orleans, „La Republique“ in Toulon, „Le petit Proveneal“ in Marseille, „Avenir du Puy-de-Döme“ m Clermont, „Messager de Toulouse“, „Union Republicaine“ in Chalons „Est Republicain“ in Nancy, „Le Memorial d’Amiens“, Le Progres de l’Est“, „Petit Patriote“ in Angers, „Petit Var“ in Toulon, „Journal de Maine et Loire in Angers, „Echo de la Mayenne,“ „Journal in Rolbec, „Courricr“ in Boucy, „Echo“ in Chaumont, „Courrir de Poitiers“, „Spectateur“ in Lang r e $ , „Avontfiort“ in Hayl, „Le Progres de la Cöte d’Or“ in Dijon. Die Jeilungsstimmen. Eine der zahlreichen Waffen, die zur Vernichtung des Zionismus verwendet wurden, war das Schweigen. Es sollte eine tödtliche Waffe sein, ein Todtschweigen. Der Zionismus schritt schon kräftig und lebensstark seine Bahn dahin, und weite Kreise hatten noch keine Ahnung von